Die Bahn in Riegelsberg

Pressemeldungen
Volle Fahrt für die Saarbahn

Georgi: Bis 2005 nach Völklingen und 2006 nach Lebach - Auch Forbach zügig anbinden
Von THOMAS SPONTICCIA  Saarbrücken/Forbach.

Das Saarbahn-Projekt läuft auf vollen Touren. Nach den neuesten Plä­nen des saarländischen Wirtschaftsministeriums sollen schon 2005 die ersten Züge durchge­hend von Saarbrücken nach Völklingen fahren. Die Fertigstellung der Strecke Riegelsberg­Lebach ist planmäßig für 2006 vorgesehen. Zum gleichen Zeitpunkt soll auch bereits eine durchgehende Verbindung von Saarbrücken nach Forbach realisiert sein. Die Saarbahn werde damit zur tragenden Säule im saarländischen Nahverkehr ausgebaut, betonte Wirtschaftsmi­nister Hanspeter Georgi im Gespräch mit unserer Zeitung. Vorgesehen ist demnach, dass die Saarbahn spätestens zur Inbetriebnahme der ICE/TGV Hoch- geschwindigkeitsverbindung Saarbrücken-Paris im Jahr 2006 oder 2007 als wichtigster grenzüberschreitender Zubringer im Nahverkehr auch in Forbach hält. Hauptproblem für eine Linie nach Forbach sei derzeit noch die technische Zulassung der Saarbahn-Fahrzeuge auf französischem Gebiet, die speziel­le Sicherheits-Anforderungen erfüllen müssen. Ein Mehrstrom-Saarbahn-Fahrzeug, das grenz­überschreitend fahren kann, gibt es noch nicht. Schon seit Anfang 2002 läuft jedoch dessen Entwicklung unter maßgeblicher Beteiligung des internationalen Verbandes der Verkehrs­unternehmen NITP mit Sitz in Brüssel, der zahlreiche internationale Verkehrs-Projekte mit betreut, unter Anderem auch die Saarbahn. Erste Ergebnisse einer Untersuchung von deut­schen und französischen Experten besagen, dass die Saarbahn sowohl von der Stromspannung als auch der Sicherheit her geeignet ist, auf dem französischen Schienennetz zu fahren, so Georgi. Als nächster Schritt werde jetzt ein "Lastenheft" für die Industrie entwickelt, in dem die Anforderungen an das Fahrzeug festgeschrieben sind, die verbindlich erfüllt werden müs­sen. Einer der insgesamt 16 neu anzuschaffenden Saarbahn-Züge soll für den grenzüber­schreitenden Verkehr eingerichtet werden. Mit den Fahrzeug-Herstellern werde bereits ver­handelt. Im Gespräch sind die Unternehmen Bombardier, das schon die erste Generation der Saarbahn-Fahrzeuge hergestellt hat, sowie Siemens und Alstom. Technisch fahrbereit könnte das grenzüberschreitende Saarbahn-Fahrzeug in zwei bis drei Jahren sein. Baubeginn nach Völklingen 2004 Auch für die Saarbahn-Strecken auf deutscher Seite laufen die Planungen im Zeitplan, betont Wirtschaftsminister Georgi. Die technische Prüfung des notwendigen neuen Streckenabschnitts Rotfeldkurve in Saarbrücken-Burbach für die Verbindung nach Völklin­gen sei abgeschlossen. Die Unterlagen liegen zur Prüfung im Bundesverkehrsministerium. Mit der Zustimmung wird in drei bis vier Monaten gerechnet, der Landeszuschuss stehe schon bereit. Anschließend folge die Planfeststellung. Der Baubeginn ist für Mitte 2004 vorgesehen. In der Planung enthalten sind auch zwei neue Haltepunkte in Höhe Bürgerhaus Burbach sowie am IT-Park. Vorgesehen ist ein 15-Minuten-Takt. Die Regionalzüge der Deutschen Bahn AG sollen dann zwischen Völklingen und dem Hauptbahnhof Saarbrücken nicht mehr halten. Das Wirtschaftsministerium ist überzeugt, dass vom neuen zentralen Umsteigebahnhof Völklingen positive Wirkungen und deutlich mehr Fahrgäste für beide Verkehrsträger herausspringen. Schnell vorangehen soll auch der Weiterbau nach Lebach. Wenn keine Einsprüche in Riegels­berg mehr kommen, wird der Planfeststellungs-Beschluss inklusive erteilter Prüfauflagen so­wie Änderungen Mitte Juli 2003 rechtskräftig, betont Georgi. Die Ausschreibung könnte im Herbst erfolgen, der Weiterbau ab Frühjahr 2004. Bis 2006/2007 soll die Saarbahn auch bis Neuscheidt / Schafbrücke weiterfahren. Allerdings ist dieser Teil des Projektes auch Bestand‑  teil der Neugestaltung des Geländes rund um den Ostspangenkreisel im Großraum Römerkas­tell / Halberg. Es kann sich daher verzögern. Wie es ab Schafbrücke Richtung St. Ingbert wei­tergehen soll, ist unklar. Auf den DB-Gleisen wird wegen dem künftigen Hochgeschwindig­keitsverkehr noch weniger Kapazität zur Verfügung stehen. Möglicherweise muss ein eigenes Saarbahn-Gleis gebaut werden. (SZ 24.06.03)

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Erinnerungen den Hartfüßler-Express
Karl-Heinz Janson erzählt von damals, als noch eine Bahn durch das schöne Köllertal fuhr
Von KARL-HEINZ JANSON 

Köllertal: Im Jahre 1911 wurde die Eisenbahn durch das Köllertal eröffnet. Damals sehr zur Freude der Bevölkerung als auch der Arbeiter aus dem Hochwald. Hatten doch letztere vorher weite und beschwerliche Fußwege zu den Gruben zurückzulegen bei Wind und Wetter. Dies brachten ihnen den Spitznamen "die Hartfüßler" ein. Lange Arbeitszüge aus dem Hochwald befuhren in der Folgezeit die neue Bahnstrecke. Als die Eröffnung der Bahn sich 1986 zum 75ten. Male jährte, sollte speziell auch an diesen Personenkreis gedacht werden, für den einst die Bahn erbaut wurde. Allerdings war im September 1985 die Köllertalbahn bereits stillge­legt worden. Außerdem war auf Betreiben der Stadt Püttlingen die Strecke ab Etzenhofen in Richtung Püttlingen schon gesperrt. Der Arbeitskreis Köllertalbahn bemühte sich deshalb, doch noch etwas auf die Schienen zu bringen. Dies war jedoch leichter gesagt als getan. Die Deutsche Bahn (DB) hatte kein Interesse mehr an der Strecke und bremste die Aktivitäten, wo sie konnte. Erst in mühsamen Verhandlungen mit der DB gelang es, einen Sonderzug zu be­stellen. Für diesen musste ich als Sprecher des Arbeitskreises Köllertalbahn privat haften, da­mit die DB auch ganz sicher zu ihren Kosten kam. Bei Bilderbuchwetter fuhr dann doch am Sonntag, 5. Oktober 1986, eine rote Triebwageneinheit aus vier Fahrzeugen nach Etzenhofen. Hartfüßler-Express hatte man ihn genannt, denn er fuhr nochmals die alte Strecke der Köllertalbahn über Lebach bis Primsweiler und dann nach Dillingen. Doch hatten die Aktiven des Arbeitskreises Köllertalbahn sich bei den Fahrgästen gründlich verschätzt. Denn der Bahnhof Etzenhofen war schwarz von wartenden Fahrgästen. Mindestens 500 bis 600 Perso­nen bevölkerten den Bahnsteig. So viele hatte dieser Bahnhof noch nie erlebt. Kaum hielt der Zug, da wurde er auch schon von den Fahrgästen gestürmt. Leider mussten viele zurückblei­ben, da selbst kein Stehplatz mehr zu bekommen war. An den Unterwegsbahnhöfen von Walpershofen bis Lebach war so gut wie kein Zustieg möglich. Der Zug war gar so überfüllt, dass er in Walpershofen mehrfach Anlauf nehmen musste, um wieder in Fahrt zu kommen. Besonders ärgerlich war es für eine Schulklasse, die mit ihrem Lehrer in Heusweiler auf den Zug sehnlichst gewartet hatte und nicht mehr in den Zug kam. Da eine weitere Fahrt nicht vorgesehen war, war guter Rat teuer. Kurzerhand setzten sich deshalb die Mitglieder des Arbeitskreises Köllertalbahn in Lebach auf die Schienen und blockierten den Zug so lange, bis die Bahnbeamten ein Einsehen hatten und mit den Schülern in Heusweiler noch eine zu­sätzliche Fahrt auf der Köllertalstrecke machten. Übrigens war dies der letzte Personenzug, der nochmals die gesamte Strecke bis Primsweiler fuhr. Heute sind auch dort die Schienen verschwunden. Karl-HEINZ JANSON

(SZ 06.05.03)

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Definitiv: Saarbahn fährt bis Lebach
Gesprächsrunde von Wirtschaftsminister und Köllertal-Bürgermeistern sorgte für Klarheit
Von NINA LONCAR

  

Köllertal/Völklingen/Lebach: Da muss dem Lebacher Bürgermeister Nikolaus Jung beinahe eine Zentnerlast von den Schultern gefallen sein. Auch Lothar Ringle, der Bürgermeister von Riegelsberg, und sein Heusweiler Amtskollege Rainer Ziebold scheinen nun erleichtert. Denn angesichts einer Informationsveranstaltung des saarländischen Wirtschaftsministeriums für die Bürgermeister der Saarbahn-Kommunen ließ Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi die Katze aus dem Sack. Laut eines Kabinettsbeschlusses vom vergangenen Sommer sei es gar keine Frage, ob die Saarbahn entlang der Köllertalstrecke weitergebaut werde und schließlich in Lebach einfahre, sondern eine Tatsache. "Dieser Beschluss ist nicht neu, auch die Finanzie­rung der Baumaßnahmen durch Bund und Land ist bereits abgesichert", erklärte gestern auch Ministerialrat Rudolf Becker der "Saarbrücker Zeitung". Entspannende Informationen. Die zu der dringend notwendig gewordenen Info-Veranstaltung geladenen Gäste - unter ihnen neben Lothar Ringle und Rainer Ziebold auch der Lebacher Bürgermeister Nikolaus Jung, das Püttlinger Stadtoberhaupt Martin Speicher, der neue Völklinger Bürgermeister Jochen Dahm, Stadtbahn-Geschäftsführer Walter Keudel, Vertreter der Nahverkehrsinitiative Köllertal sowie Mitglieder der einzelnen Orts- und Stadtratsfraktionen - zeigten sich nach dieser Aussage merklich entspannt. "Es war gut, dass das mal aus berufenem Munde gesagt worden ist, damit wir nicht länger in der Luft hängen", freute sich beispielsweise Lothar Ringle, in dessen Ge­meinde der Weiterbau der Saarbahn von vielen Bürgern mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge erwartet wird. So optimistisch wie Walter Keudel, der den Planfeststellungs­beschluss schon seit Wochen erwartet und gerne noch - nach europaweiter Ausschreibung - im Sommer mit dem Bau beginnen würde, ist Ringle jedoch nicht: "Ich vermute, dass mit dem Beschluss erst im Juni zu rechnen sein wird. Erst dann kann ausgeschrieben werden. Da­nach befinden wir uns auch schon gleich im Winterhalbjahr. Ich denke, dass der Beginn der Baumaßnahmen frühestens im nächsten Jahr erfolgen kann." Was den nun endgültig bestätig­ten Weiterbau über Walpershofen und Heusweiler bis nach Lebach dann natürlich noch länger verzögern wird. Doch Warten auf die Saarbahn lohnt sich, wie der Heusweiler Bürgermeister Rainer Ziebold bemerkt. Rund 50000 Euro lässt sich die Köllertalkommune schon jetzt jähr­lich das Unternehmen Saarbahn kosten. Denn Heusweiler ist - genau wie Kleinblittersdorf - bereits mit zwei Prozent an der Saarbahn GmbH, einer der beiden involvierten Gesellschaften, beteiligt. Noch höher - nämlich fünf Prozent - fällt die Beteiligung der Stadt Lebach an der Stadtbahn Saar GmbH aus. Rund 100000 Euro muss Nikolaus Jung jährlich aus seinem Bud­get abgeben - und er tut es gerne, wie man hört. "Es ist eine runde Sache, dass wir dem Kabi­nettsbeschluss nun uneingeschränkt Glauben schenken können. Denn für unsere Gemeinde ist der Anschluss an die Bahn wichtig. Wir haben uns auch nie Illusionen über die Betriebskosten gemacht, sondern immer gewusst, dass Heusweiler die Bahn, so sie dann einmal fährt, mittra­gen muss", erklärte Rainer Ziebold. Lothar Ringle pflichtete bei: "Wir können nicht verlan­gen, dass man in Saarbrücken für Verluste aufkommt, die auf der Strecke durchs Köllertal in Richtung Lebach unweigerlich entstehen werden." Denn ein Streitpunkt ist, so Ministerialrat Rudolf Becker, nach wie vor die spätere Kostendeckung, wenn die Linie eins dann am Stück bis Lebach fährt. Kosten-Konsens wird noch gesucht "Die Zeiten haben sich geändert - so hat es auch der Wirtschaftsminister ausgedrückt. Die Betriebskosten lassen sich nicht mehr über eine so genannte Querverbandsfinanzierung decken, da müssen wir mit den Kommunen, so­wie dem kleinen und großen Zweckverband einen Konsens finden, damit nachher niemand auf den Kosten sitzen bleibt. Es wäre gut, wenn alle von der Saarbahn bedienten Kommunen Gesellschafter werden und so ihren finanziellen Beitrag leiste." Doch nicht nur geeignete Finanzierungsmodelle wurden angesprochen. Der Minister äußerte sich auch zur Saarbahn-Rou­te über die Rotfeldkurve nach Völklingen, räumte ihr gleiche Priorität wie der Lebach-Strecke ein, unter Anderem deshalb saß auch Völklingens Bürgermeister Jochen Dahm in der Runde. "Wenn man ein solches Mittel des ÖPNV plant und baut, sollte man auch nach weiteren Stre­ckenvarianten suchen, was wir mit dem TransCare-Gutachten in Auftrag gegeben hatten. So scheint uns auch später einmal eine Weiterführung in Richtung Püttlingen denkbar. Wir stre­ben hier zunächst eine Machbarkeitsstudie an. Die ist nicht aufwendig und bringt prompte Er­gebnisse", erläuterte Rudolf Becker, warum Bürgermeister Martin Speicher mit im Boot saß. Bei den Amtsherren der Region hat die Veranstaltung zumindest für Klarheit, Optimismus und neuen Tatendrang gesorgt: "Wir werden schon mal das Streckennetz der Zubringerhalte­stellen planen", freute sich daher Rainer Ziebold. (SZ 25.04.03)

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Saarbahn-Weiterbau noch dieses Jahr?

Walter Keudel, Geschäftsführer der Stadtbahn Saar GmbH, äußerte sich optimistisch zur
Planfeststellung in Riegelsberg

Von NINA LONCAR

  Riegelsberg: Es ist ruhig geworden um den Saarbahn-Weiterbau durch Riegelsberg. Fragt man die Bürger der Köllertal-Kommune, so glaubt der ein oder andere schon gar nicht mehr daran, dass es überhaupt noch weiter geht. Aus diesem Grund hatten die Mitglieder der SPD Riegelsberg Walter Keudel, den Geschäftsführer der Stadtbahn Saar GmbH eingeladen, um sich über den Fortgang der Planfeststellung und den daraus resultierenden Weiterbau zu infor­mieren. Schon gleich zu Beginn betonte Walter Keudel, dass er den neuen Planfeststellungs­Beschluss für den Weiterbau der Bahn von Riegelsberg Süd bis Walpershofen täglich erwarte: "Ich hatte eigentlich schon im März damit gerechnet." Sollte der Beschluss des Ministeriums also in den nächsten Tagen oder Wochen auf den Tisch des Stadtbahn Saar-Geschäftsführers flattern, stehe einer Ausschreibung der nötigen Bauarbeiten nichts mehr im Wege. "Wir wer­den europaweit ausschreiben, um wirklich geeignete Firmen zu finden", erklärte Keudel. Mit dem Bau entlang der Autobahn1 nach Riegelsberg habe man jedenfalls gute Erfahrungen ge­macht. "Wenn ich mich an das Teilstück der Lebacher Straße erinnere, an dem wir viele Pro­bleme hatten, haben die Firmen, die an der bislang letzten Strecke gearbeitet haben, hervorra­gende Dienste geleistet." Das Hauptproblem der vergangenen Monate, der Einspruch der ka­tholischen Kirchengemeinde Riegelsberg beim Oberverwaltungsgericht Saarlouis wegen der Sorgen um die Standsicherheit der Kirche St. Josef, sei mittlerweile geregelt. "Ich weiß nicht, wie man darauf kommen konnte, dass wir wirklich ohne Gutachten dort bauen wollten. Dieses ist nun jedenfalls erstellt - der Kirchturm, der sogar schon einmal während des Kirchbaus selbst zusammenfiel, ist nicht gefährdet. Nur das Seitenschiff muss durch eine Stützmauer ge­stärkt werden", so Keudel. Auch die Querelen um den alten Friedhof hinter der Kirche hätten nun ein Ende: "Wir haben einfach ein wenig umdisponiert, anders geplant. Nun wird die Hal­testelle Post eben nur noch eingleisig angelegt, die Haltestelle an der Riegelsberghalle soll zweigleisig bleiben, damit im Telematik-Bereich frei abgeflossen werden kann. Das ver­schafft uns zwar einen größeren Aufwand, auch, was ein System zur Unfallverhütung betrifft. Denn wir wollen den Verkehr der Bahnen in diesem eingleisigen Abschnitt nicht ausschließ­lich über Signale regeln." Obwohl Keudel glaubt, dass ein eventueller Rechtsstreit vor Gericht für sein Unternehmen positiv ausgegangen wäre, bleibe man nun bei dieser Lösung. Doch wann soll es nun endlich mit dem Bau der Bahn durch Riegelsberg weitergehen? "Der neue Beschluss wird - das haben wir im Vorfeld geklärt - nun niemanden mehr auf die Barrikaden  bringen. Wenn wir europaweit ausschreiben, können bereits die vorbereitenden Arbeiten in Angriff genommen werden - wie das Verlegen einzelner Wasserleitungen etwa. Für die Hauptarbeit stellt sich dann die Frage: Noch im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres anfan­gen, oder den Winter abwarten, in dem die Baustelle wohl größtenteils ruhen wird? Ich plä­diere dafür, noch in diesem Jahr zu starten. Man muss dann sehen, dass die Verkehrsbehinde­rungen über den Winter vertretbar bleiben", so Keudel. An einer Weiterführung der Bahn bis nach Lebach ließ er keine Zweifel : "Wird die Bahn nicht bis zu diesem geplanten Endpunkt gebaut, so würde dies bedeuten, dass das Land bereits gewährte Fördermittel zurückgeben müsse - und das ist sicherlich nicht beabsichtigt." In der Zwischenzeit wurden aus dem Audi­torium Fragen laut, die die Finanzierung des Projektes und die späteren Betriebskosten betref­fen. "Ich betone, dass der Bau finanziell durch Bund und Land abgesichert ist. Wir sind für die Geldgeber sogar so etwas wie ein bundesweites Vorzeigeprojekt. Nur die so genannte Wertausgleichsregelung, also neu gegen alt, wird die Gemeinde wohl mit ins Boot nehmen." Bei den Betriebskosten müsse noch ein Konsens zwischen kleinem (dem Öffentlichen Perso­nennahverkehr des Stadtverbandes) und großem (die saarländischen Landkreise) Zweckver­band gefunden werden. "Wir wünschen uns, dass dann so etwas wie eine Bestellfunktion für die Bahn ausgeübt werden kann", erläuterte Keudel. Die Strecke ab Walpershofen werde auf einer ehemaligen Bahntrasse weitergeführt, erklärte Keudel.  Als Besteller sei nach dem ÖPNV-Gesetz Saar für den Schienenbetrieb nach der Eisenbahnbetriebsordnung das Land vorgesehen. Speziell für Riegelsberg habe das Unternehmen übrigens ein neu konzipiertes, bislang in Antwerpen und New York genutztes Schienensystem angeschaut, das die Schall­ausbreitungs- und Vibrationswerte der Flüsterschiene sogar noch unterbiete. "Das möchten wir hier gerne einsetzen." (SZ 08.04.03)

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Riegelsberg. Für die Trasse müssen Häuser fallen

Riegelsbergs Beigeordneter Horst Altmeyer kritisiert Saarbahn-Gesellschaft:
Viele Projekte stocken

Von HELENA JUNGFLEISCH-EHLERT

    

"Die Saarbahn soll endlich in die Gänge kommen." Horst Altmeyer, erster  Beigeordneter der Gemeinde Riegelsberg, der Bürgermeister Lothar Ringle während seines Urlaubs vertrat, ist es leid. So viele Einzelprojekte, ganz zu schweigen von der Großplanung, die Bebauung des Vorplatzes der Riegelsberghalle nämlich, stockten. Denn es gebe keine Gewissheit, wann die ersten Bagger zum Bau der Trasse anrollen. Der jetzige Schwebezustand sei für Riegelsberg ein Investitionshindernis, betont Altmeyer. Darum fordert die Gemeindeverwaltung, dass ihrem Anliegen endlich Rechnung getragen werde, mit dem Bau der Trasse möglichst schnell zu beginnen. Dazu seien jedoch im Vorfeld noch Forderungen der Gemeinde zu erfüllen. Unter Anderem soll die Lärm- und Schalldämmung der Trasse nach neuester Technik erfol­gen, Fachleute sprechen von Stylomer-Technik. Durch die Saarbahn verursachte Kosten sol­len auch - wie seinerzeit von dem Stadtbahn-Chef Norbert Walter versprochen - von der Ge­sellschaft übernommen werden. Ein Beispiel: Innerhalb der Gemeinde muss eine neue Was­sertransportleitung verlegt werden, denn die Bahn darf nicht über Wasserleitungen fahren. Und diese verlaufen nun mal in der Saarbrücker Straße. Zumindest die CDU-Mehrheitsfrak­tion im Riegelsberger Rat, betont Altmeyer, selbst CDU-Ratsmitglied, sei der Ansicht, dass die Saarbahn die Kosten komplett tragen müsse. "Wir wollen außerdem, dass die Telematic­Technik bis zur Haltestelle Wolfskaulstraße weitergeführt wird", fordert der Beigeordnete. Stein des Anstoßes bei den Riegelsbergern ist auch die Parkplatz-Situation am Friedhof. Hier  richtet die Saarbahn einen Kurzzeitparkplatz mit 30 Stellplätzen ein, wie Altmeyer erklärt. Ein Parkhaus für Langzeitparker war ursprünglich in Von der Heydt geplant, von einer Reali­sierung des Bauprojektes sei derzeit aber keine Rede mehr. Wie der Beigeordnete sagt, ist die Gemeinde auch bei der Herrichtung des Parkplatzes in Riegelsberg-Süd bereit mitzumachen und zu investieren. Denn schließlich solle das Portal der Gemeinde freundlich gestaltet und nicht mit Blechlawinen gepflastert sein. Altmeyer erklärt: "Die Gemeinde ist kooperativ. Da soll sich auch die Saarbahn in unserem Sinne bewegen." Wie wir berichteten, hat die Saar­bahn-Gesellschaft ihre Pläne nach dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts geändert. Demnach verläuft die Trasse in Höhe des ehemaligen Friedhofs an der St. Josefs-Kirche ein­gleisig - die Haltestelle bleibt hier bestehen. Einen wichtigen Haltepunkt wird es auch am Vorplatz der Riegelsberghalle geben. Die beiden Häuser davor müssen jedoch abgerissen werden. Alice Gewenig, die hier wohnt, hat sich mit ihrer Situation noch nicht abgefunden. "Aber was wollen wir anderes tun", antwortet sie resigniert am Telefon. Ganz abgesehen da­von wolle sie den Krach und die Haltestelle vor der Haustür nicht hinnehmen. Die 78-jährige will sich mit ihrer Tochter und dem siebenjährigen Enkel Nicolas nach einer Eigentumswoh­nung umschauen. Ob die allerdings so zentral gelegen sein wird, das bezweifelt die Großmut­ter. Wenn die Abrissbirne kommt, dann wird es ihr bestimmt schwer ums Herz: Das Haus er­richteten vor 100 Jahren ihre Großeltern, hier schufen sich die Grewenigs ihr eigenes Reich. Als die "Saarbrücker Zeitung" sie vor sieben Jahren besuchte, tummelten sich Hühner, Hahn und Kaninchen hinterm Haus, und Hund Benny begrüßte schwanzwedelnd die Gäste, das tut er heute noch, doch wesentlich gemächlicher, denn er ist schon 13 Jahre alt, wie uns Alice Grewenig berichtet. Zurück zur Gemeinde: Die wünscht sich auch ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Haltestellen-Überdachungen. "Wir wollen keine Güterzug-Atmosphäre", be­tont der Beigeordnete. Die Haltepunkte sollten "städtebaulich ansprechend, einheitlich und ortstypisch" gestaltet sein, darauf lege die Gemeinde Wert. Und der Christdemokrat bekräftigt erneut, das Saarbahnprojekt durch Riegelsberg müsse möglichst bald in Angriff genommen werden. Denn die Gemeinde will mit einem Investor die Gestaltung des Vorplatzes der Rie­gelsberghalle vorantreiben, sagt Altmeyer. ( SZ 31.01.03 )  *


Kirche müsste gesichert werden

Riegelsberg (hel). Die katholische Pfarrgemeinde St. Josef Riegelsberg hatte gegen die Plan­feststellung für die Saarbahn Klage erhoben (die "SZ" berichtete) und einen Baustopp vor dem Oberverwaltungsgericht Saarlouis wegen Einsturzgefahr des Gotteshauses erwirkt. In­zwischen liegen drei Gutachten vor, die derzeit von Ingenieuren der Saarbahn, dem Wirt­schaftsministerium als Planfeststellungsbehörde und dem Bistum Trier bewertet werden. Wie Stephan Ory, der Anwalt der Kirchengemeinde, der "Saarbrücker Zeitung" mitteilt, handelt es sich dabei um ein so genanntes Erschütterungs-Gutachten, um ein Beweissicherungsverfahren und um ein geologisches Standsicherheits-Gutachten. Beim Beweissicherungsverfahren ging es um den jetzigen Zustand des Kirchengebäudes. Darin sei unter Anderem festgehalten, an welchen Stellen sich Risse im Mauerwerk befinden. Diese Feststellung sei aus Sicht der Saar­bahn sicher sinnvoll, erklärt Ory, denn die Stadtbahn-Gesellschaft trage finanziell ja nur neue Schäden, die durch den Bau der Trasse entstehen. Der geotechnische Bericht der WPW Geoconsult, eines Saarbrücker Erd- und Grundbauinstituts, besage, dass die Standsicherheit des Gebäudes nicht ausreiche. Deshalb müsse während der Bauzeit eine Verdübelung vorge­nommen werden, und zwar entlang der 24 Meter langen Wand des Querhauses der St. Josefs-Kirche. Dabei würden Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 75 bis 90 Zentimeter senkrecht bis in die feste Karbonschicht getrieben. Die Verdübelung sollte entweder im Gehwegbereich, in Höhe der Stützmauer entlang des Bürgersteiges oder sogar vom Gelände aus, das an die  Kirche angrenzt, erfolgen. Ory geht davon aus, dass auch die Sandstein-Mauer entlang der Saarbrücker Straße die Bauzeit nicht überleben wird. (SZ 16.01.03)  *


Lobende Worte zum Saarbahn-GutachtenKöllertal (rh).

Die Nahverkehrs-Initiative Köllertal begrüßt nachrücklich das Ergebnis des TransCare-Gutachtens, das das saarländische Wirtschafts-Ministerium kürzlich der Öffent­lichkeit vorgestellt hat (die "SZ" berichtete). Denn die Gutachter, so die Vertreter der Initiati­ve, kämen nach reichlicher und gründlicher Recherche zu dem Schluss, dass ein Weiterbau der Strecke von Riegelsberg-Süd bis Lebach Sinn mache. Die Nahverkehrsinitiative selbst ha­be, so die Pressemitteilung, hierzu im Jahr 2001 noch von einem Verkehrsingenieur ein Dos­sier mit Argumenten und Fakten für den Weiterbau erstellen lassen und es dem Ministerium und auch dem Gutachter zukommen lassen. "Um so mehr erfreut es die Köllertaler Nahver­kehrsinitiative, wenn nun ihre Absicht der Dinge auch vom Gutachter weitestgehend bestätigt wurde", heißt es weiter. Außerdem fordert die Initiative die Gegner der Saarbahn dazu auf, die Entscheidung zu akzeptieren: "Noch bei keinem anderen Nahverkehrsprojekt wurde ein solcher Aufwand getrieben, der ja das Projekt nur zusätzlich verteuert." Als berechtigt hin­gegen sehen die Vertreter der Nahverkehrsinitiative die Einsprüche der vom Bau direkt Be­troffenen an. Hier fordert die Initiative die Verantwortlichen der Saarbahn auf, beim Weiter­bau fair mit den Betroffenen zu verhandeln und hinsichtlich des Lärmschutzes beim Gleisbau "ein Maximum" zu tun. Als einen Wermutstropfen sieht die Initiative, dass sich der Weiterbau nach Lebach nun auf 2005 verschiebt und der Ausbau nach Völklingen vorgezogen wird. Da­bei erkenne sie durchaus an, dass ein Saarbahn-Netz im gesamten Saarland sinnvoll sei, heißt es in der Pressemitteilung. Völklingen kommt beim Ausbau der Saarbahn besondere Bedeu­tung zu, weil die Landesregierung plant, auch Saarbahn-Linien nach Überherrn und Walpershofen bauen zu lassen. Ferner wird auch über eine Anbindung Saarbrücken-Messe­-Fürstenhausen (Völklingen) nachgedacht. Doch sind die Mitglieder der Nahverkehrsinitiative Köllertal der Ansicht, zuerst solle das ursprüngliche Projekt einmal abgeschlossen werden, bevor ein weiteres begonnen werde. (SZ 30.12.02)

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Saarbahn-Netz wird kräftig ausgebaut

Vor allem Saarbrücken und Völklingen werden von den Plänen
der saarländischen Landesregierung profitieren

Von JOACHIM PENNER

  

Saarbrücken. Die saarländische Landesregierung setzt bei der Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs wesentlich auf die Saarbahn. Das hat Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi (CDU) gestern vor der Landespresse- konferenz in der Saarbrücker Staatskanzlei unter­strichen. Grundlage dafür ist ein Kabinettsbeschluss der Landesregierung. Profitieren von dem Ausbau der Saarbahn werden vor allem Saarbrücken und Völklingen: Diese Städte wer­den zu Schnittpunkten von Stadtbahn-Linien. Grundlage der Entscheidungen zum Ausbau der Saarbahn-Strecken ist ein Gutachten der Wiesbadener TransCare AG, die eine ausführliche Nutzen-Analyse erstellt hat. Zudem, so erklärte Thomas Kaspar für den Gutachter, seien wichtige Vorarbeiten für den zukünftigen Planungsprozess erstellt worden. Das Gutachten unterstützt den vollständigen Ausbau der bestehenden Saarbahn-Linie bis Lebach. Der Endpunkt soll, so die Geschäftsführer der Stadtbahn Saar GmbH, Franz Heinrich und Walter Keudel, Ende 2004/Anfang 2005 erreicht werden. Das nächste Ausbaustück reicht bis Walpershofen. Wirtschaftsminister Georgi bedauerte, dass die ursprünglichen Planungen, die für den Start auf jeden Fall 2004 vorsahen, wohl nicht ganz gehalten werden können. Mögli­che Verzögerung lägen nicht im politischen Willen begründet, sondern eher in rechtlichen Unsicherheiten. Parallel zum Weiterbau der Strecke nach Lebach wird die Strecke von Saar­brücken über Völklingen (Rotfeld-Kurve) bis Dillingen in Angriff genommen. Dabei soll Völklingen bereits 2004 angefahren werden, ohne dass allerdings die neuen Haltepunkte, etwa beim IT-Park Saarland (Sitz), bereits fertig gestellt sein werden. Im Anschluss an den be­stehenden Haltepunkt Römerbrücke soll die Saarbahn bis Neuscheidt ausgebaut werden, um später den Anschluss nach Scheidt/St. Ingbert zu gewinnen. Die Vollendung der Strecke dürf­te bis 2007 möglich sein. Völklingen kommt beim Ausbau der Saarbahn besondere Bedeutung zu, weil die Landesregierung plant, auch Saarbahn-Linien nach Überherrn und Walpershofen (Anschluss an die Saarbahn nach Lebach) bauen zu lassen. Ferner wird auch über eine Anbin­dung Saarbrücken-Messe-Fürstenhausen (Völklingen) nachgedacht. Beide Projekte fallen in die zweite Prioritätenstufe. Als Ergänzung (E) oder als Alternative (A) zur Saarbahn werden weiter die Strecken Saarbrücken-St.Ingbert-Homburg, Saarbrücken-Neunkirchen-St.Wendel mit einer möglichen Verlängerung nach Türkismühle (A), Saarbrücken-Saarlouis-Dillingen­Merzig - gegebenenfalls Verlängerung nach Saarhölzbach (A), Saarbrücken-Merchweiler-Le­bach (bereits teilweise in der Umsetzung, A) angedacht, um den Schienen-Personennahver­kehr an der Saar zu modernisieren. Neben dem Bau beziehungsweise Ausbau von Strecken geht es aber auch um die Beschaffung von Stadtbahn-Zügen in einem erheblichen Umfang. Die Bestellungen für neue, moderne Wagen für die Saarbahn müssten ungefähr zwei Jahre vor Inbetriebnahme an die Hersteller rausgegeben werden. Diese hätten, so Keudel, relativ lange Lieferzeiten. Hanspeter Georgi unterstrich bei der Vorstellung des Gutachtens die Un­abhängigkeit der Gutachter. Es sei extra ein Unternehmen ausgewählt worden, das bisher mit der Saarbahn nichts zu tun hatte. Unterdessen warf die SPD-Landtagsfraktion der CDU-Lan­desregierung vor, "Steuergelder verplempert" zu haben. Das Gutachten enthalte nichts Neues, sondern bestätige nur, dass die Saarbahn nach Lebach gebaut werden soll, so der verkehrs­politische Sprecher der Opposition im Landtag, Ulrich Commerçon. Der SPD-Politiker be­grüßte aber, dass mit der Entscheidung der Regierung Umweltminister Stefan Mörsdorf "in seine Schranken" verwiesen worden sei. ( SZ 04.09.02)

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"Bei Hitze besonders schlimm"
Anwohner klagen über Lärm an Saarbahn-Haltestellen

  Riegelsberg/Saarbrücken (fff): Die Saarbahn steht, und doch ist ein lang gezogenes Geräusch zu hören. Ein wenig wie ein Pfeifen, ein bisschen wie ein Brummen. Menschen fühlen sich gestört. An der Haltestelle Siedlerheim in Saarbrücken haben sie sich versammelt. Und ma­chen ihrem Ärger Luft. "Das geht morgens um fünf Uhr los und dauert manchmal bis nach zwei Uhr", klagt Manfred Ringmann. Er wohnt im Enkircher Weg, direkt gegenüber der Hal­testelle. Dort steht die Saarbahn oft einige Minuten, bevor sie zurück in die Stadt fährt. Um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, sind mittlerweile drei Interessengemeinschaften aktiv: der Verein zur Verbesserung der Verkehrssituation in Riegelsberg, die Bürgerinitiative Lebacher Straße und die Interessengemeinschaft Brebach. Schon im Sommer vergangenen Jahres war das Problem aufgetreten. Damals erklärte eine Sprecherin der Saarbahn GmbH, dass es sich um zwei Klimaanlagen handele. Eine werde im mittleren Zugteil eingesetzt, die andere kühle die Stromversorgung. Der Pfeif-Ton also ein Sommer-Problem? "Gerade bei der  Hitze in den vergangenen Wochen ist das Geräusch besonders schlimm gewesen", bestätigen die Anwohner. Glauben aber nicht, dass Klimaanlagen die Geräusche von sich geben, sondern dass die Motorlüftung Schuld trägt. Und dieses Problem lasse sich doch lösen, meinen die Anwohner. "Der Lüfter müsste während der Fahrt auf die höchste Stufe gestellt werden", meint Günther Stamann, Diplom-Ingenieur aus Riegelsberg. Dann sei es nicht nötig, dass die Kühlung auch beim Stehen laufe. Eines ärgert Michel Pasquini von der Bürgerinitiative Leba­cher Straße in Saarbrücken besonders: "Auf der einen Seite quält man uns mit Geräuschen. Auf der anderen Seite verwehrt man uns Schallschutzmaßnahmen." Michael Böhm, Sprecher der Saarbahn GmbH, erklärt zu diesem Vorwurf: "Damit wir Schallschutzfenster einbauen, müssen bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Nach all unseren Messungen sind diese Grenzwerte aber nirgendwo erreicht." Die lästigen Pfeif-Geräusche seien kein neues Problem. "Das ist die Lüftungstechnik für den Fahrgastraum", so Böhm. Und er verspricht, dass die Saarbahn-Fahrer erneut dazu aufgefordert werden, diese Technik beim Stehen auszuschalten. "Ganz wird sich das Problem aber nicht aus der Welt schaffen lassen. Denn eine geräuschlose Klimatechnik gibt es leider nicht." Um die Saarbahn künftig auf leiseren Sohlen daherkom­men zu lassen, habe man Folgendes vor. Böhm: "Wir überlegen, so genannte Flüster-Schie­nen zu verwenden. Mit diesen Schienen können die Fahrgeräusche minimiert werden." Für die Anwohner dürfte das nur ein schwacher Trost sein. (SZ 04.07.02)

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Dokument der Zeit
Was die Klageschrift der Gemeinde Riegelsberg sagt
(Auszüge aus der Klage)

Anträge:

  1.   Der Planfeststellungsbeschluss zum Bau und Betrieb der Stadtbahn BA I/B4 - BA I/B3.2 vom 6. Februar 2002 wird aufgehoben.
  2. Hilfsweise: Der Planfeststellungsbeschluss zum Bau und Betrieb der Stadtbahn BA I/B4 - BA I/B3.2 vom 6. Februar 2002 wird ergänzt:

  2.1 Die Unterhaltung und Verkehrssicherung der Bahnsteige, die auch als Gehwege dienen, erfolgt durch die Beigeladene aus eigenen Mitteln.  2.2 Die Klägerin hat ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Masten und der Beleuchtung hinsichtlich des optischen Erscheinungsbildes und hinsichtlich der Aspekte der Ver­kehrssicherung. Die Beigeladene stellt die Klägerin von Mehrkosten beim Betrieb und der Unterhaltung der Straßenbeleuchtung gegenüber dem derzeitigen Kostenniveau frei.  2.3 An der Haltestelle Walpershofen (Endpunkt Etzenhofen) wird auf Kosten der Beigelade­nen ein Park&ride-Platz eingerichtet, der ausreichend dimensioniert ist, um dauerhaft das Verkehrsaufkommen zu bewältigen, wie es eine Endhaltestelle einer Bahnlinie in einem Ballungsraum verursacht. Die Planung des Platzes wird unter Beteiligung der Klägerin durchgeführt.

2.4 Die Haltestelle Walpershofen wird in den Bereich des P&R-Platzes auf die gegenüber­liegende Straßenseite verlegt.

  2.5 Die von der Beigeladenen entsprechend der Nebenbestimmung A III 43 erworbenen Häuser sind abzureißen. Die Haltestelle wird um einige Meter verlegt, so dass der Ra­dius des Gleisbogens in der B 268 vor der Haltestelle (vom Zentrum aus gesehen) weiter gebaut werden kann; die von der Beigeladenen nicht genutzte Fläche ist - vorbehaltlich der Eigentumsverhältnisse - Bestandteil der Planung der Klägerin betreffend den Vor­platz der Riegelsberghalle.  2.6 Die Trasse wird im innerörtlichen Bereich der Gemeinde Riegelsberg durch Stylomer­Technik gegen Erschütterungen und Körperschall abgedämmt.  2.7 Die durch die Plandurchführung notwendigerweise anfallenden Kosten der Verlegung oder Neuerrichtung von Kanälen und Hausanschlüssen für Wasser und Energieversorger trägt die Beigeladene. Die Ausführungsplanung ist so zu erstellen, dass die spätere War­tung dieser Leitungen im Rahmen der technischen Möglichkeiten nicht teurer ist als bis­her.  2.8 Es wird eine Wassertransportleitung DN 200 als "By-Pass" auf Kosten der Beigeladenen gebaut, um während der Bauphase die unterbrechungsfreie Wasserversorgung in allen Gebieten der Gemeinde zu gewährleisten.

2.9 Das im Bereich des Rathauses vorgesehene Unterwerk wird an anderer Stelle ausge­führt, so dass die Planung der Klägerin für eine Erweiterung des Altenheimes gewahrt bleibt.

  2.10 Die Anbindung des Fußwegs aus der Überhofer Straße an die B 268 wird so ausgeführt, dass er mit Rollstühlen und Kinderwagen genutzt werden kann.  2.11 Die Telematik-Strecke wird bis zur Haltestelle Wolfskaulstraße geführt (Trasse in den Fahrbahnen des Individualverkehrs).

2.12 Die Beigeladene richtet im Gebiet der Klägerin auf eigene Kosten einen Ringbusverkehr als Zubringer zur Bahn ein.

  2.13 Die Beigeladene richtet am Haltepunkt Riegelsberg-Süd einen Kurzzeitparkplatz in der Größe von etwa 30 Stellplätzen auf eigene Kosten ein.

2.14 Der "Knoten Bauer" wird so dimensioniert, dass seine Leistungsfähigkeit auch bei einem wachsenden Verkehrsaufkommen und bei der Berücksichtigung des Ringbusver­kehrs gesichert ist.

  2.15 Die landschaftspflegerischen Maßnahmen dürfen Standardwerte nicht unterschreiten. 2.16 Im Falle der Inanspruchnahme des alten Friedhofs wird im innerörtlichen Bereich ein landschaftspflegerischer Ausgleich geschaffen.  3. Die beklagte Partei trägt die Kosten des Verfahrens. Begründung: Die Klägerin greift den Planfeststellungsbeschluss (nachfolgend: "Plan") zum Bau und Betrieb der Stadt­bahn durch Riegelsberg entlang der B 268 und der L 267 (BA I/B4 - BA I/B3.2) vom 6. Februar 2002 an ... Die Klägerin hat durch Schriftsatz vom 17. April 2001 in der damals bekannt gemachten Frist Einwendungen erhoben und Anträge gestellt. Dieses Vorbrin­gen erfolgte in doppelter Hinsicht, nämlich einmal im Hinblick auf das Eigentum der Klägerin und dann im Hinblick auf ihre kommunale Planungshoheit und das Selbstge­staltungsrecht. ... Während des Verfahrens hat die Beigeladene der Klägerin gegenüber keine Zusagen zu den hier fraglichen Punkten gegeben. Eine Einigung im Erörterungs­termin... wurde nicht erzielt ... Den Einwendungen der Klägerin wurde nur begrenzt Rechnung getragen. Die Klägerin verfolgt daher ihr unberücksichtigtes Begehren und ihre Anträge in diesem Verfahren weiter. (SZ 11.04.02)

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"Vorwürfe sind absurd"
Saarbahn-Klage: Gemeinde Riegelsberg wehrt sich gegen SPD-Kritik
Von MARCO REUTHER

  

Riegelsberg. „Absurd" und "reiner Unsinn" seien die Vorwürfe, dass er bei der Klage gegendie Planfeststellung der Saarbahn durch Riegelsberg zu weit vorgeprescht sei, so der ersteRiegelsberger Beigeordnete Horst Altmeyer (CDU). Vertreter der SPD hatten kritisiert, dass  die letztendliche Fassung der Klage, wie sie nun von der Gemeinde Riegelsberg vor dem Oberverwaltungsgericht erhoben wurde, eine Klage "von Saarbahngegnern" sei. Zwar hatte die SPD den in der Klage enthaltenen Verbesserungs-Forderungen an die Saarbahn zuge­stimmt, doch kritisierten die Sozialdemokraten, dass diese Verbesserungs-Forderungen nur "hilfsweise" in der Klage aufgenommen worden waren, während im Hauptantrag die Aufhe­bung des Planfeststellungsbeschlusses gefordert wird (wir berichteten). Dazu CDU-Fraktions­vorsitzender Klaus Funck: "Die CDU-Fraktion beabsichtigt in keiner Weise, eine neue Tras­sendiskussion über die Saarbahn zu eröffnen, beziehungsweise ihren Weiterbau zu verhin­dern." Die Gemeinde, so Altmeyer, der zur Zeit Bürgermeister Lothar Ringle (SPD) vertritt, habe mit der Klage einen im Verwaltungsrecht erfahrenen Anwalt betraut, der die Klage auch juristisch korrekt formuliert habe. Der Klage setze lediglich den einstimmigen Beschluss des Verkehrsausschusses um. Zudem sei die Endfassung der Klage auch vom Verkehrsausschuss-Sprecher der SPD, Horst Finé, gebilligt worden. Funck bezeichnet es als "grotesk", wenn Finé plötzlich "umfalle" und den Antrag zur Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses zurück­ziehen wolle. Eine erneute Diskussion über die Trasse, so auch Altmeyer, sei überflüssig, denn die Entscheidung sei mit der Bürgerbefragung gefallen. Und das werde auch in der Kla­geschrift verdeutlicht. Was die einzelnen Punkte der sachlichen Einwendungen betrifft, so ge­be es auch keine Meinungsverschiedenheiten zwischen den Fraktionen.. "Problematisch an der ganzen Sache ist nur", so Altmeyer, "dass offensichtlich seitens der SPD-Spitze, wohl aus parteitaktischen Gründen, vor der Sitzung des Verkehrsausschusses eine Pressemeldung gegen die Klageerhebung in die Welt gesetzt wurde, während die SPD-Fraktion, wohl in Un­kenntnis dieser Presseerklärung, im Verkehrsausschuss aus sachlichen Gründen der Klage­erhebung und ausdrücklich auch dem Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wir­kung der Klage zugestimmt hat." "Offensichtlich herrscht in der SPD ein heilloses Durchein­ander", ergänzte Funck. Und was sagt die aus 38 DIN-A-4-Seiten bestehende Klageschrift selbst? Gegen Ende heißt es, dass "die Klägerin" (also die Gemeinde Riegelsberg) "die Tras­senführung selbst nicht in Frage stellt". Da aber viele der in der Klage aufgeführten Einzel­punkte im Saarbahn-Plan für die Gemeinde Riegelsberg zu problematisch seien und Mängel aufwiesen, die durch Ergänzungen des Plans nicht zu beheben seien, fordert die Klägerin "die Planaufhebung". Die Argumente sprächen "für die Aufhebung des Planes insgesamt"; denn eine Korrektur des Planes müsste so umfangreich sein, "dass diese in wesentlichen Teilen einer kompletten Neuplanung gleich kommt, daher ist auch insoweit der Plan aufzuheben". Die "Hilfsanträge" (also die einzelnen Verbesserungs-Forderungen) seien für den Fall gestellt worden, dass das Gericht doch zu der Auffassung kommt, dass der Plan ergänzt werden kann. Muss es - zumindest juristischen Laien - nicht sonderbar erscheinen, dass die Planaufhebung so in den Vordergrund gestellt wird? Dazu Altmeyer: "Es ist zweifelhaft, dass der Plan in sei­ner Gänze aufgehoben wird", aber die Klage in ihrer jetzigen Form "erscheint sinnvoll, um das Klageziel zu wahren". Sprich: Wenn man viel verlangt (die Planaufhebung), dann wird schon was dabei rumkommen (wenigstens ein paar der gewünschten Nachbesserungen). Ganz besonders zwei Punkte sollten nachgebessert werden: Die Saarbahn soll verpflichtet werden, ein Doppelhaus im Bereich des Riegelsberghallen-Vorplatzes, zwecks besserer Kurvenfüh­rung, aufzukaufen und abzureißen (was auch einer der wichtigsten Punkte für die SPD ist). Und die Telematik-Strecke (die Schienen verlaufen in der herkömmlichen Fahrbahn) soll bis zur Haltestelle Wolfskaulstraße geführt werden. Altmeyer: "Wir sind für die Saarbahn"; auch sei es notwendig, Entscheidungen schnell herbeizuführen, da der jetzige Zustand Investoren insbesondere im Bereich der Saarbrücker Straße verunsichere. Altmeyer will die Klageerhe­bung in der nächsten öffentlichen Ratssitzung zum Thema machen und auch beantragen, dass die Klageschrift auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht wird. (SZ 10.04.02)

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SPD: "Juristische Spielchen" der CDU
Sozialdemokraten mit Teilen der Riegelsberger Klage gegen die Saarbahn nicht einverstanden
Von MARCO REUTHER

  

Riegelsberg. Ja was denn nun? Will die SPD-Riegelsberg die Saarbahn oder nicht? Dass sich Bürger solche Fragen stellen könnten, befürchtet man bei den Sozialdemokraten, da auch die SPD-Fraktion im Verkehrsausschuss die Klage der Gemeinde gegen den Planfeststellungsbe­schluss des Bauprojektes unterstützte (wir berichteten). Daher betonte der Riegelsberger SPD-Vorsitzende Volker Schmidt in einem Pressegespräch am Donnerstagabend: Man sei ohne Wenn und Aber für die Saarbahn durch Riegelsberg. Der SPD gehe es mit der Klage lediglich darum, Verbesserungen in den Planungen der Saarbahn in zwei ganz konkreten Punkten zu erreichen. Zum einen wolle man, so SPD-Verkehrsausschuss-Sprecher Horst Finé, die Ge­räuschentwicklung durch die Saarbahn so gering wie möglich zu halten. Denn im Planfeststel­lungsverfahren heiße es, als Unterbau der Schienen solle der gleiche Belag verwenden werden wie in der Lebacher Straße in Saarbrücken. Doch sei inzwischen bekannt geworden, dass der so genannte Stylomer-Belag besser den Schall schlucke als das in Saarbrücken angewandte Verfahren. Also fordere man - wie im Punkt 2.5 des Antrags der klagenden Gemeinde Rie­gelsberg geschehen - den Einsatz der Stylomer-Technik, zumal in der Saarbrücker Straße die Bahn viel näher an den Häusern vorbei komme als in der Lebacher Straße; an der engsten Stelle hat die Bahn einen Abstand von 1,50 Meter. Wegen dieses Punktes hält die SPD auch eine "aufschiebende Wirkung" der Klage für berechtigt. Denn wenn die Bauarbeiten erst ein­mal angefangen haben, komme ohne aufschiebende Wirkung der Klage eine Entscheidung der Gerichte zu spät. Zudem könne die Saarbahn die "aufschiebende Wirkung" ganz einfach be­seitigen, indem sie auf die Forderung eingeht. Die zweite Kritik am Planfeststellungsverfah­ren: Im Bereich der Riegelsberghalle zwischen Linden- und Alleestraße "ist der Planfeststel­lungsbeschluss mehr als lau", so Schmidt. Denn in diesem Bereich stehe ein Doppelhaus einer vernünftigen Planung im Weg, und zu diesem Haus heiße es in der Planfeststellung, die Saar­bahn solle es erwerben, "vorausgesetzt, dass die jetzigen Eigentümer die Absicht zum Ver­kauf haben". Diese unkonkrete Vorgabe behindere die Gemeinde Riegelsberg in den eigenen Planungen bezüglich des Vorplatzes der Riegelsberghalle, zumal die meisten Modelle der Platzgestaltung davon ausgehen, dass das Haus abgerissen wird. Würde es stehen bleiben, dann sei auch davon auszugehen, dass es an der dort geplanten Haltestelle sehr eng wird, und auch der Kurvenradius der Trasse sei dann derart eng, dass die Lärmbelästigung durch in den Schienen quietschende Räder noch zusätzlich ansteige. Neben den beiden genannten Punkten nennt der Antrag der Kläger noch vierzehn weitere Punkte, "die wir mittragen", so Finé, auch wenn man bei diesen anderen Punkten nicht unbedingt gute Aussichten auf Erfolg habe. Ganz und gar nicht mittragen wolle man dagegen einen Bestandteil der Klageschrift, der auch so im Verkehrsausschuss nicht zur Sprache gekommen sei: Die beiden oben genannten und sämtli­che anderen Verbesserungsvorschläge tauchen nämlich nur im "Hilfsantrag" auf, diesem Hilfsantrag vorgelagert forderte die Gemeinde Riegelsberg als Klägerin aber im Hauptantrag: "Der Planfeststellungsbeschluss zum Bau und Betrieb der Stadtbahn ... (in Riegelsberg) wird aufgehoben." Und nur wenn dem vor Gericht nicht stattgegeben wird, gehe man zu den Hilfs­anträgen über. "Wenn der Hauptantrag aber angenommen wird", so Finé, "dann werden die Hilfsanträge gar nicht mehr überprüft". "Da ist Horst Altmeyer zu weit vorgeprescht", kriti­siert Schmidt den ersten Riegelsberger Beigeordneten (CDU). Denn da Bürgermeister Lothar Ringle (SPD) in Urlaub war, hatte ihn sein Stellvertreter Altmeyer auch bezüglich der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss vertreten. So, wie die Klageschrift nun aussehe, handele es sich um eine Klage "von Saarbahngegnern", die nicht die Saarbahn-Abstimmung der Bür­ger in Riegelsberg berücksichtige. Schmidt und Finé werfen der CDU vor, dass sie die Abwe‑  senheit des Bürgermeisters ausgenutzt habe, um die Saarbahn-Planungen durch "juristische Spielchen" doch noch zu kippen oder zu verzögern. Finé bemerkt: "Die politische Aussage dieser Klageschrift ist: Riegelsberg will die Saarbahn nicht!" In der nächsten Gemeinderatssit­zung wolle die SPD den Antrag stellen, dass die Klage, soweit sie die Aufhebung des Plan­feststellungsbeschlusses betrifft, wieder zurückgezogen wird. (SZ 06.04.02)

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Bus und Saarbahn rücken zusammen
Fahrkarten werden gegenseitig anerkannt - Nahverkehrskonzept fürs Köllertal präsentiert
Von OTWIN BREDEL

  

Köllertal. Die RSW-Regionalbus Saar-Westpfalz GmbH und die Saarbahn GmbH haben in Saarbrücken einen Vertrag über die gegenseitige Anerkennung von Fahrkarten unterzeichnet. Damit startet am Montag, 25. März, ein neues Nahverkehrskonzept im Köllertal mit An­schluss an die Saarbahn, an dem RSW, Saarbahn und Lay Reisen on Tour beteiligt sind. Am 23. September 2001 rollte die erste Saarbahn an der Endhaltestelle Riegelsberg-Süd ein. Künftig wird es den Fahrgästen möglich sein, mit ihren Fahrscheinen in Riegelsberg-Süd in die Busse umzusteigen und weiterzufahren. RSW-Busse und die Gemeinschaftslinie Lay­Reisen akzeptiert die Fahrscheine der Saarbahn. Mit dem Bus-Ticket kann man umgekehrt die Saarbahn bis Saarbrücken weiter benutzen. Außerdem werden für die Fahrgäste im Köllertal und Großraum Püttlingen mehr Busse als bisher zur Saarbahn in Riegelsberg-Süd angeboten: wochentags alle 30 Minuten. Vor allem die Anbindung Völklingen - Püttlingen wird im Halb­stundentakt gegeben sein, die Anbindung Püttlingen - Riegelsberg-Süd ebenso. Die Haltestel­len Pflugscheid Schule, Pflugscheid Humes und Hixberg Gasthaus Diesinger werden ab Mon­tag von der Saarbahn+Bus-Linie 87 (Ortsbuslinie) und den RSW-Linien 6325, 6326 und 6336 angefahren. Die RSW-Linien enden dann an der Haltestelle Riegelsberg Rathaus. Also kön­nen ab diesem Zeitpunkt alle Fahrgäste mit gültigen RSW-Fahrscheinen alle Linien zwischen Hixberg und Riegelsberg-Süd nutzen. Die Tickets berechtigen zusätzlich zur Nutzung der Saarbahn zwischen Riegelsberg-Süd und dem Saarbrücker Landwehrplatz, damit auch die Schüler, die Saarbrücker Schulen besuchen, nahe ihrer Schule aus- und einsteigen können. Die Anerkennung gilt auch in Saarbrücken an den Saarbahn-Haltestellen Hauptbahnhof, Paul­Marien-Straße/Landwehrplatz über Gutenbergstraße/Luisenbrücke und Hansahaus. Mit dem neuen Bus-Konzept von RSW und Lay-Reisen im Köllertal wird der Marktplatz in Püttlingen zum zentralen Verknüpfungspunkt von RSW- und Ringbuslinien. Fahrgäste der Linie 6310 haben in Heusweiler Anschluss auf die Regional-Buslinie neun nach Lebach. Sonntags bietet die Linie 6336 eine stündliche Direktverbindung von Riegelsberg-Süd über den Püttlinger Markt zur Klinik Püttlingen. Das Wohngebiet Breitfeld wird ohne Umstieg an Riegelsberg­Süd angebunden. Neu ist eine direkte Verbindung zwischen Schwalbach und Püttlingen über die Klinik im Zweistundentakt. Dazu RSW-Geschäftsführer Edwin Weisang: "Die Verbin­dung ist für uns ein Sprung ins kalte Wasser. Wir wissen nicht, wie sie sich entwickeln wird." Eher etwas skeptisch scheint die Saarbahn GmbH zu sein. Geschäftsführer Norbert Walter sagte: "Eine erste Etappe ist mit einem Kompromiss mit den Hauptbusunternehmen erreicht, eine kurzfristige Lösung, Anschlüsse an die Saarbahn herzustellen. Es stellt sich auf Dauer die Frage, wie links und rechts von der sich ausdehnenden Saarbahntrasse der Busverkehr zu ord­nen ist. Wir hoffen, dass unsere Fahrgäste das Umsteigen in Riegelsberg-Süd akzeptieren. Die Bewertung durch unsere Kunden ist uns wichtig." Dazu nochmals Weisang: "Das neue Kon­zept erfüllt viele Wünsche. Die Bevölkerung wird akzeptieren, dass wir mit dem neuen Kon­zept Gutes bringen wollen." (SZ 21.03.02)

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"Saarbahn muss durchs Köllertal"

  Nahverkehrs-Initiative wirft Kritikern unlautere Motive vor und verlangt eine Politik der Ver‑lässlichkeit

Von PETER WAGNER

  

Riegelsberg. Dürfen 50 Bürger 15000 "tyrannisieren"? Natürlich nicht, befindet die Nahver­kehrs-Initiative Köllertal und fährt schwere verbale Angriffe gegen die organisierten Saar­bahn-Kritiker in Riegelsberg. Deren Versuche, den Bau der Bahn durch Riegelsberg madig zu machen, zu verzögern und damit vielleicht sogar zu stoppen (wir berichteten), kommen auf Seiten der Initiative wie ein systematisch betriebenes Zerstörungswerk an. Sie seien also nicht legitim, nicht anständig, wenn man so wolle: sportlich unfair. Auf der Mitgliederversamm­lung der Nahverkehrs-Initiative wurde mehrfach gemutmaßt, Führungspersonen des Vereins zur Verbesserung der Verkehrssituation gehe es um die Befriedigung von Eitelkeiten und Machtdemonstration. Und die Sache sieht für die Eisenbahnfreunde so aus, dass die Saarbahn, wie geplant, über die Bundesstraße 268 durch Riegelsberg fahren müsse. Die meisten Riegels­berger wollten dies, nämlich 66 Prozent, erinnert Sprecher Ralf Waschburger an die offizielle Bürgerbefragung. Wenn die Bahn-Gegner das Ergebnis dieser Umfrage außer Acht ließen und so täten, als sei ganz Riegelsberg kritisch eingestellt, dann sei dies schlechter demokratischer Stil und nicht gerechtfertigte Stimmungsmache, findet die Nahverkehrs-Initiative Köllertal. Diese Gemeinschaft wurde vor etwa 20 Jahren aus einer Abwehrhaltung gegen die Stilllegung der Köllertalbahn gegründet. Die Nahverkehrs-Initiative versteht sich als Gruppe von Idealis­ten, die sich für einen leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr einsetzt. Zu den Mit­gliedern zählen auch Organisationen wie die Naturfreunde oder der Verkehrsclub Deutsch­land. Die Nahverkehrs-Initiative hat dieser Tage erneut kritisiert, dass die CDU-Landesregie­rung von der Saarbahn abkomme. Die Stimmen, die das Projekt in Riegelsberg enden lassen wollten, nähmen zu. Nach dem Landesverkehrs-Entwicklungsplan des Saarlandes handele es sich bei der Trasse von Saarbrücken nach Lebach allerdings um eine "Siedlungsachse". Und deswegen werde diese Bahn auch vom Bund gefördert. Die zu erwartenden Fahrgastzahlen ließen eine gute Beziehung von Kosten und Nutzen erwarten. Eine Saarbahn-Trasse von Saar­brücken nach Völklingen, wie vom Land gern gesehen, kann den Köllertaler Eisenbahnfreun­den natürlich nicht behagen. Sie sehen darin ein Prestigeprojekt ehrgeiziger Politiker, zumal diese Strecke (zum Weltkulturerbe) demnächst mit den neuen S-Bahn-ähnlichen Fahrzeugen der Deutschen Bahn bedient werden könne. Nein, die Saarbahn sei zur Verbesserung der Wohnqualität für die Bürger von Riegelsberg und Heusweiler unbedingt notwendig, sagen die Saarbahn-Befürworter und erinnern auch an die hohen Investitionen an den Rändern der ge­planten Strecke bis Lebach. Die Kommunen und Privatleute, die dort im Vertrauen auf die Ankunft der Bahn Geld in Grundstücke und Immobilien gesteckt hätten, hätten Anrecht auf Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Bei der Mitgliederversammlung wurde vehement der Behauptung widersprochen, die Saarbahn lasse Häuserpreise purzeln. Das Gegenteil sei der Fall. Und in dem Planfeststellungsbeschluss für die Trasse durch Riegelsberg sei intensiv auf alle Einwendungen eingegangen worden. Die Betroffenheit sei "minimiert" worden. Die Saar­bahn sei also, anders als behauptet, kein schädliches Nahverkehrsmittel, sondern eines, das den Bewohnern des Köllertals nutze. (SZ 21.03.02)

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Saarbahn-Kuddelmuddel
Riegelsbergs Rat beschließt einstimmig Klage, Riegelsbergs SPD plädiert für schnellen Bau
Von HELENA JUNGFLEISCH-EHLERT

  

Riegelsberg. Die Gemeinde Riegelsberg, Befürworterin des Projektes Saarbahn, erhebt vor Gericht Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Bauprojektes durch die Gemeinde. Dies teilte gestern Horst Altmeyer, der Erste Beigeordnete der Gemeinde, unserer Zeitung mit. Altmeyer vertritt derzeit Bürgermeister Lothar Ringle, der sich in Urlaub befindet. Der Beschluss, so der Beigeordnete, sei am Montag in der Verkehrsausschuss-Sitzung des Ge­meinderates gefallen, und zwar einstimmig. Sowohl die Vertreter der CDU als auch die der SPD-Opposition hätten in Übereinstimmung mit der Verwaltung den einzelnen Klagepunkten zugestimmt. Neben der Klage soll auch ein Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Klage gestellt werden, will sagen, dass damit der Baubeginn des Projektes unter Umständen auch hinausgezögert werden kann. Wie Horst Altmeyer betonte, werde die Klage vor allem "mit dem Eingriff des Beschlusses in die gemeindliche Planungshoheit" begründet. So sei beispielsweise nach wie vor unklar, ob und wie sich die Haltestelle Riegelsberghalle auf die Gestaltung des Vorplatzes der Riegelsberghalle auswirke, die die Gemeinde, wie be­kannt, in Angriff nehmen möchte. Auflage im Planfeststellungsbeschluss sei, dass die Saar­bahn die beiden Häuser am Vorplatz der Riegelsberghalle erwirbt. Jedoch sei nicht geregelt, was mit den Häusern hinterher geschehe. Auch der von der Gemeinde für notwendig erachtete Park&ride-Platz in Etzenhofen sei in die Planung nicht aufgenommen worden. Altmeyer: "Wir müssen solche Verhältnisse vermeiden, wie sie durch unzureichende Planung am Fried­hof entstanden sind." Nächster Kritikpunkt der Gemeinde ist die Herabstufung des Russenwe­ges zur Gemeindestraße. Gegen einen solchen Entscheid hatte die Gemeinde bereits vor Jah­ren erfolgreich geklagt. Während der Bauphase müsse in der Saarbrücker Straße auch eine neue Wasserleitung gelegt werden, um die Bürger mit Frischwasser zu versorgen. Norbert Walter, Geschäftsführer der Stadtbahn Saar GmbH, habe stets betont, dass auf die Gemeinde keine weiteren Kosten zukommen, jetzt aber fordere er eine Beteiligung der Gemeinde an den Kosten. Klaus Funck, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat, nennt die Prozent­zahl: 40 Prozent der Kosten soll demnach die Gemeinde tragen. Die Begründung mit Vorteils­ausgleich treffe, so Altmeyer, nicht zu, da Riegelsberg keine neue Wasserleitung benötige. Funck fragt gar: "Was ist, wenn man sich nicht einigt? Sollen wir dann die Wasser- und Ka­nalgebühren für die Bürger erhöhen, vielleicht sogar verdoppeln?" Diese Geschichte gehe doch wohl mit dem Verursacher, sprich der Stadtbahn-Gesellschaft, nach Hause, ist sich Funck sicher. Doch während sich die Fraktionen am Montag gemeinsam zur Klage durchge­rungen haben, geht die SPD Riegelsberg eigene Wege. In einer Pressemitteilung begrüßen Landtagsabgeordneter Volker Schmidt, Vorsitzender der Riegelsberger Sozialdemokraten, und Ralf Künzel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat, ausdrücklich den vorlie­genden Planfeststellungsbeschluss zum Saarbahnbau durch Riegelsberg über die B 268 nach Walpershofen. Sie fordern die Landesregierung und die Saarbahn-Gesellschaft auf, zügig den Bauabschnitt zu realisieren. Beide erklären darin: "Die Verzögerungstaktik so mancher Saar­bahngegner in der Gemeinde und im Land darf nicht aufgehen. Der zügige Weiterbau ist der deutliche Wunsch der Mehrheit der Riegelsberger Bürgerinnen und Bürger." Die Planfeststel­lungsbehörde habe im Beschluss deutlich gemacht, dass der Saarbahnbau die Emissionsbelas­tungen in Riegelsberg um 30 Prozent vermindere und die Gemeinde beim Durchgangsverkehr entlaste, heißt es weiter. Der Bau der Bahn sei von großer Bedeutung für die Weiterentwick­lung von Riegelsberg. Schon heute belegten die steigenden Grundstückspreise sowie eine Rei­he von Geschäfts-Neueröffnungen und Geschäfts-Erweiterungen die Erwartungen, die an den Saarbahn-Bau durch Riegelsberg geknüpft würden. Ein Abhängen von der Saarbahn gefährde  die Zukunft der Gemeinde. "Die Erfolgsstory der Saarbahn darf nicht vor Riegelsberg enden", so Volker Schmidt. Die Partei fordert, dass künftig am Ende des Russenweges Park-and-ride­Plätze entstehen und nicht in Riegelsberg-Süd. Der Planfeststellungsbeschluss enthalte eine Reihe von Verbesserungen für die Riegelsberger Bürger. Vor allem sei auch der Lärmschutz für die Anwohner gewährleistet. (SZ 21.03.02)

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SPD fordert ein Machtwort Müllers
Ministerpräsident soll für Klarheit über den Weiterbau der Saarbahn bis Lebach sorgen
Von BERNHARD GEBER

  

Heusweiler/Riegelsberg. Im Jahr 2004 wird die Saarbahn in Lebach einfahren. So erwartet es Bürgermeister Nikolaus Jung (CDU). Derzeit steht der Ausbau vor Riegelsberg. Die weiteren Stationen sind ins Gerede geraten, zumal sich in Riegelsberg Anlieger gegen den Weiterbau wehren wollen. In Heusweiler fürchtet man das Schlimmste. Rainer Ziebold, Ortsvorsteher und SPD-Bürgermeisterkandidat, sagte in einem Gespräch mit unserer Zeitung, Gegner des Projektes auf Landesebene wollten nun offenbar das Machtvakuum ausnutzen, das durch die Zerstrittenheit innerhalb der Heusweiler CDU entstanden sei. Wenn Minister untereinander über den Vorrang von Strecken uneins seien, sei Ministerpräsident Peter Müller gefordert, für Klarheit zu sorgen. Hermann Bär, Ortsvorsteher von Eiweiler und offizieller Bürgermeister­kandidat der Heusweiler CDU, forderte ebenfalls eine verbindliche Klärung. Er erklärte gegenüber unserer Zeitung, die Saarbahn sei "für alle interessant". Zusammen mit Bus-Zu­bringerlinien verbessere sie die Anbindungen in viele Richtungen und entlaste die Straßen vom Individualverkehr. In diesem Sinne hatte auch der Heusweiler Gemeinderat einstimmig beschlossen. Ziebold unterstrich die Vorleistungen der Gemeinde. Heusweiler habe auf den Bau einer Umgehungsstraße verzichtet. Das Niveau des Marktes sei für die Saarbahn um rund einen halben Meter angehoben worden, und die gesamte Entwicklungsplanung der Gemeinde sei auf die künftige Saarbahn-Trasse ausgerichtet. In Riegelsberg hat derweil die SPD erklärt, die Verzögerungstaktik mancher Saarbahngegner in der Gemeinde und im Land dürfe nicht aufgehen. Volker Schmidt, Landtagsabgeordneter und Parteivorsitzender, und SPD-Fraktions­chef Ralf Künzel sagten, der zügige Weiterbau sei der deutliche Wunsch der Mehrheit der Bürger. Anke Heimes, verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, erklärte demgegenüber, die Landesregierung müsse sich an Recht und Gesetz halten. Die Verzögerun­gen seien durch Klagen von Bürgern entstanden, die ihre legitimen Rechte wahrnähmen. Über weitere Strecken werde erst nach Vorlage des Gutachtens zum Saarbahn-Ausbau diskutiert. (SZ 20.03.02)

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Kein Boden für die Saarbahn

Seit August 1995 wehren sich Riegelsberger erfolgreich gegen das Großprojekt
- Schlechte Karten für Lebach

Von PETER WAGNER

  Riegelsberg. Das Eisenbahnkreuzungs-Gesetz zu kennen, wäre für die überwältigende Mehr‑heit der Deutschen unerquicklich. Keiner braucht dieses Wissen wirklich. Wer aber gegen die  Saarbahntrasse über die Bundesstraße 268 in Riegelsberg zu Felde zieht, findet in dem Text treffsichere Munition. Nicht dass damit das Projekt anzuhalten oder zu brechen wäre, aber wer auf buchstabengetreue Einhaltung der Vorschriften in besagtem Gesetz besteht, kann - ein weiteres Mal - an den Nerven der Saarbahn-Betreiber rütteln und den Lauf der Dinge zumin­dest verzögern. Bremsen, lähmen, blockieren, bis der Gegenseite die Luft ausgeht oder die Lust vergeht, das ist jedenfalls das Mittel, mit dem seit August 1995 ein Riegelsberger Verein und ein klagebefugter Ableger gegen das Nahverkehrsprojekt antreten. Diese Leute kennen natürlich das Eisenbahnkreuzungs-Gesetz. Und ihre Hinhaltetaktik hat sich bislang ausge­zahlt, wie die unvermindert einsatzbereite "Interessengemeinschaft zur Wahrung ihrer Rechte beim Bau der Saarbahn" bei ihrer Versammlung befand. "Hätten wir alle gewähren lassen, würde die Bahn schon durch Riegelsberg fahren", erinnerte Vorsitzender Günther Stamann an ursprüngliche Planungen. Den Kampf gegen den großen Gegner sieht er sportlich: "Die Ge­sellschaft will eine Bahn bauen, wir wollen Riegelsberg so lassen, wie es ist." Mittlerweile muss auch ein Baubeginn 2003 in Riegelsberg als fraglich gelten. Ob das Nahverkehrsmittel je in Lebach ankommen wird, darf immer mehr bezweifelt werden. Denn je beharrlicher die Widerstände in Riegelsberg, desto nachdrücklicher muss nach einer Ersatzroute gesucht wer­den, damit die aus Berlin fließenden Zuschüsse nicht verfallen. Wenn nicht gebaut wird, kann auch kein Geld mehr abgerufen werden. Völklingen liegt nach Informationen unserer Zeitung besser im Rennen als Lebach. Zumal durch den Ausbau des Wemmetsweiler Bogens die rich­tige Eisenbahn, also die Deutsche Bahn, zwischen Lebach und Saarbrücken schneller fahren wird, als die Saarbahn es je vorhatte. Ob gegen den Bau bis Lebach im Übrigen die mutmaß­lich instabile Brücke (Viadukt) in Heusweiler-Eiweiler sowie der zu schmale Tunnel in Le­bach-Landweiler sprechen, wird Gegenstand eines Gutachtens sein, das die saarländische Landesregierung im April vorstellen will. Ob die Saarbahn bis Lebach fährt, ist für die Rie­gelsberger Kritiker allerdings zweitrangig. Sie versuchen das wirtschaftlich fragwürdige Vor­haben zu geißeln, die Bahn in Heusweiler quasi verhungern zu lassen, aber vorher noch durch Riegelsberg zu quetschen, anstatt sie mitsamt einer (übrigens seit gut 25 Jahren ersehnten) Südumgehung Riegelsberg anzulegen. Nach Berechnung der Riegelsberger Kritiker würde der Streckenbau durch die Gemeinde 10,2 Millionen Euro pro Kilometer kosten, insgesamt 54 Millionen Euro. Bevor die Planfeststellung dieser Tage in die entscheidende Phase tritt, haben sich die Riegelsberger Widerständler wieder etwas Neues einfallen lassen: Alle Kaufangebote für Grundstücke, die die Saarbahn-Gesellschaft braucht, sollen in den Wind geschlagen wer­den, kein Quadratmeter wird freiwillig hergegeben. Stattdessen wollen die Betroffenen die Enteignungsverfahren über sich ergehen lassen. Das zögert den Bau hinaus, stellt aber den einzelnen Grundstückseigentümer finanziell nicht schlechter. Jeder bekommt mindestens das, was ihm der Staat heute schon gütlich bietet. Im Übrigen werden fünf oder sechs in ihren Rechten besonders eingeschränkte Riegelsberger vor dem Oberverwaltungsgericht klagen, stellvertretend für alle und bezahlt von der Gemeinschaft. Alle Mängel der Planfeststellung (Verkehrssicherheit, Lärm, Schäden an Gebäuden) sollen zeitaufwendig "gehoben" und auf­gearbeitet werden. Beispielhaft sei der Geschäftsmann erwähnt, der fünf von sieben, teuer an­gelegten Parkplätzen vor seinem Laden verlöre. Der Verein zur Verbesserung der Verkehrssi­tuation in Riegelsberg (VVV) wirft der Saarbahn-Gesellschaft vor, Versprechungen nicht ein­zuhalten. So sei immer wieder gesagt worden, Riegelsberg entstünden keine Kosten durch die Saarbahn. Nun solle die Gemeinde aber mit eigenem Geld einen Park&ride-Platz bauen. Rie­gelsberg-Süd, derzeitiger Endpunkt der Bahn, wird werktäglich von Pendlern heftig "be­parkt". Gegenmaßnahmen" von Gemeinde und Privatleuten muten bisweilen skurril an, etwa wenn frisch gefällte Bäume als Absperrungen von Rasenflächen benutzt werden. Der Park&ride-Platz in Von der Heydt ist ebenfalls regelmäßig "dicht". (SZ 14.03.02)

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Parkplatzproblem in Walpershofen
Zu viele Saarbahn-Pendler? - Ortsrat plädiert für Parkscheiben-Regelung

  

Walpershofen (ae). Die Walpershofer Ortsratsmitglieder waren sich einig, dass hinsichtlich der Situation an den gemeindeeigenen Parkplätzen am Hirtenbrunnen und an der Sparkasse etwas getan werden müsse. Die Beschwerden der Walpershofener Bevölkerung häuften sich wegen der Zustände dort, war in der Diskussion zu hören. Beide Parkplätze würden von Dauerparkern belegt, insbesondere von solchen, die von ihren Autos in die Busse der Saar­bahn umsteigen. "Wir müssen schon jetzt damit beginnen, den Park-&-ride-Verkehr aus dem Ort zu verdrängen, der noch zunehmen wird, wenn die Saarbahn durch Walpershofen fährt", warnte Ortsvorsteher Günther Reineck (SPD) davor, das Problem auf die lange Bank zu schieben, und dafür erntete er beifälliges Nicken von SPD- und CDU-Fraktion. Beschlossen wurde deshalb, dafür einzutreten, dass auf beiden Parkplätzen eine Parkscheiben-Regelung eingeführt wird, so dass eine Kontrolle durch den Hilfspolizisten der Gemeinde Riegelsberg möglich wird. In der Ortsmitte von Walpershofen ist der Ortsplan von Gesamt-Riegelsberg verschwunden, nachdem der Vertrag mit der Werbefirma, die die Tafel dort errichtet hatte, ausgelaufen war. Ein neuer Ortsplan konnte nicht mehr erstellt werden, da das Unternehmen keine Werbeträger für die Finanzierung einer neuen Karte fand. Die Firma habe sich jedoch bereit erklärt, zum Preis von 370 Euro einen neuen und aktualisierten Ortsplan von der ge­samten Gemeinde zur Verfügung zu stellen, hieß es im Ortsrat. Einstimmig beschlossen daher die Ratsmitglieder, diesen Betrag für den Riegelsberger Haushalt 2002 zu beantragen. (SZ 28.01.02)

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Umsteigen unterstützen !

  Erfreut stellt die Nahverkehrsinitiative Köllertal fest, dass seit der Inbetriebnahme der Saar­bahn bis Riegelsberg doch eine beachtliche Anzahl von Autofahrern und Autofahrerrinnen be­reit sind vom Auto auf die Saarbahn umzusteigen. Diesen positiven Trend gilt es von allen Seiten zu unterstützen. Insofern freut es, wenn nun selbst der Riegelsberger Verein zur Ver­kehrsverbesserung dies erkennt und ein attraktives Parkkonzept zur Saarbahn einfordert. Doch sei dabei auch daran erinnert, dass der Verein einst die Bahn ja verhindern oder zumindest weit um Riegelsberg herum führen wollte. Doch scheint nun ein Umdenken dazu begonnen zu haben. Um das vorhandene Parkplatzproblem um den Haltepunkt Riegelsberg-Süd zu ent­schärfen muss wirklich etwas geschehen. Deshalb hatten sich Vertreter der Nahverkehrsinitia­tive vor Kurzem auch wegen diese Punktes direkt an den Saarbahn-Chef Walter gewandt und eine Lösung gefordert. Seitens der Saarbahn wurde zugesichert mit der Stadt Saarbrücken in Heinrichhaus die Stellplätze zu verdoppeln. Allerdings gibt es die Rechtslage nicht her, dass die Saarbahn selbst PR-Plätze anlegt. Dies muss von Seiten der Kommunen geschehen, die dazu entsprechende Zuschüsse von Bund und Land erhalten. Die Saarbahn, so Walter, wird dies natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften unterstützen. Seitens der Saar­bahn wurde darauf verwiesen, dass man ja drei Lokalbuslinien weitestgehend auf eigene Kos­ten in Riegelsberg betreibt, auch die Anfahrt mit dem Auto zu vermeiden. Bereits vor Jahren wurde aber auch die Parksituation in Riegelsberg von ihr angesprochen sowie Pläne dazu der Gemeinde unterbreitet. Doch kam dazu keine Mehrheit im Riegelsberger Rat zustande. Die Nahverkehrsinitiative fordert deshalb die Mehrheit im Riegelsberger Rat auf, sich nicht weiter der Saarbahn zu verweigern, sondern mit der Saarbahn ein Parkkonzept zumindest proviso­risch für die Umsteiger zu realisieren. Dabei sind natürlich die Belange der Friedhofsbesucher als auch des Ortsbildes zu berücksichtigen damit keine Riesenparkanlage entsteht. Auch muss  an die Umsteiger appelliert werden doch die Zubringerbusse zu benutzen und ggf. vorher an vorhandenen Stellen zu parken. Die beste Lösung aber ist nach Ansicht der Nahverkehrsinitia­tive allerdings der umgehende Weiterbau der Saarbahn Richtung Lebach damit das Problem in Riegelsberg entschärft wird. (RWP 20.12.01)

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Ortsrat: Autos müssen runter
Riegelsberger wollen wildes Parken auf Grünflächen am Saarbahn-Haltepunkt verhindern
Von ROBERT BALTES

  

Riegelsberg. Der Riegelsberger Ortsrat will massiv gegen das wilde Parken am Saarbahn-Hal­tepunkt Riegelsberg-Süd vorgehen und forderte deshalb auf Antrag der CDU-Fraktion die Ge­meindeverwaltung einstimmig auf, das Parken auf Grünflächen in diesem Bereich ab dem 1. Januar 2002 zu verhindern. Mit der Feststellung, dass die Art, wie in diesem Bereich geparkt werde, Bevölkerung und Kommunalpolitiker ärgere, eröffnete Ortsvorsteher Dr. Volker Christmann die Debatte. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung räumte Helmut Altpeter ein, dass die Situation zwar unbefriedigend sei, dass man sie aber nicht entschärfen wolle, um zu ver­meiden, dass Saarbahnbenutzer ihre Fahrzeuge in Wohngebieten abstellen. Per Handzettel ha­be man auf die Parkmöglichkeiten am Heinrichsaus hingewiesen, wo 50 Parkplätze zur Verfü­gung stehen, und man habe inzwischen von der Stadt Saarbrücken erfahren, dass sie bemüht sei, dort weitere 30 Parkplätze zu schaffen. Fred Feld, der Chef der CDU-Fraktion, forderte Maßnahmen, um im Bereich des Friedhofes und des Saarbahn-Haltepunktes "ein geordnetes Parken für die Friedhofsbesucher und für die Nutzer der Saarbahn zu ermöglichen". Dabei sei das Entscheidungsrecht der Gemeinde hinsichtlich der Planung und der Gestaltung zu beach­ten, unabhängig davon, wer die zu schaffenden Parkmöglichkeiten bezahle. Es sei zu befürch­ten, dass die Gemeinde für neue Parkplätze am Haltepunkt ebenso zur Kasse gebeten werde wie für die Verlegung von Versorgungsleitungen, die der Bau der Bahnstrecke durch Riegels­berg erforderlich mache. Für die SPD-Fraktion räumte ihr Sprecher Reinhold Roos ein, dass die Situation im Bereich von Friedhof und Haltepunkt unbefriedigend sei. Sie werde sich aber durch die von der Stadt Saarbrücken geplanten Parkplätze am Heinrichsaus sicher entschärfen und sie werde noch besser, wenn die Bahn einmal durch Riegelsberg fahre und der Ortsgrenze von Walpershofen zu Köllerbach ein weiterer Park-and-Ride-Platz vorhanden sei. Beigeord­neter und Ortsratsmitglied Horst Altmeyer rief in Erinnerung, dass Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Walter mehrfach zugesagt habe, dass keine Kosten auf die Gemeinde zukämen. Von all dem sei heute nicht mehr die Rede. "Riegelsberg wird Parkplatz für den Großraum Saar­brücken", befürchtete Altmeyer. Die SPD-Fraktion verschloss sich letztlich nicht den Argu­menten der Gegenseite. (SZ 07.12.01)

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"Saarbahn kostet die Gemeinde viel Geld"

  Riegelsbergs Ortsvorsteher Dr. Volker Christmann (CDU) fordert, die Parksituation am Fried‑hof neu zu ordnen

Von HELENA JUNGFLEISCH-EHLERT

  

Riegelsberg. Die Situation ist alles andere als zufriedenstellend: Autos stehen auf der Wiese, parken am Rand der Saarbrücker Straße und zuweilen auch in den Wald hinein (wir berichte­ten). Seit Eröffnung der Saarbahn-Haltestelle Riegelsberg-Süd am 23. September ist wildes Parken am Friedhof der Köllertalgemeinde an der Tagesordnung. Ortsvorsteher Dr. Volker Christmann, CDU-Fraktionsmitglied im Gemeinderat, ärgert sich über diesen Zustand. "Um die sich anbahnende Situation in Riegelsberg-Süd zu meistern, müssten die Pläne für Parkflä­chen längst fertig und die notwendigen Baumaßnahmen bereits begonnen haben", schrieb er schon im Februar in der CDU-eigenen Postille. Statt dessen werde kein Gedanke daran ver­schwendet, wie der Anschluss des Autoverkehrs an den öffentlichen Personennahverkehr ge­regelt werden könne. Dieses Versäumnis führe dazu, dass am Ortseingang "eine wilde Par­kerei einsetzt, die niemand verhindern kann". Maßnahmen, die ein geordnetes Parken von Friedhofsbesuchern und Saarbahn-Nutzern ermöglichen, seien dringend erforderlich. Der überlastete Park&ride-Parkplatz in Von der Heydt müsse ausgebaut werden, und der Ortsein­gang Riegelsbergs sei als "Visitenkarte" der Gemeinde optisch ansprechend zu gestalten. Christmann schätzt, dass die Gestaltung eines Parkplatzes in Riegelsberg-Süd gut 500000 Euro (eine Million Mark) verschlingen wird, von denen die Gemeinde ein Viertel tragen müs­se. Schon hier zeige sich, dass die politischen Versprechen der Saarbahn-Befürworter, dass auf die Gemeinde keine Kosten zukommen, nicht haltbar seien. Wenn die Saarbahn-Trasse durch die B 268 gebaut werde, stünden zusätzlich anteilige Kosten der Gemeinde für das Ver­legen einer Wasserleitung sowie für den Ersatz des Abwasserkanals in der B 268 an. Nach dem aktuellen Stand der Diskussion drohe der geplante Bau der Saarbahn durch Riegelsberg zu einer erheblichen finanziellen Belastung der Gemeinde zu werden, befürchtet der Ortsvor­steher. Dieses Geld fehle in der Gemeindekasse für die Förderung der örtlichen Vereine, für die Pflege der eigenen Straßen und Plätze, für Kindergärten und Schulen. Auch drastische Er­höhungen der Wasser- und Abwassergebühren seien, davon geht Christmann aus, zumindest längerfristig programmiert, "da sich die oben genannten Kosten für Versorgungsleitungen in den Haushalten der jeweiligen Eigenbetriebe niederschlagen". (SZ 04.12.01)

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"2004 sind wir in Lebach"
Saarbahn-Chef zu Ausbauplänen und Parksituation

  

Riegelsberg (ll). Seit die Saar-Bahn bis Riegelsberg-Süd führt, herrscht dort Verkehrschaos. Das tägliche Bild in Nähe der Haltestelle: Autos stehen in der Grünanlage, direkt neben der Seilscheibe. Zugestellt ist auch der Parkplatz des benachbarten Friedhofes. Denn: Am vorläu­figen Saarbahn-Endhaltepunkt gibt es keinen "Park-and-ride-Platz". Die neuesten Zahlen be­sagen, dass auf dem Abschnitt Riegelsberg bis Rastpfuhl täglich 820 Fahrgäste mehr ein- und aussteigen, als vor einem Jahr. Zur Zeit fahren täglich knapp über 41100 Leute mit der Saar­bahn. "Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass es in Riegelsberg-Süd keinen solchen Platz gibt", sagte Stadtbahn-Geschäftsführer Norbert Walter jetzt vor Pressevertretern. Schon bei den ersten Planungen sei dieses Szenario absehbar gewesen, so Walter. Daher habe die Stadt­bahn Saar bereits im Jahre 1992 der Gemeinde Riegelsberg empfohlen, einen Park-&-ride­Platz anzulegen. Der Gemeinderat aber habe dies abgelehnt. Der Rat habe sogar den Grund­satzbeschluss gefasst, dass auf dem Gebiet der Gemeinde keine solche Anlage geduldet wer­de, betonte Walter. Die Forderung, die Gesellschaft sei für den Bau des Platzes verantwort­lich, konterte Walter mit folgendem Hinweis: "Park-&-ride-Plätze werden aus Mitteln des Ge­meindeverkehrsfinanzierungsgesetzes ( GVFG) bezuschusst." Laut Walter können sie daher ausschließlich von Gemeinden oder Gebietskörperschaften gebaut werden. Walter weiter: "Während des gesamten Planungsprozesses haben wir die Gemeinde wiederholt darauf auf‑  merksam gemacht, dass mit der Eröffnung der Haltestelle Riegelsberg-Süd ein enormer Park­druck entsteht." Und noch mehr. Norbert Walter: "Ein von uns beauftragtes Planungsbüro hat am 6. Juni der Riegelsberger Verwaltung drei Konzeptskizzen für eine Park-&-ride-Anlage vorgestellt." Seit Juli liege der Gemeinde ein Angebot vor. Ein Auftrag sei aber bisher nicht erteilt worden, bedauerte Walter. Die Kosten für die Anlage von 80 bis 100 Parkplätzen bezif­ferte er auf 750000 bis 900000 Mark. Davon müsse Riegelsberg 25 Prozent zahlen, 75 Pro­zent das Land. Für die Stadtbahn Saar gebe es keinerlei Rechtsgrundlage, eine derartige Anla­ge zu bauen, stellte der Geschäftsführer fest. Sowohl für den Bauantrag als auch für die För­deranträge sei alleine die Gemeinde zuständig. Walter betonte: "Wir wollen keine Konfronta­tion." Aber: "Wir wären froh, wenn die Riegelsberger endlich ihrer Pflicht nachkämen." Zur Zeit drücke die Polizei noch alle Augen zu. "Aber irgendwann wird sie den Zustand in Rie­gelsberg-Süd nicht mehr tolerieren." Norbert Walter korrigierte auch die Kostenschätzungen für den Bau der Bahn, über die in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Er sagte: "Gegenüber den 1997 angesetzten Kosten beinhalten die im Dezember 2000 berechneten 83,3 Millionen Mark die jährliche Preissteigerungsrate und die Anpassung an die Planung." Walter betonte: "2004 ist die Saarbahn in Lebach". Noch im Dezember sei die Planfeststellung fertig. Danach erfolge sofort die Ausschreibung. Walter: "Im nächsten Jahr bauen wir in Riegelsberg." Wal­ter Keudel, der andere Saarbahn-Geschäftsführer, sagte: "Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben wir im Oktober 2001 bei Saarbahn+Bus rund 10000 Tageskarten mehr verkauft." (SZ 03.12.01)

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Saarbahn, Saarbahn und kein Ende
Emotional geladen war die Mitgliederversammlung des VVV in Riegelsberg
Von NINA LONCAR

  

Riegelsberg. Insbesondere die Saarbahn war - natürlich - ein Thema in der Mitgliederver­sammlung des "Vereins zur Verbesserung der Verkehrssituation in Riegelsberg" ( VVV). Die Vorstands-Neuwahlen gingen flott und meist einstimmig über die Bühne. Wie zu erwarten, wurde Heribert Schmidt in seinem Amt als erster Vorsitzender bestätigt. Der Vorstand blieb der alte, die Stellen von Schriftführer, Kassen- und Pressewart erfuhren keine personellen Än­derungen. Zu Gast in der Sitzung waren Vertreter der "Bürgerinitiative Lebacher Straße" aus Saarbrücken. Sie referierten über die, für Riegelsberger Anwohner der Saarbahn-Trasse mög­licherweise zu erwartende, Lärmbelastung durch die Saarbahn. In der Diskussion wurden von den Anwohner der Lebacher Straße, die kurz zuvor bei der Bahn-Verwaltung Anträge auf fi­nanziellen Ausgleich für erhöhte Schallschutz-Maßnahmen eingereicht hatten, viele Unstim­migkeiten angesprochen. Die Rede war auch vom Lärm der Saarbahn-Klimaanlage und "lau­tem Rauschen" der Motor-Kühlaggregate. Viele Fragen wurden daraufhin laut, und Heribert Schmidt gab zu bedenken, dass etwa 120 Häuser entlang der B268, falls die Saarbahn diese Strecke in Zukunft passieren wird, dann einer stark erhöhten Lärmbelastung ausgesetzt sein würden: "Da die Saarbahn durch die Saarbrücker Straße kaum einmal ebenerdig oder gerade­aus fahren wird, sondern quietschende Kurvenfahrt, sowie Berg- oder Talstrecken dominie­ren, werden wir mit einem erhöhten Lärmpegel, nicht nur entlang der B268, rechnen müssen." Vor allem haben die VVV Mitglieder Angst davor, dass es ihnen so ergehen könnte wie ihren Kollegen von der Saarbrücker Bürgerinitiative, die erzählten nämlich, dass sie beinahe jede Nacht zwischen Mitternacht und ein Uhr früh durch quietschende, in Weichen einfahrende und bremsende Saarbahnzüge aus dem Bett geworfen würden. Auch wurde im Laufe des Abends der Ruf nach einer Lösung des Parkplatzproblems am Riegelsberger Friedhof laut  (wir berichteten). Hier meldete sich Bernd Wegner, Landtagsabgeordneter und Gemeindever­bands-Vorsitzender der CDU Riegelsberg zu Wort und berichtete, dass dieses Problem auch im Riegelsberger Gemeinderat heftigst diskutiert wird. Gemeinderats-Mitglied und Versamm­lungsleiter Horst Altmeyer erklärte, dass die Gemeinde Riegelsberg nach einer langfristigen Lösung des Problems suche, möglicherweise ein ordnungsgemäßer "Park&ride-Platz" die Lö­sung sei. Die dadurch entstehenden Kosten dürften jedoch keinesfalls nur zu Lasten der Ge­meinde gehen. Dieses Thema ließ die Emotionen im Raum heftig überschwappten, und Argu­mente wurden teilweise sehr heftig vorgetragen. Mit Fortschreiten der Veranstaltung konnten die Gäste auch Einblicke in die, für viele Bürger unbefriedigende, Kostensituation im Rahmen des Saarbahn Weiterbaus gewinnen. "Etwa 106 Million Mark wird die 5,3 Kilometer lange Teilstrecke Riegelsberg Süd bis Etzenhofen kosten, das sind pro Kilometer etwa 20 Millionen Mark", sagte Heribert Schmidt, der es, wie viele VVV-Mitglieder, gerne sehen würde, wenn stattdessen eine mit der Bahn gebündelte Südumgehung in den Rahmen des Möglichen rü­cken würde. "Von den 23000 Autos, die heute täglich durch Riegelsberg rollen, bleiben, auch wenn die Saarbahn die B268 schließlich bedient, immer noch etwa 17000 Wagen, die unseren Ort jeden Tag durchfahren. Da stellt sich doch die Frage, wie unsere Gemeinde es schaffen soll, mit einer solchen Verkehrsstruktur zu bestehen." Angesichts des immer noch in der Schwebe hängenden Planfeststellungsverfahrens für diese Strecke, das wohl den Jahreswech­sel nicht ganz schaffen und so zum "Faasebooze" werden wird, bleibt aber noch reichlich Zeit, weiterhin Vorschläge zu unterbreiten. (SZ 29.11.01)

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Für den Fall der Saarbahn-Fälle

Was tun, wenn ein Saarbahn-Zug aus den Gleisen springt?
- Feuerwehr übte Hilfe in kritischen Situationen

Von SIMON AVENIA

  

Riegelsberg/Saarbrücken. Das Aufgabengebiet, das Freiwillige Feuerwehren zu bewältigen haben, wächst heutzutage rasant an. Jüngstes Beispiel dafür ist eine Vorführung der Berufs­feuerwehr Saarbrücken, bei der die Feuerwehr Riegelsberg zusehen konnte. Die Übung der Wehrleute befasste sich nämlich mit eben einer solchen neuen Aufgabe: Hilfe zu leisten bei einem eventuellen Unfall der Saarbahn. Die fährt mittlerweile bis zum Haltepunkt Riegels­berg-Süd, später einmal soll sie weiter durch den Ort bis nach Lebach verkehren. Was den Be­nutzern von öffentlichen Verkehrsmitteln eine Erleichterung scheint, bringt die Riegelsberger Feuerwehrleute ins Grübeln: Was ist, wenn sich mal ein Unglück im Zusammenhang mit der Straßenbahn ereignet? Vorgekommen ist es im Raum Saarbrücken schon des Öfteren, meist handelte es sich um Kollisionen der Bahn mit Fußgängern oder Autos. Bei ersterem gestaltet es sich äußerst problematisch, eine unter der Bahn liegende verletzte Person zu befreien; bei letzterem ist die Gefahr groß, dass das Schienenvehikel die vorgegebene Strecke verlässt und entgleist. Für diese beiden Fälle besitzt die Berufsfeuerwehr Gerätschaften, um schnell helfen zu können. Aber: Das Einsatzgebiet endet eigentlich an den Stadtgrenzen Saarbrückens, so dass Riegelsberg im Falle eines Falles genau genommen außen vor bliebe, was den Einsatz des modernen Geräts betrifft. Doch: "Wenn einmal was mit der Saarbahn sein sollte, leisten wir unseren freiwilligen Kollegen natürlich auch über die Stadtgrenzen hinaus Schützenhilfe", verspricht zu Beginn der Vorführung Jürgen Reiber, seines Zeichens Einsatzleiter der Berufs­feuerwehr. Mit der Demonstration sollte den Freiwilligen Wehrleuten nicht nur gezeigt wer­den, wie schlagfertig man ist, sondern auch, wie die Riegelsberger im Ernstfall den Einsatz so gut wie möglich vorbereiten können. Für den Einsatz-Test begab man sich auf ein Gleis nahe  der St.-Josefs-Brücke in Saarbrücken, das nur für Messefahrten genutzt wird. Die Saarbahn-Gesellschaft stellte eines ihrer Fahrzeuge bereit, und schon konnte es losgehen. Die benötig­ten Spezial-Gerätschaften befinden sich in einem Einsatz-Container, der von einem Lkw transportiert wird und bei Bedarf direkt am Einsatzort abgestellt wird. "Zunächst", erklärte Jürgen Reiber, "setzen wir uns mit der Saarbahngesellschaft oder der Deutschen Bahn in Ver­bindung und lassen den Strom abschalten." Gesagt, getan: Über Funk wurde der Bahnbetrei­ber informiert, kurze Zeit später fliegt ein Relais am Strommast raus. Ein Feuerwehrmann prüft, ob tatsächlich "tote Hose" ist. Jetzt wird die Oberleitung geerdet, indem man sie über ein Kabel mit der Schiene kurzschließt. Nun kann die Saarbahn in Angriff genommen werden. "Links und rechts am Wagen werden jetzt Haltebolzen rausgezogen, die einzig stabilen An­griffspunkte, um die Bahn zu heben", schildert Reiber das Vorgehen seiner Mannen. Dann werden dicke Bretter auf dem Schotter unter den Bolzen platziert, um den Untergrund für die eigentlichen "Wagenheber" zu ebnen: Die Berufs-Feuerwehrleute postieren zwei hydraulische Hebestempel unter den Bolzen, die Schläuche der Geräte führen zu einem Kompressor mit mehreren Hebeln. "Wichtig ist, dass beide Seiten gleichzeitig angehoben werden." Dann ge­ben die Wehrleute ein Zeichen, der Bediener der Anlage beginnt mit dem Heben des tonnen­schweren Vehikels. Tatsächlich: Langsam, für das menschliche Auge kaum nachvollziehbar, löst sich das Gefährt von den Gleisen. Bis zu 60 Zentimeter kann die Saarbahn mit dieser hy­draulischen Anlage angehoben werden. Das reicht, um einen Verletzten, in diesem Falle eine lebensgroße Puppe, zu bergen oder erstzuversorgen. Nachdem die Übung nach wenigen Mi­nuten erfolgreich abgeschlossen war, wird der zweite Ernstfall geprobt: Was ist zu tun, wenn die Saarbahn einmal im wahren Sinn des Wortes "aus den Fugen gerät" und entgleist? Auch dafür ist die Berufsfeuerwehr gewappnet: Nachdem der Zug angehoben wurde, schiebt man ihn mit Hilfe einer Schiene in die richtige Position und lässt ihn dann wieder ab. Auch dies demonstrieren die professionellen Helfer binnen weniger Minuten. Das gute Dutzend ange­reister Riegelsberger Feuerwehrleute ist begeistert, es werden Fotos geschossen und Fachsim­peleien mit den hauptamtlichen Löschkräften ausgetauscht: "Das ist das erste Mal, dass wir so etwas sehen - und es ist sehr interessant", resümiert Hanspeter Frühauf von der Riegelsberger Feuerwehr. Die Mitwirkenden hätten demnach gezeigt, welche Schlagkraft die Feuerwehr be­sitzt. Das man in Sachen Saarbahn in Riegelsberg weiterhin auf die Berufsfeuerwehr angewie­sen sein könnte, stört Frühauf nicht: "Wir werden im Falle eines Falles die nötigen Maßnah­men ergreifen und der Berufsfeuerwehr so gut wie möglich helfen." Und das werden er und seine Mannen wohl auch müssen, denn die Anschaffung eines eigenen Saarbahn-Bergungsge­rätes für Riegelsberg ist derzeit nicht in Sicht: "Das würde zu viel kosten." (SZ 21.11.01)

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"Katastrophale Zustände am Friedhof"

"Verein zur Verbesserung der Verkehrssituation" verärgert
über mangelnde Parkplätze an Saarbahn-Haltestelle Riegelsberg

Von HELENA JUNGFLEISCH-EHLERT

  

Riegelsberg. Reges Kommen und Gehen ist am Friedhof eingangs Riegelsberg,zu beobachten , seit dort vor zwei Monaten die Saarbahn-Haltestelle eröffnet wurde. "Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden", zieht die Stadtbahn Saar GmbH erste Bilanz. Doch weniger erfreulich ist die Tatsache, dass seither an manchen Tagen ein Verkehrschaos am Friedhof herrscht. Hier hat die Gemeinde Parkplätze eingerichtet, doch viel zu wenige, wie man täglich verfolgen kann. Den "Verein zur Verbesserung der Verkehrssituation in Riegelsberg" (VVV) ärgert's gehörig. Die 17 Park&ride-Plätze - übrigens nicht gesondert als solche gekennzeichnet - reichen bei Weitem nicht aus. "Das Doppelte und Dreifache wäre hier notwendig", berichtet He­ribert Schmidt, der Vorsitzende des VVV, der selbst in unmittelbarer Nähe wohnt und aus sei­ner täglichen Beobachtung sprechen kann. Schon in der Früh parken die Autos am Randstrei­fen der stark befahrenen Saarbrücker Straße. Selbst die neu aufgestellten, weißen Leitpfosten halten die Fahrer nicht davon ab, ihren Pkw hier abzustellen. Sogar die Wiese ist ständig zu­geparkt, die Autoreifen hinterlassen hässliche Spuren. Nach der Wintersaison dürfte vom Ra­sen nichts mehr zu sehen sein. Nach den Autokennzeichen zu urteilen, kommen die Fahrer aus dem Raum Saarlouis, St. Wendel, Merzig und Völklingen. Wenn auch noch eine große Beerdigung stattfindet, so berichtet Schmidt, breche der Verkehr zusammen. Sämtliche Sei­tenstraßen seien dann verkehrswidrig zugeparkt, bis in den Wald hinein würden die Autos ste­hen. Es sei schlichtweg eine Katastrophe. Wie wird es auf der Saarbrücker Straße erst, wenn im Winter Streuwagen und Räumdienste durchmüssen?, überlegt sich Schmidt, denn schließ­lich nehmen die Autos auch einen Teil der Fahrbahn ein. Die Zustände seien mit steigender Akzeptanz der Saarbahn von Tag zu Tag schlimmer geworden, doch von Seiten der Gemein­de geschehe nichts, macht der VVV-Vorsitzende auf die Missstände aufmerksam. Selbst wenn die Saarbahn-Trasse über die B 268 durch Riegelsberg gebaut werde, gebe es auch dann keine andere Park&ride-Möglichkeit für die Bahnkunden, meint Schmidt. Warum, so fragt er sich, kümmern sich die Gemeinde beziehungsweise die Stadt Saarbrücken, die von der Bahn entscheidend profitiere, nicht um einen ordnungsgemäßen Parkplatz am Waldesrand? Das Ge­spräch mit der Presse nutzte der VVV, der sich in der Vergangenheit vehement gegen das Saarbahn-Projekt durch die Saarbrücker Straße (B 268) ausgesprochen hatte, noch einmal Al­ternativen zur bisherigen Planung aufzuzeigen. "Alternativen, die auch nicht viel teurer sind", betont Günther Stamann und macht seine Rechnung auf: Im September habe die Betreiber-Gesellschaft der Saarbahn von 83 Millionen Mark Kosten für den Bau der 5,3 Kilometer lan­gen Strecke durch Riegelsberg gesprochen. Darin seien jedoch - nach dem Erläuterungsbe­richt zur Planoffenlegung - bestimmte Ingenieurarbeiten nicht enthalten. Stamann spricht hier von der Brücke über den Mäusbach am Kreuzungsbereich Russenweg/Saarbrücker Straße, zu­dem von der Brücke über den Dörschbach in Höhe der Grube Schäfer und von der Brücke über den Köllerbach. Zwölf bis 15 Millionen Mark, so schätzt der Diplom-Ingenieur, müssten für diese Bauwerke noch veranschlagt werden. Auch die drei Stützmauern entlang des Rus­senweges, am Haltepunkt Etzenhofen und an der Haltestelle Gisorsstraße seien mit etwa drei Millionen Mark noch nicht eingeplant. Die Ver- und Entsorgungsleitungen in der Saarbrücker Straße müssten zudem neu verlegt werden. Kostenpunkt laut Stamman: drei bis vier Millionen Mark. Selbst die neue Ringleitung zur Wasserversorgung der Anwohner während der Bauzeit sei mit 200000 bis 250000 Mark noch hinzuzurechnen. Günther Stamann addiert weiter: Für Maßnahmen gegen Schall und Erschütterungen an etwa 60 Häusern veranschlagt er für die Umrüstung eine Million Mark. Das seien keine "Mondpreise". Für drei Häuser, so betont Schmidt, habe man dazu bereits komplette Angebote eingeholt. Der Katalog ließe sich noch um einige Punkte erweiteren, argumentiert Stamann. Insgesamt kommt der VVV bei seiner Rechnung der Gesamtkosten auf 106 Millionen Mark für eine Strecke von 5,3 Kilometer. Schmidt: "Das sind teure 20 Millionen Mark für einen Kilometer." Damit, meint der VVV, wäre man fast schon bei der angedachten Tunnellösung. Die wurde - mit 135 Millionen Mark Baukosten - als zu teuer abgelehnt. Es sei wichtig, dass die Verantwortlichen im Land die Kosten noch einmal überprüften, betont auch Horst Czudai. Der VVV lehne lediglich die Trasse durch die Saarbrücker Straße ab, sei aber kein Saarbahn-Gegner. Das Argument, man wolle die Bahn zu den Bürgern bringen, ziehe für Riegelsberg nicht, denn man "durchschnei­de" den Ort, indem man die Trasse durch den Russenweg führe. Dass die Saarbahn nicht vor den Toren Riegelsbergs enden dürfe, sondern nach Lebach gebaut werden müsse, daran zwei­fele man nicht, sagt Czudai. Allerdings werde man den Anwohnern der Saarbrücker Straße zu viel zumuten. Das gelte sowohl für die Bauphase als auch hinterher. Die Straße sei mit 8,40 Meter Breite schlichtweg zu eng, und die Gemeinde werde "durch die Saarbahn großen Schaden erleiden", befürchtet der VVV. Eine Interessengemeinschaft, das sei jetzt schon klar, wer­de jedenfalls gegen die Durchfahrt über die B 268 klagen, da man nicht zusehen wolle, wie die Gemeinde ruiniert werde. (SZ 17.11.01)

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Argumente für den Saarbahn-Ausbau

  

Heusweiler (lon). Während die Landesregierung dementiert, je an Bau-Zwischenstopps ge­dacht zu haben, obwohl von der planenden Firma Rail Consult derartige Details geprüft wur­den, weiß immer noch niemand, wie und wann es mit der Saarbahn Richtung Lebach weiter­geht. Dass sie zumindest Heusweiler irgendwann erreichen wird, scheint klar. Doch wie sieht die Sache über Eiweiler und Landsweiler bis nach Lebach aus? Zumindest über den Zeitraum, in dem der Bau vorangetrieben werden soll, gibt es nach wie vor keine stichhaltigen Angaben. Unterdessen hat die Nahverkehrs-Initiative Köllertal, mit Sitz in Heusweiler, ihrerseits ein Gutachten bei einem renommierten Verkehrsingenieur in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis nun vorliegt. Das Dossier trägt den unverfänglichen Titel "Argumente für den umgehenden Weiterbau der Saarbahn von Heusweiler bis Lebach". "Man sagte uns von Seiten der Landes­regierung: Sammelt Argumente und legt sie vor. Das haben wir hiermit getan", erläutert Karl-Heinz Janson, Sprecher der Initiative, und bemängelt, dass die Diskussion über den Saarbahn-Weiterbau eigentlich längst verstummt sein müsste. In dem von der "IG Dreieich Bahn GmbH" aus Dreieich bei Frankfurt/Main erarbeiteten Gutachten stellt der aus dem Saarland stammende Diplom-Verkehrsingenieur Alexander Lill fest, dass es sich bei der Trasse bis Le­bach um die einzige primäre Siedlungsachse im Saarland ohne Schienen-Personen-Nahver­kehr (SPNV) handele und dass die Saarbahn-Anbindung Lebach den einstigen Status eines echten Bahnknotenpunktes zurückgäbe. Angeregt, wird zudem, eine neue, unabhängige Ana­lyse des Fahrgast-Potenzials zwischen Heusweiler und Lebach durchführen zu lassen. Denn, so das neue Gutachten, in der Vergangenheit genannte Zahlen von täglich 600 bis 4500 Fahr­gästen ließen oft innerörtliche Gegebenheiten unberücksichtigt. So dürfe nicht vernachlässigt werden, dass beispielsweise innerhalb der Gemeinde Heusweiler zwischen Eiweiler, Kirchhof und dem Ortskern nach wie vor keine ordnungsgemäße Verbindung bestehe. Nicht zuletzt untersucht das Dossier die Trassenführung. Resümee: Die Trasse zwischen Walpershofen und Lebach, die sich in Walpershofen und Heusweiler sogar zweigleisig ausbauen ließe, könne mit relativ geringem Aufwand reaktiviert werden. Was das Fahrgastpotenzial zwischen Walpershofen und Lebach angeht, fallen die in der Studie genannten Zahlen höher aus als ur­sprünglich angenommen. Und ein vorzeitiges Beenden des Saarbahn-Ausbaus in Walpershofen, Heusweiler oder Eiweiler-Nord sei aus städtebaulichen wie systemtechnischen Gründen nicht zu empfehlen. Für die Zukunft könne sich ein Verkehrsverbund anbieten, der den Erfolg dauerhaft sichert. - Dies alles sind Argumente, die nach Ansicht der Nahverkehrs­initiative für einen zügigen Ausbau der Saarbahn sprechen. Eigentlich werden die Züge im Jahre 2004 ja in Lebach erwartet. "Wie dies mit der momentan nicht ausreichenden Anzahl von Zügen, die bei Bestellung eine Bauzeit von beinahe zwei Jahren haben, dann bewerkstel­ligt werden soll, ist auch noch unklar", meint ein Mitglied der Initiative zum Schluss. Und ir­gendwie ahnen wir: Bis die Bahn nach Lebach fährt, wird noch viel Wasser den Köllerbach hinunter fließen. Und die Theel. (SZ 12.11.01)

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Saarbahn soll bis Lebach fahren

  einzustellen oder andere Strecken vorher zu realisieren, zu Wort meldete. In einem Schreiben heißt es: "Die Saarbahn darf weder in Etzenhofen noch in Heusweiler enden, sondern muss, wie immer geplant, bis Lebach geführt werden. Und dies muss als nächster Bauabschnitt rea­lisiert werden." Vor Kurzem wurden bei einem Workshop des Wirtschaftsministeriums durch das Gutachterbüro "TransCare 7" weitere mögliche Saarbahnprojekte betrachtet, darunter auch die Strecke der alten Köllertalbahn von Etzenhofen nach Völklingen, für deren Erhalt die Nahverkehrsinitiative einst vehement gekämpft hatte. Diese und auch die geplante Strecke nach Lebach sollen einer wirtschaftlichen Bewertung unterzogen werden. Insbesondere den Köllertalern wurde anheim gelegt, ihre Argumente für den Nutzen des Weiterbaus bis Lebach vorzubringen. (SZ 08.11.01)

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Park&ride in Riegelsberg?
Saarbahn-Geschäftsführer gibt Zwischenbericht

  

Stadtverband (ob). Mit einem Statusbericht ging Saarbahn-Geschäftsführer Walter Keudel vor dem Verkehrsausschuss auf die Entwicklung der immer noch neuen Bahn ein. Manfred Ba­ckes (CDU) interessierte sich dafür, welche Erfahrungen die Saarbahn bisher in Riegelsberg machte. Speziell, ob es bei dem ablehnenden Beschluss des Riegelsberger Gemeinderates bleibe, einen Park&ride-Platz zu bauen und ob die ersten Auswirkungen des "wilden Parkens" festgestellt worden seien. Keudel berichtete von gegenteiligen Erfahrungen. Der Riegels­berger Gemeinderat unterstütze die Saarbahn und sei bereits damit befasst, einen großen P+R­Platz zu errichten. Die Saarbahn GmbH unterstütze diese Bestrebungen. Die zweite Frage von Backes betraf die Situation in der Lebacher Straße. Hier sei seine Fraktion auf den Bericht eines Ortsgesprächs der Saarbrücker Zeitung in Malstatt aufmerksam geworden, in dem Inge Latz (SPD) davon gesprochen habe, dass die Lebacher Straße als Bundesstraße in eine Ge­meindestraße herabgestuft werden solle und, was die Saarbahn betreffe, Kritik an nicht ausge­führtem Lärmschutz geübt wurde. Keudel erwiderte, er könne sich nicht vorstellen, dass eine Herabstufung der Lebacher Straße Aussicht auf Erfolg habe. Was die Saarbahn GmbH betref­fe, so halte sie sämtliche Zusagen gegenüber den Anliegern ein: "Es gibt allerdings Leute, die anders interpretieren, wie zum Beispiel ein prozessfreudiger Mensch, der vor Gericht zieht. Wir sind bereit, die aufgeworfenen Probleme vor den Gerichten auszutragen." In Richtung Obere Saar seien noch Arbeiten notwendig. In Kleinblittersdorf gingen die Bauarbeiten am Gleis drei zügig voran. Sie seien bis zum Ende des Jahres abgeschlossen. Ab der Fertigstel­lung könnten dann Doppelzüge in Kleinblittersdorf wenden. Die so genannte Rotfeldkurve in Malstatt könne nach der Sicherung der Finanzierung und noch ausstehender Genehmigungen ebenfalls in Angriff genommen werden. Voraussetzung wäre allerdings eine verbesserte Si­tuation am Römerkastell und die Klärung der Frage, wo die Saarbahn-Werkstatt ihren Stand­ort bekomme. Diese Frage würde in den nächsten drei bis vier Wochen entschieden. Der Werkstatt-Standort sei auch eine wesentliche Voraussetzung, ehe neue Fahrzeuge geordert werden könnten. Wie Baudezernent Dieter Ehrmanntraut dazu bemerkte, wird wohl der Bahn­hof Brebach dafür in Frage kommen. (SZ 06.11.01)

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Heusweiler will Saarbahn Dampf machen

Dass die Trasse weitergebaut wird, ist klar

- aber auch das Bundesverkehrsministerium brachte kaum Aufklärung

- über Zeiten und Zwischenstopps

Von NINA LONCAR

    

Heusweiler/Riegelsberg. Kommt sie nun, oder kommt sie nicht, die Saarbahn? Und wenn sie kommt, wann denn überhaupt? Wo werden die Haltestellen sein? Fragen, die vielen Heuswei­ler Bürgern auf den Nägeln brennen. Fragen auch, die man wohl in absehbarer Zeit nur un­vollständig beantworten kann. Doch bevor das Verwirrspiel allzu groß wird, bringt der Heus­weiler Ortsvorsteher Rainer Ziebold wenigstens eines bei einem Ortstermin an der geplanten Haltestelle "Heusweiler Markt" auf den Punkt: "Die Saarbahn kommt nach Heusweiler, das ist definitiv. Auch die innerörtlichen Haltepunkte - Realschule, Markt, Trierer Straße, In der Hommersbach und Kirchhof - stehen fest. Was allerdings noch in den Sternen steht, ist der Zeitpunkt, zu dem die Bahn im Zuge der Baumaßnahmen unseren Ort erreichen wird." Und dass dies noch dauern kann, scheint offensichtlich zu sein, wie Henner Wittling, Staatssekre­tär im Bundesverkehrsministerium und ehemaliger saarländischer Kultusminister berichten kann: "Den Trassenverlauf betreffend gibt es natürlich keine prinzipiellen Probleme. Geneh­migt ist die Strecke Saargemünd bis Lebach. Allerdings hat die saarländische Landesregie­rung der Stadtbahn Saar empfohlen, während der nächsten Bauphasen die Möglichkeit even­tueller Bau-Zwischen-Stopps ins Auge zu fassen, an denen die Bahn dann vorläufig endet." Als dafür geeignete Punkte werden unterdessen bei der planenden Firma "Rail Consult" die Haltepunkte Walpershofen Süd oder Eiweiler Nord diskutiert, so Firmensprecher Dieter Bauer. Dass diese Idee bei den Gemeinden, die an der (zukünftigen) Saarbahn-Achse liegen, nicht gerade gut ankommt, scheint derweil offensichtlich. "Für Heusweiler wären derartige Abweichungen von den ursprünglichen Bauvorhaben eine Katastrophe. Was wäre, wenn die Baumaßnahmen dann jahrelang zum Erliegen kämen und wir mit der halbfertigen Strecke le­ben müssten?", gesteht Ziebold seine Ängste. Immerhin: Walpershofen scheidet, so die Pläne der "Rail Consult", als vorläufiger Endpunkt völlig aus. "Kaum zu realisieren", sagt Dieter Bauer, "die Fahrgäste müssten zur Busanbindung über 80 Meter zurücklegen. Außerdem sind die örtlichen Gegebenheiten ungeeignet, die Bahn über kurz oder lang dort enden zu lassen." Eiweiler Nord, das nur etwa 5,4 Kilometer vor der geplanten endgültigen End-Haltestelle Le­bach liegt, ist allerdings noch nicht vom Tisch. Und auch Anna Schmidt, Fraktionsvorsitzende der SPD Lebach, plagen da gewaltige Ängste: "Einerseits kann es in Eiweiler schnell für die Bahn heißen: Absolute Endstation. Andererseits ist dieser Haltepunkt nicht geeignet, um mit den dann zu erwartenden Verkehrsmassen an Bussen oder Privat-Pkws fertig zu werden." Prä­destiniert dafür sei Lebach, mit seinem großen Busbahnhof und den Möglichkeiten für Fahr­gäste, das Auto zu parken und anschließend die Saarbahn zu besteigen. Auch Lothar Ringle, Bürgermeister von Riegelsberg, äußerte sich voller Unmut: "Das ist einfach eine unpassende Diskussion. Denn wir in Riegelsberg haben schon gleich zu Anfang nur dann unser Interesse an der Bahn zu bekunden gewusst, wenn sie denn in naher Zukunft bis Lebach fährt. Diese Strecke ist für die Infrastruktur des Köllertals eine einmalige Chance." Und obwohl die Stadt­bahn Saar nun auch noch, diese Streckenführung betreffend, ein weiteres Gutachten über Sinnhaftigkeit, verkehrstechnischen Nutzen, sowie eine wirtschaftliche Bewertung bei dem Wiesbadener Ingenieurbüro Trans Care in Auftrag gegeben hat, läuft momentan das Planfest­stellungsverfahren Riegelsberg Süd-Etzenhofen auf Hochtouren. "Mit einem Ergebnis ist am 15. November zu rechnen", erklärt Dieter Bauer und fügt noch schnell hinzu, dass die Plan­feststellung Etzenhofen-Lebach dann für kommendes Jahr ansteht. Für einen zügigen Weiter­bau plädiert unterdessen Karl-Heinz Janson, Sprecher der Nahverkehrs-Initiative Köllertal. Und auch Rainer Ziebold hofft auf die baldige Wiederaufnahme der Baumaßnahmen: "Im Zu­ge der Ortskernsanierung haben wir schon viele Kompromisse zugunsten der Saarbahn ge­schlossen und, im Hinblick darauf, bereits etwa 200000 Mark investiert. Angesichts der zu er­wartenden Haltestelle ,Heusweiler Markt“ haben wir den Marktplatz weniger großzügig ge‑  staltet, ihn aber hochwassergeschützt, niveaureguliert und Richtung Hirtenbrunnen viel Platz gelassen. Weitere Investitionen, wie zum Beispiel den Abriss der Triller-Brücke, werden wir nun erst tätigen, wenn wir grünes Licht bekommen." (SZ 29.10.01)  *
CDU Heusweiler zur SaarbahnHeusweiler (dg). Der CDU-Gemeindeverband Heusweiler will eine klare Antwort darüber, ob die Saarbahn wie geplant bis nach Lebach weitergebaut wird oder; wie gerüchteweise behaup­tet; in Heusweiler oder gar in Walpershofen endet. Dazu der Heusweiler CDU-Gemeindevor­sitzende Jürgen Houy: "Die Saarbahn fährt seit dem 23. September bis Riegelsberg, an den Rand des Köllertals. Die Menschen haben jetzt registriert, dass dieses moderne Verkehrssys­tem Sinn macht, auch im Hinblick auf Zukunftsentwicklungen in der Region." Die Köllertalregion - und damit 50000 Einwohner - würden nun auf die weitere Anbindung war­ten, so Houy. Verschiedene Äußerungen von Ministern beziehungsweise Neubewertungen von Ausbaumaßnahmen der Saarbahn durch das Wirtschaftsministerium würden nun aller­dings wieder politische Kräfte im Köllertal auf den Plan rufen, die die größtmögliche Sicher­heit für die Trassenfortführung über Heusweiler nach Lebach verlangen, sagt der CDU-Ge­meindevorsitzende. Diese Bewertung von Ausbaumaßnahmen durch die Firma TransCar AG bezieht sich laut Houy auf elf zusätzliche Trassen im Saarland. Die Strecke Riegelsberg­Heusweiler-Lebach - seit Jahren geplant, finanziert und genehmigt - werde dabei mitbewertet. Äußerungen aus dem ministeriellen Lager ließen die Gerüchteküche brodeln, so Houy, ob­wohl von Seiten der Vertreter des Wirtschaftsministeriums beruhigend auf die genehmigte Streckenführung hingewiesen wurde. Es wird deshalb von der CDU, aber auch von anderen politischen Lagern und Bürgerinitiativen, auf Wachsamkeit in der Entwicklung hingewiesen. Bekanntlich wurden die Planungen in Heusweiler am Markt und am Bahnhof bereits mit der Saarbahn-GmbH abgestimmt. Die Gemeinde Heusweiler ist Gesellschafter dieser GmbH und zahlt jedes Jahr 100000 Mark in deren Kasse ein. An der Verkehrsschiene Saargemünd­Saarbrücken-Heusweiler-Lebach haben auch die Regierungsverantwortlichen ihre Planungen in punkto Landesentwicklungsplan Siedlung ausgerichtet. Die CDU will sich deshalb für eine Nachfrage im Ministerium und eine Klärung einsetzen. Das kündigte auch der Heusweiler CDU-Bürgermeisterkandidat und Ortsvorsteher von Eiweiler, Hermann Bär, ein Verfechter der Strecke bis Lebach, nach einem Besuch einer Veranstaltung im Wirtschaftsministerium an. (SZ 19.10.01)

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"Um diese Lösung werden wir uns schlagen"

Saarbahn-Chef Norbert Walter möchte Strecke über Heusweiler
direkt nach Lebach durchbauen,
nannte aber auch Plätze für mögliche "Zwischenstopps"

Von HELENA JUNGFLEISCH-EHLERT

  

Heusweiler. "Wir sehen eine Chance, die Saarbahn-Strecke von Riegelsberg-Süd bis Lebach in einem Rutsch einzuweihen", sagte Stadtbahn-Geschäftsführer Norbert Walter in einem Pressegespräch, zu dem er gemeinsam mit Heusweilers Bürgermeister Josef Zeimetz (CDU) und Vertretern der Fraktionen im Gemeinderat eingeladen hatte. Solch ermutigende Worte hörten die Vertreter der Parteien unisono gerne, sehen sie die Saarbahn doch lieber heute als  morgen durch ihre Gemeinde fahren. Seit Jahren hat Heusweiler die Baumaßnahmen im Zen­trum auf das Saarbahn-Projekt abgestimmt. Zeimetz: "Der Ausbau bis nach Lebach ist für uns lebensnotwendig." Der Raum Heusweiler sei von der Tradition her stark mit Lebach verbun­den. Generationen von Schülern hätten dort ihr Abitur gemacht, auch der Gewerbepark Le­bach biete Köllertalern einen Arbeitsplatz. Leider sei der Kontakt durch Einstellen der Köllertalbahn 1983 etwas abgebröckelt. Schon 1998 hat die Gemeinde durch ihren Beitritt zur Stadtbahn-Gesellschaft ihr Engagement für das Projekt bekundet, wie auch der Erste Beige­ordnete, Jürgen Houy, vor der Presse erklärte. Walter verwies darauf, dass die erste Ausbau­stufe des Projektes Saarbahn von Saargemünd bis nach Lebach vom Bund genehmigt sei. Auf Bitten der Landesregierung habe man bei Rail Consult eine Studie in Auftrag geben, die mög­liche vorläufige Zwischenstopps beim Ausbau der Strecke nach Lebach untersuchte. Wie Die­ter Bauer von Rail Consult erläuterte, komme nur die Haltestelle Walpershofen oder die Hal­testelle Eiweiler-Nord für eine solche Unterbrechung des Trassenausbaus in Frage. Ein sol­cher Zwischenstopp des Trassenbaus sei prinzipiell nur dort sinnvoll, wo die Fahrgäste direkt zwischen Bus und Bahn umsteigen können, wie dies auch derzeit in Riegelsberg-Süd der Fall sei. Der Bus brauche dort auch die Möglichkeit zum Wenden. In Heusweiler selbst sei eine solche Verknüpfung nach der neuen Gestaltung des Marktes, die eng mit der Saarbahn-Pla­nung abgestimmt wurde, nicht mehr möglich. Nur in Eiweiler-Nord habe man auch ausrei­chend Abstellkapazitäten und Möglichkeiten zu Wartungsarbeiten, wie Bauer weiter sagte. Auch die Buslinien-Verknüpfung sei an dieser Stelle optimal. Wenn also ein vorläufiger Stopp des Ausbaus von der Landesregierung gewünscht werde, dann für diese Stelle, hob Norbert Walter hervor. Nur an der Haltestelle Eiweiler-Nord könnten Saarbahn und Busse op­timal verknüpft werden, und nur mit einer vorläufigen Endstation Eiweiler-Nord könne für die Saarbahn ein ausreichend neues Fahrgastpotenzial erreicht werden. Nur so könnten auch die mit den zusätzlichen Fahrgästen verbundenen weiteren Einnahmen erschlossen werden, die auch Ziel des Gesamtprojektes Saarbahn seien. Gleichzeitig betonte der Geschäftsführer, dass es erklärter Wille der Stadtbahn Saar GmbH sei, die Trasse direkt nach Lebach durchzubauen. Walter: "Um diese Lösung werden wir uns schlagen und um keine andere", womit er indirekt ausdrückte, dass keine Entscheidung der Saarbahn, sondern allenfalls eine Entscheidung der Landesregierung zu einer Unterbrechung des Bauprojektes führen könne. Auch Hermann Bär, Ortsvorsteher von Eiweiler und Heusweiler Bürgermeisterkandidat der CDU, gab der Hoff­nung Ausdruck, dass die Planung bis Lebach realisiert werde, sonst leide die Lebens- und Umweltqualität in dem vom Individualverkehr stark belasteten Großraum Saarbrücken. Rai­ner Ziebold, Ortsvorsteher von Heusweiler und Bürgermeisterkandidat der SPD, betonte, dass die Gemeinde seinerzeit die Umgehungsstraße zur Entlastung der B 268 abgelehnt habe mit dem Blick auf das neue ÖPNV-System Saarbahn. Auch habe man Baugebiete zurückgenom­men und statt dessen die Innenräume entlang der Trasse verdichtet; "Wohnen und Transport­möglichkeiten" sei die Devise gewesen. Ziebold: "Für Heusweiler wäre es eine Katastrophe, wenn die Fahrgäste bis nach Walpershofen müssten, um dort in die Saarbahn einzusteigen." Dies sah auch Lothar Schäfer, Mitglieder der NÖL im Ortsrat Heusweiler und BUND-Vor­standsmitglied, so. Manfred Boussonville von der SPD-Fraktion erwähnte dann noch ein für ihn besonderes Ärgernis, dass nämlich die neue Landesregierung keine eindeutige Meinung zu dem Saarbahn-Projekt habe, das Anfang der 90er-Jahre von der früheren SPD-Regierung angestoßen wurde. Boussonville: "Der Wirtschaftsminister tritt eingeschränkt für die Bahn ein, der Umweltminister boykottiert das Projekt." Dies sei ein "Anachronismus". Die Bahn müsse bis 2004 nach Lebach kommen. Alles andere belaste nur die Köllertalgemeinden, an­statt sie vom Verkehr zu entlasten. Das sah auch Zeimetz so, 18000 Fahrzeuge pro Tag durch Heusweiler, das sei zu viel. (SZ 17.10.01)

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Saarbahn: Land muss "Grün" geben
Zügig bauen für den Zug
VON HELENA JUNGFLEISCH-EHLERT

  

Das Land ist am Zug, sollte das Signal möglichst schnell auf Grün stellen, so dass die Saar­bahn bis 2004 nach Lebach rollen und der Bau der Trasse ab Walpershofen noch möglichst parallel zu dem Ausbau durch Riegelsberg in Angriff genommen werden kann. Die Gemeinde Heusweiler und die Stadt Lebach jedenfalls stehen in den Startlöchern, haben ihre Baumaß­nahmen in den Zentren darauf abgestellt, der Saarbahn auf der alten Köllertal-Strecke unge­hindert freie Fahrt einzuräumen. Das Gesamt-Projekt von Saargemünd bis Lebach, das von der SPD-Vorgänger-Regierung in die Wege geleitet wurde, darf nach dem Machtwechsel durch die CDU keinen Zwischenstopp erleiden. Eine solche Unterbrechung würde für die Umwelt weiterhin große Belastungen durch den Autoverkehr bedeuten und gewiss auch große Enttäuschungen bei den Anwohnern hervorrufen, denen die Politik das neue schienengebun­dene ÖPNV-System schmackhaft gemacht hat. (SZ 17.10.01)  *


Gleisbau in Riegelsberg ab 2002Heusweiler/Riegelsberg (hel).

"Für uns ist es wichtig, dass wir so schnell wie möglich, am Besten direkt, nach Lebach kommen", erklärte gestern Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Walter. Vor vier Wochen wurde der Streckenabschnitt von Saarbrücken bis Riegelsberg-Süd für die Saarbahn eröffnet, "womit ein weiterer Schritt auf dem Weg der Saarbahn nach Le­bach erreicht wurde", so die Stadtbahn Saar GmbH als Betreibergesellschaft. Im nächsten Jahr wolle man mit dem Bau der Gleise durch Riegelsberg beginnen. Doch die Planungen gehen weiter. Noch während die Arbeiten in Riegelsberg laufen, soll gleichzeitig die Strecke nach Lebach in Angriff genommen werden. Gestern Nachmittag informierte die Geschäftsführung der Stadtbahn Saar in Heusweiler Bürgermeister Josef Zeimetz (CDU) und weitere Vertreter der Gemeinde sowie der Gemeinderatsfraktionen über den Stand der Vorbereitungen (SZ 16.10.01)

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Er fuhr die letzte Straßenbahn

Ein Obermaat steuerte die "Elektrische" auf ihrem Weg
zwischen dem Köllertal und der Landeshauptstadt

Von NINA LONCAR

  

Riegelsberg/Heusweiler. An der Wand des Esszimmers von Albert und Maria Kiefer prangt ein großes, gerahmtes Foto eines Schlachtschiffes, das sich beinahe majestätisch durch die gischtumwobene See windet. "Das ist die ,Gneisenau“, das Schlachtschiff, auf dem ich vier Jahre lang, während des Zweiten Weltkriegs, als Obermaat gedient habe", erzählt Albert Kie­fer und begrüßt mich mit festem Händedruck. Sein bewegtes Leben hätte sich der heute 83- Jährige in seinen Kinderjahren wohl kaum träumen lassen. 1918 in Überhofen geboren, be­suchte er später in Riegelsberg die Volksschule und nahm danach eine Ausbildungsstelle bei der Saarbrücker Firma Müller an, wo er zum Former und Gießer herangebildet wurde. Als  junger Mann wollte er dann "etwas von der Welt sehen" und meldete sich freiwillig zur Mari­ne. Die ersten Jahre verbrachte er auf dem Kreuzer "Karlsruhe", wurde aber später dem neuen Schlachtschiff "Gneisenau" zugeteilt. "Die Jungfernfahrt im Jahr 1938 führte uns von Wil­helmshaven über Gibraltar, wo wir den Salut schossen, über Las Palmas und Madeira bis hin zu den Kapverdischen Inseln." Zurück ging es für die Mannschaft der "Gneisenau" über die Azoren, bis sie schließlich zusammen mit ihrem Schwesterschiff den Dienst im nordischen Eismeer aufnahm. "Wir hatten öfter Feindkontakte und lagen wenige Tage vor Kriegsende im Hafen von Trondheim, als unser Schwesterschiff alleine den Auslaufbefehl erhielt. Es ist von dieser Mission nie wieder zurückgekehrt", erinnert sich Albert Kiefer nachdenklich. Doch auch für ihn ging der Krieg nicht gut aus. Nachdem er 1943 seine Frau Maria geheiratet hatte, verschlug es ihn von 1945 bis 1947 in französische Gefangenschaft. "Das war eine harte Zeit", sagt er heute und wechselt schnell das Thema. Als er im Jahr ´47 endlich wieder hei­matlichen Boden unter den Füßen hatte, meldete er sich bei der Saarbrücker Straßenbahn, wo händeringend nach arbeitswilligen Männern und jungen Kriegsrückkehrern gesucht wurde. "Zunächst war ich dort zwei Jahre im Gleisbau beschäftigt, was absoluter Knochenarbeit gleichkam. In in der Zwischenzeit kam mein Sohn Günter zur Welt", so Kiefer, der 1949 schließlich in den Fahrdienst aufstieg. "Fast vier Jahre lang habe ich dann als Fahrer die Linie zehn bedient, die von Saarbrücken-Brebach über Riegelsberg nach Heusweiler verkehrte. Wir Fahrer mussten damals ohne jegliche Kommunikation auskommen, Funk gab es nicht, außer­dem war die Streckenführung von Saarbrücken komplett eingleisig angelegt. Und bei einem 30-minütigen Takt im Pendelverkehr mussten wir, genau nach unserer Armbanduhr, die Aus­weichen in Güchenbach und am Riegelsberger Markt befahren, damit es zu keiner Kollision mit der entgegenkommenden Bahn kam. Das war oft sehr gefährlich, zumal es weder Signale noch Blockierungen gab." Ganz zu Anfang seiner Zeit bei der Straßenbahn, 1947, war es in Riegelsberg-Güchenbach schon einmal zu einem Unglück gekommen, als bei einer Bahn, die vom Bürgermeisteramt die Straße herunterfuhr, die Bremsen versagten und der Zug ins Wie­sental an der Einmündung zur Lindenstraße schoss. "In dieser Bahn sollte gerade die schwar­ze Madonna von Altötting nach Riegelsberg überführt werden, und es kam jedem wie ein Wunder vor, dass dieses Unglück nur wenige Leichtverletzte gefordert hat", meint Kiefer noch heute. Als schließlich am 14.November 1953, ein Samstag, die letzte, mit frischem Tan­nengrün geschmückte Straßenbahn ihren letzten Weg nach Saarbrücken antrat, sollte ein schlechtes Omen das (vorläufige) Ende der Ära dieses Schienenfahrzeuges einläuten, denn kurz vor Von der Heydt kam es bei dieser letzten Bahn zu einem Achsbruch. "So, als wollte sie sich gegen die Stilllegung wehren", meint Kiefer, der zusammen mit vielen Kollegen den Untergang der Straßenbahn nicht gutheißen konnte. "Schon damals hat ein inzwischen längst verstorbener Kollege gesagt: Die wären morgen nochmal froh, wenn die Bahn wieder da wä­re." Und heute ist Albert Kiefer glücklich, dass Bequemlichkeit und Umweltverträglichkeit einer Straßenbahn für die Riegelsberger neuerdings wieder zur Verfügung steht. "Für unseren Ort und die Bürger ist die Saarbahn ein Gewinn, ein Aufwind. Und außerdem neueste Tech­nologie. Dass da am Anfang, bis sich alles eingespielt hat, noch Kinderkrankheiten vorherr­schen, muss man akzeptieren. Und wenn wir die Zähne zusammenbeißen, schaffen wir auch die nächsten Bauphasen", sagt er voller Zuversicht und fügt noch schnell hinzu, dass er nie gedacht habe, es noch einmal erleben zu dürfen, wie eine Straßenbahn wieder das Köllertal erreicht: "Dafür danke ich dem lieben Gott." (SZ 13.10.01)

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Den Pendlern willkommen

Seit drei Wochen im "Amt" –
Wir wollten wissen, wie die neue Saarbahntrasse ankommt

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Von STEPHAN DIETZEN

  

Riegelsberg/Saarbrücken. Riegelsberg hat sein Gesicht verändert. Dort, wo noch vor kurzer Zeit unberührte Wildnis dem Besucher den Weg in die Köllertal-Gemeinde wies, fristet nun ein aus Beton gegossene Haltestelle ihr Dasein. Sichtbarstes Zeichen der Neuerungen: Ein Paar zweigleisiger Schienenstränge, das die Herbst-Morgensonne in einen milchigen Glanz taucht. Silberne Posten säumen in gleichmäßigem Abstand die Strecke, sie sind durch ein Ge­äst von Drähten miteinander verbunden. Das Ensemble aus Metall und Stahl signalisiert: hier geht es auf die Reise. Doch nicht auf konventionelle Art, denn es ist nicht etwa die Eisenbahn, die zum Schienenausflug lädt, sondern die Saarbahn. Vor knapp drei Wochen, am 23. Sep­tember, fand sie statt, die große Einweihungsparty für die neu aus der Taufe gehobene Saar­bahn-Strecke Riegelsberg-Saarbrücken. Damals wurde das letzte fehlende Stück Verbin­dungstrasse zwischen der Köllertal-Gemeinde und der Haltestation Siedlerheim fertig gestellt. Nun ist die Gemeinde ans Saarbahn-Netz angeschlossen, die Riegelsberger können die saar­ländische Landeshauptstadt bequem per Schiene ansteuern. Schon nach kurzer Testphase hat die Strecke nach Saarbrücken einen außerordentlich guten Anklang bei der Bevölkerung ge­funden. Dies kann auch Bärbel Pfersdorff, Pressesprecherin bei der Saarbahn, bestätigen, wenngleich ihr auch noch keine genauen Zahlen vorliegen. "Die Strecke wird sehr gut ange­nommen, die Auslastung ist durchweg gut", so die bisherige Zwischenbilanz der Informa­tionswärterin. Schaffnerin Yvonne Paul, die schon seit 3.50 Uhr Dienst tut, kann dem nur zu­stimmen. Mit ein Grund für die gute Akzeptanz ist vielleicht auch die landschaftliche Attrak­tivität der Strecke: In zahlreichen Kurven windet sich das Schienennetz zunächst durch den saarländischen Staatsforst. Bis zur ersten Haltestelle Heinrichsaus, eine Siedlung bereits auf Saarbrücker Gemarkung, schlängelt sich die Bahntrasse über künstlich angelegte Anhöhen, von denen man einen guten "Waldblick" hat. Die Fahrt durch die Natur hält noch bis zur nächsten Station an. Insgesamt benötigt die Saarbahn von Riegelsberg aus für diesen Stre­ckenabschnitt, der zwischen Frühjahr 2000 und August diesen Jahres gebaut wurde und 38 Millionen Mark verschlungen hat, ungefähr sieben Minuten. Auch Edeltraud Walmoth ist an diesem sonnigen Mittwoch mit der Saarbahn unterwegs und erläutert die Vorzüge der Route: "Die Strecke ist wunderbar, besser als mit dem Bus, vor allem schneller und bequemer." Doch dann wandelt sich das Gesicht der Landschaft, die ersten Häuserdächer rücken näher. In einer Talfahrt nimmt die Saarbahn Kurs auf den Saarbrücker Stadtteil Rastpfuhl, überkreuzt das Schienennetz der Deutschen Bahn und steuert nach einer scharfen Linkskurve zielstrebig die Saarbrücker Innenstadt an. Den Bahnhof hat sie von Riegelsberg aus bequem in 20 Minuten erreicht, knapp 27 Minuten später ist sie an ihrem Endziel im französischen Sarreguemines angelangt. Zurück geht es auf gleicher Route, nur diesmal geht es den Berg hoch. Mittlerweile haben Angestellte der Stadtbahn, die sich auf Infrastruktur und Streckenführung spezialisiert haben, Reparaturarbeiten an einem Gleis aufgenommen. Die Weichenstellung erfolgt hin­gegen nicht per Hand, sondern vollautomatisch, wie ein Mitarbeiter schildert. Normalerweise ist nur ein Gleis belegt, außer in den Hauptstoßzeiten, und die liegen zwischen 6.30 und 8.30 in der Früh. In dieser Zeit verkehrt die Bahn im Siebeneinhalb-Minuten-Takt, in den Neben­zeiten alle Viertelstunde. Ein wachsender Anteil von Pendlern aus Riegelsberg und seinen Ortsteilen, die in der Landeshauptstadt ihrer Arbeit nachgehen, lassen ihre Autos mittlerweile schon stehen und geben der Saarbahn den Vorzug. Doch was kann die Pendler dazu bewegen, vom Auto auf die Schiene umzusteigen und damit ein Stück Bequemlichkeit preiszugeben? Ja, meint Bärbel Pfersdorff: "Die Saarbahn ist jetzt schon viel attraktiver geworden für Fahr­gäste", denn sie könne im Gegensatz zum Zug "dorthin fahren, wo die Menschen sind". Das sei der große Gewinn. Daher wolle man auch das Schienennetz weiter ausbauen; im Jahr 2004 soll die Saarbahn bis nach Lebach fahren. Dass sich die Schiene wachsender Popularität er­freue, dass zeige auch das Riegelsberger Bürgervotum zur Zukunft der Saarbahn. Im März  2000 hatten sich eine Mehrheit der Einwohner dafür ausgesprochen, die Bahn durch die Saar­brücker Straße, durch die Hauptverkehrsader der Gemeinde, fahren zu lassen. Voraussichtlich bereits im Jahr 2003 soll ganz Riegelsberg an das Schienennetz angebunden sein. Denn bisher gibt es in der Gemeinde nur eine Saarbahnstation, und die liegt am Ortsausgang. Doch hier gibt es Abhlife: Mit den neuen Ortsbuslinien 85, 86, 87 können die Bewohner abgelegener Ortsteile den Knotenpunkt jetzt besser erreichen. (SZ 11.10.01)

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Nahverkehrsinitiative Köllertal
Straßenbahn wieder in Riegelsberg !

  Großer Besucherandrang herrschte am Sonntag, dem 23. September bei der Inbetriebnahme eines weiteren Teilstückes der Saarbahn in Riegelsberg. Auch die Sonne schien kräftig, so als wollte sie um kurz nach 11 Uhr den ersten offiziellen Saarbahnzug freudig in Riegelsberg be­grüßen. Für die Nahverkehrsinitiative Köllertal war dies natürlich ein besonderes Ereignis, forderte man doch schon seit Jahren den Anschluss des Köllertales an ein modernes ÖPNV­System wie es die Saarbahn darstellt. Entsprechend hatten die Aktiven der Nahverkehrsinitia­tive auch ein Flugblatt drucken lassen auf dem sie nach 48 Jahren Pause wieder die Straßen­bahn in Riegelsberg begrüßten. Das Faltblatt mit einer kurzen Geschichte der ehemaligen Rie­gelsberger Straßenbahn als auch Argumenten für den Weiterbau der Saarbahn bis Lebach fand eine gute Aufnahme und war schon leider nach kurzer Zeit vergriffen. Anerkennung zollte der Nahverkehrsinitiative auch Geschäftsführer Norbert Walter für die unterstützende Begleitung des Projektes. Ein Wermutstropfen fiel in die gelungene Veranstaltung allerdings, als Wirtschaftsminister Georgi verkündete, neben dem Weiterbau durch Riegelsberg als Nächstes den Bau der Saarbahn nach Völklingen zu favorisieren. Bürgermeister Ringle mach­te jedoch mit deutlichen Worten klar, wie notwendig die Saarbahn ist für die Entwicklung des Köllertales insgesamt. So hofft die Nahverkehrsinitiative, dass weder in Walpershofen noch in Heusweiler Schluss ist, sondern die immer so geplante Strecke bis Lebach gebaut wird. Eben­so hofft die Nahverkehrsinitiative, dass möglichst viele der Besucher vom Sonntag auch die Saarbahn benutzen sowie die erfreulicherweise mit eingerichteten Lokalbuslinien in Riegels­berg, damit die Autoverkehrsbelastung in Riegelsberg zumindest nicht noch weiter zunimmt. Leider auch noch nicht zum Tragen kam bis dato das Thema Verkehrsverbund im Köllertal. Hier unterstützt die Nahverkehrsinitiative die Forderung des Riegelsberger Bürgermeisters, endlich alle an einen Tisch zu bringen. (RWP 04.10.01)

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"Ein kleiner Schritt für die Saarbahn, ein großer Schritt für Riegelsberg"
Geschäftsführer Norbert Walter. Saarbahn im Jahre 2004 von Saargemünd bis Lebach

  

RIEGELSBERG (boc). Die Gemeinde Riegelsberg ist seit dem vergangenen Sonntag an das Schienennetz der Saarbahn angebunden. Mit einem regelrechten Volksfest wurde das Eintref­fen des ersten offiziellen, mit Girlanden geschmückten Saarbahnzuges am vorläufigen End­punkt Riegelsberg-Süd von den Bürgerinnen und Bürgern begeistert und mit Spontanbeifall begrüßt. Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Walter ("Der Vater der Saarbahn") betonte in sei­ner Ansprache im überfüllten Festzelt, dass mit dem neuen vorläufigen Endpunkt der Saar­bahn diese nun auch in nördlicher Richtung die Grenzen der Landeshauptstadt überwunden habe. "Voraussichtlich Ende Oktober wird die Planfeststellung für die Strecke durch Riegels‑  berg vorliegen", so Walter zur aktuellen Situation. Dann gehe es zügig weiter auf dem Weg nach Lebach. Im Jahr 2004 wolle man die Gesamtstrecke von Saargemünd bis Lebach fertig gestellt haben, was den anwesenden Lebacher Bürgermeister Jung natürlich besonders freuen wird. Als einen kleinen Schritt für die Saarbahn, aber einen großen Schritt für Riegelsberg be­zeichnete der saarländische Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi in Anlehnung an ein Wort des Astronauten Neil Armstrong die Fertigstellung der Strecke bis an den Riegelsberger Ortsrand. Zu einem modernen Wirtschaftsstandort gehöre auch ein modernes Nahverkehrs-System, wie es die Saarbahn sei. Georgi zeigte davon überzeugt, dass die neue Verbindung von den Bürgern gut angenommen werde. Nachdem durch ein Gutachten festgestellt wurde, dass es zur vorgesehenen weiteren Trassenführung durch Riegelsberg keine erstzunehmende Alternative gebe, müsse hier nun schnellstmöglich weitergemacht werden. Wie ein zukünfti­ges Saarbahn-Netz aussehen könne, lasse sein Ministerium derzeit überprüfen. Dr. Georgi kündigte an, dass die Saarbahn bereits 2003 nach Völklingen und zum Burbacher SITZ fahren werde. "Daneben ist für mich klar: langfristig muss aus der Saarbahn eine Saar-Moselle-Bahn werden, die auch nach Frankreich fährt". Für Staatssekretär Henner Wittling vom Bundesver­kehrsministerium gibt es nach seinen Worten kein besseres Argument für den Erfolg der Saar­bahn als die positiven Fahrgastentwicklungen der letzten Monate. Es sei erklärtes Ziel der Bundesregierung, durch wirtschaftliche Nahverkehrsangebote die Städte vom Autoverkehr zu entlasten und das Umsteigen auf Busse und Bahnen als sichere und umweltfreundliche Ver­kehrsmittel zu fördern. "An uns wird es nicht liegen, dass das Projekt Saarbahn zügig voran­getrieben werden kann!" Mit der Ankunft der Saarbahn in Riegelsberg sei ein neues Kapital in der langjährigen Geschichte einer Schienenverbindung zwischen Riegelsberg und Saarbrü­cken aufgeschlagen worden, gab sich der Riegelsberger Bürgermeister Lothar Ringle über­zeugt davon, dass sich viele Riegelsberger von der Attraktivität der Saarbahn als modernem Verkehrsmittel überzeugen werden und diese komfortable Anbindung an die Landeshaupt­stadt nicht mehr missen wollen. Eine wesentliche Bedeutung komme dabei aber auch den neu eingerichteten Ortsbuslinien zu, die es den Bewohnern der Ortsteile Pflugscheid und Hilschbach ermöglichen, sowohl das Ortszentrum als auch die Saarbahn schnell und bequem zu erreichen. Ringle verwies aber auch darauf, dass mit dem Saarbahn-Weiterbau durch Rie­gelsberg nach Walpershofen ein ungleich schwierigerer Teilabschnitt vor Riegelsberg und der Saarbahn liege. Er sicherte den von den Bauarbeiten unmittelbar Betroffenen zu, dass alles getan werde, um die Belastungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten. Saarbrückens OB Hajo Hoffmann erklärte, dass mit der Eröffnung der Haltestelle Riegels­berg-Süd die erste innerstädtische Strecke der Saarbahn komplett fertig gestellt sei. "Ich hoffe, dass es nun zügig gelingt, die zweite Strecke Richtung Burbach und Völklingen über die Rot­feldkurve anzugehen". Denn Saarbrücken gewinne durch die Saarbahn nicht nur an Mobilität sondern auch an Attraktivität. Die Fahrzeit von Riegelsberg-Süd bis zur Saarbrücker Innen­stadt beträgt rund 20 Minuten, bis zum anderen Endpunkt der Saarbahn in Saargemünd 47 Minuten. In der Hauptverkehrszeit gilt dabei ein 7,5-Minutentakt, in den Nebenzeiten ein Viertelstundentakt. Zahlreiche interessierte Bürger nutzten am Eröffnungstag die Gelegenheit einer kostenlosen Probefahrt zwischen dem neuen Endhaltepunkt Riegelsberg-Süd und dem Saarbrücker Hauptbahnhof. Unverständlich erschien dabei vielen der ansonsten total begeis­terten Saarbahn-Freunde, dass die Verantwortlichen für diese Shuttle-Fahrten keine Doppel­züge eingesetzt hatten und es dadurch teilweise zu unerträglichen Verhältnissen kam. Mehrere minutenlange, für die Fahrgäste unverständliche, Halts auf freier Strecke führten in den über­füllten Wagen zudem zu Unverständnis und Ärger, was durchaus vermeidbar gewesen wäre und dem Projekt Saarbahn bei den Fahrgästen zu einem noch besseren als ohnehin vorhande­nen guten Image verholfen hätte. (Saarbrücker Wochenspiegel 26.09.01)

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Jungfernfahrt mit Tempo 70

  Riegelsberg ist erreicht: "Ein kleiner Schritt für die Saarbahn,aber ein großer für das Köllertal"

Von NINA LONCAR

  

Saarbrücken/Riegelsberg. Über azurblauen Herbsthimmel ziehen weiße Schäfchenwolken, als wollten sie die Farben der Saarbahn spiegeln, die pünktlich um elf Uhr an der Haltestelle Rastpfuhl einfährt. Mit blau-weißen Girlanden sind die Wagen zur ersten offiziellen Fahrt über die nördliche Stadtgrenze hinaus geschmückt, in großen Lettern prangt das Ziel auf der Anzeigetafel: Riegelsberg-Süd. Rund 15 Monate haben die Bauarbeiten an diesem fünf Kilo­meter langen Streckenabschnitt von der Haltestelle Siedlerheim bis ins Köllertal gedauert und dabei 38 Millionen Mark verschlungen. In sieben Minuten soll uns die "Premieren"-Saarbahn bis Riegelsberg befördern, und flink steigen im Blitzlichtgewitter Saarbrückens Oberbürger­meister Hajo Hoffmann, der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi sowie der Riegelsberger Bürgermeister Lothar Ringle in die Wagen. Auch Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Walter ist mit von der Partie, als sich die Bahn mit kurzem Vibrieren in Bewegung setzt. "Man kommt sich vor wie auf der Jungfernfahrt der Titanic. Ich weiß gar nicht, in wel­che Richtung ich schauen soll", flachst ein älterer Herr, der als Fahrgast schon vor mehr als 50 Jahren erste Straßenbahnerfahrungen auf dieser Strecke sammelte. "Ganz schöne Power", hö­re ich den 14-jährigen Florian neben mir flüstern - immerhin beschleunigt das Gefährt nun auf flotte 70 Stundenkilometer. Vorbei geht es an der Haltestelle Heinrichsaus, wo viele Passan­ten winken und Fotos schießen. Blaue, weiße und orangefarbene Luftballons vollführen im Wind lustige Tänze. Wir nähern uns der vorläufigen End-Haltestelle Riegelsberg-Süd und er­reichen schließlich, als erste offizielle Fahrgäste, mit der schmucken Saarbahn das Köllertal. Marschmusik brandet auf, auch hier Luftballons, Wimpel und lautstarker Applaus einer riesi­gen Menschenmenge. Der 30-jährige Saarbahnfahrer Frank Blank ist überwältigt: "Solch eine Begrüßung ist ein wahnsinnig beeindruckendes Erlebnis." Während die Bahn sich schon für die erste Rückfahrt und den nun folgenden Pendelverkehr rüstet, beginnen im Festzelt die Fei­erlichkeiten mit einer Ansprache von Norbert Walter. "Ich sehe es mit Freude, dass sich die Saarbahn langsam auch einen Platz in den Herzen der Riegelsberger Bürger erobern kann. En­de Oktober wird die Planfeststellung für den weiteren Streckenverlauf durch Riegelsberg vor­liegen, und ich bin optimistisch, dass wir bis zum Jahr 2004 die Gesamtstrecke von Saargemünd bis Lebach fertig gestellt haben", erläutert der Saarbahn-Geschäftsführer und gibt das Wort an den Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Henner Wittling, ab. Der kann sich über die "Erfolgsstory Saarbahn" nur freuen, denn eine Verdopplung der Fahrgast­zahlen in den nunmehr vier Jahren ihrer Nutzung spricht für sich. Auch Hoffmann und Ringle zeigen sich als Saarbahn-Fans: "Zur Infrastruktur einer gesunden Gemeinde wird über kurz oder lang ein Saarbahn-Anschluss gehören", meint Hoffmann, der auch den weiteren Stre­ckenausbau, ob nun in Richtung Völklingen oder Saarbrücken-Schafbrücke, befürwortet. Ringle betont, dass sich Riegelsberg nun an einer wichtigen Nahverkehrsachse befinde: "Die Saarbahn verhilft dem Köllertal zu noch mehr Identität, und wir werden auch die Bauarbeiten für den nächsten Abschnitt überstehen." Georgi formuliert es noch treffender: "Dies ist ein kleiner Schritt für die Saarbahn, aber ein großer für Riegelsberg und das Köllertal." Die Fest­gäste nehmen unterdessen die neue Fahrstrecke der Bahn genau in Augenschein und wett­eifern um die besten Sitzplätze. Mit Rauhaardackeldame Rubina sind beispielsweise Sonja und Walter Petzinger aus Riegelsberg unterwegs nach Saarbrücken, um anschließend wieder nach Hause zu laufen. "Ein tolles Verkehrsmittel. Und so umweltfreundlich", sagen sie. Auch Kathrin und Arthur Steinle sind mit Sohn Martin, sieben Jahre alt, in der Saarbahn unterwegs: "Die Bahn ist bequem und schnell", sagt Martin ganz pragmatisch, schließlich hat er gerade  eine Stunde Kinderprogramm im Spielbus und auf der Hüpfburg hinter sich. Später, nach dem Festprogramm mit Alice Hoffmann und der Band "Anita & the Loverboys", möchte die Fami­lie mit den neuen Riegelsberger Zubringerbussen zurück nach Hause fahren. Und auch ältere Riegelsberger freuen sich: "Eine enorme Erleichterung für uns", findet Rentnerin Liesel Schmidt, die ihre Besorgungen in Zukunft ganz bequem erledigen kann, und steigt in die Saarbahn, die ab heute in Hauptverkehrszeiten im komfortablen 7,5-Minuten-Takt von Rie­gelsberg-Süd in die Landeshauptstadt und umgekehrt verkehren wird. In Nebenzeiten sichert ein 15-Minuten-Takt beste Verkehrsanbindung. Kostenlose Fahrpläne in den Ticket-Ver­kaufsstellen und im Saarbahn+Bus-Kundenzentrum, Saarbrücken (SZ v. 24.09.01)

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Eröffnung der Haltestelle Riegelsberg-Süd
(VVS-Konzern)

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  Am Sonntag, den 23. September um 11.09 Uhr war es so weit: Die erste offizielle Saarbahn rollte an der Haltestelle Riegelsberg-Süd ein. Mit dabei waren der saarländische Wirtschafts­minister Dr. Hanspeter Georgi, der Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Henner Wittling, der Riegelsberger Bürgermeister Lothar Ringle, Saar­brückens Oberbürgermeister Hajo Hoffmann, die Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Walter, Dr.-Ing. Walter Keudel und Prof. Dr. Franz Heinrich sowie zahlreiche offizielle Vertreter aus Wirtschaft, Handel, Politik und Vereinen. An der Haltestelle Riegelsberg-Süd wurden sie von den Bürgerinnen und Bürgern begrüßt. Weiter ging es dann im Festzelt bei einem offiziellen Festakt und einem zünftigen Volksfest. Der neue Streckenabschnitt Für die 5 km lange Stre­cke zwischen den Saarbahn-Haltestellen Siedlerheim und Riegelsberg-Süd benötigt die Saar­bahn eine Fahrtzeit von sieben Minuten. Zwischenhalt ist dabei die Haltestelle Heinrichsaus, an die auch ein Parkplatz angegliedert ist. Der Bau der Strecke wurde zwischen Frühjahr 2000 und August dieses Jahres mit einem Aufwand von 38 Millionen Mark fertig gestellt. Die da­bei größten errichteten Bauwerke sind die Brücke an der Hubert-Müller-Straße und die Geh- und Radwegbrücke, die eine Verlängerung des bestehenden Geh- und Radweges darstellt. Wie und wo es weiter geht Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Walter begrüßte die Gäste der Eröffnungsfeier. Er betonte, dass mit dem neuen vorläufigen Endpunkt der Saarbahn diese nun auch in nördlicher Richtung die Grenzen der Landeshauptstadt Saarbrücken überwunden habe. "Voraussichtlich im Herbst wird die Planfeststellung für die Strecke durch Riegelsberg vorliegen", so Walter weiter, "dann geht es zügig weiter auf dem Weg der Saarbahn nach Le­bach. Im Jahr 2004 wollen wir die Gesamtstrecke von Saargemünd nach Lebach fertig gestellt haben." "Ein modernes Nahverkehrs-System wie die Saarbahn gehört zu einem modernen Wirtschaftsstandort", unterstrich der saarländische Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi. "Mit rund 26 Millionen Mark hat die Landesregierung den Bau des Abschnitts sowie den Kauf der dazu notwendigen Fahrzeuge unterstützt." 2005 nach Völklingen und zum SITZ und Burbach Wie ein zukünftiges Saarbahn-Netz aussehen kann, lasse das Wirtschaftsministerium zur Zeit überprüfen. "Die ersten Ergebnisse des Gutachtens", kündigte Georgi an, "werden wir den betroffenen Kommunen kommende Woche präsentieren. Nach Völklingen und zum SITZ in Burbach wird die Saarbahn bereits 2003 fahren. Daneben ist für mich klar: langfristig muss aus der Saarbahn eine Saar-Moselle-Bahn werden, die auch nach Forbach fährt." Der Staats­sekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Henner Wittling, wies in seinem Grußwort auf die Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs für die Bundesregierung hin. Es sei erklärtes Ziel dieser Regierung, durch wirtschaftliche Nahver­kehrsangebote die Städte vom Autoverkehr zu entlasten und das Umsteigen auf Busse und Bahnen als sichere und umweltfreundliche Verkehrsmittel zu fördern. Die Investitionen Für  Investitionen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden stellt der Bund jährlich rund 3,3 Milliarden Mark zur Verfügung. Auch die Saarbahn profitiert von diesen Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. "Der Bund hat für dieses Projekt be­reits rund 116 Millionen Mark Fördermittel bereitgestellt, und auch für das laufende Jahr sind wieder 20 Millionen Mark vorgesehen, mit denen ein zügiger Weiterbau der Stadtbahn Saar gewährleistet ist", betonte Wittling. Aber nicht nur Investitionen werden gefördert. Zur Ver­wirklichung eines Nahverkehrskonzeptes, das auf die Bedürfnisse vor Ort abgestimmt ist, werden vom Bund für die Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs den Ländern umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt. Auch für das Saarland erfolgte eine kontinuierli­che Steigerung der anteiligen Regionalisierungsmittel von rund 126 Millionen Mark (1996) auf zuletzt rund 184 Millionen Mark (2001), also um etwa 46 Prozent. Ringle: Riegelsberg nun angebunden Lothar Ringle, Riegelsberger Bürgermeister betonte, dass mit der Ankunft der Saarbahn in Riegelsberg ein neues Kapitel in der langjährigen Geschichte einer Schienen­verbindung zwischen Riegelsberg und Saarbrücken aufgeschlagen werde. "Mit der Eröffnung der neuen Haltestelle Riegelsberg-Süd werden sich viele Riegelsberger Bürgerinnen und Bür­ger von der Attraktivität der Saarbahn als modernes Verkehrsmittel überzeugen können und diese komfortable Anbindung an die Landeshauptstadt bald nicht mehr missen wollen", so Ringle weiter. Die neuen Ortsbuslinien "Eine wesentliche Bedeutung kommt dabei den neu eingerichteten Ortsbuslinien 85, 86 und 87 zu, die es den Bewohnern der Ortsteile Pflugscheid und Hilschbach ermöglichen werden, sowohl das Ortszentrum als auch die Saarbahn schnell und bequem zu erreichen." Ringle verwies darüber hinaus auch darauf, dass mit dem Weiter­bau der Saarbahn durch Riegelsberg nach Walpershofen ein ungleich schwierigerer Teilab­schnitt vor Riegelsberg und der Saarbahn liege. Er habe Verständnis für die Sorgen und Ängs­te der unmittelbar betroffenen Anwohner und Gewerbetreibenden und sichere ihnen bereits jetzt zu, dass alles getan werde, um die Belastungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten. "Mit der Eröffnung der Haltestelle Riegelsberg-Süd sind wir unserem Ziel, den Riegelsbergern einen leistungsfähigen und bezahlbaren ÖPNV anzubieten, bereits einen bedeutenden Schritt weiter gekommen," so Ringle abschließend. Statements Saarbrückens Oberbürgermeister Hajo Hoffmann erklärte, dass mit der Eröffnung der Haltestelle Riegels­berg-Süd die erste innerstädtische Strecke der Saarbahn komplett fertig gestellt sei. "Ich hoffe, dass es nun ebenfalls zügig gelingt, die zweite Strecke Richtung Burbach über die Rotfeldkur­ve anzugehen. Denn Saarbrücken gewinnt durch die Saarbahn nicht nur an Mobilität, sondern auch an Attraktivität", so Hoffmann. Stadtverbandspräsident Michael Burkert stellte heraus: "Mit der neuen Strecke rücken Saarbrücken und Riegelsberg enger zusammen. Angesichts der starken täglichen Pendlerströme auf dieser Strecke wird die Saarbahn mit Sicherheit zu einer Entlastung führen. Das hat schon die Anbindung von Kleinblittersdorf bewiesen. Ich hoffe, dass noch weitere Kommunen im Stadtverband an dieses moderne und umweltschonende Nahverkehrsmittel angebunden werden." Die Fahrtzeit von Riegelsberg-Süd bis zur Saarbrü­cker Innenstadt beträgt rund 20 Minuten, bis zum anderen Endpunkt der Saarbahn in Sarreguemines 47 Minuten. Neue Ortsbuslinien in Riegelsberg. Die neue Haltestelle bringt auch für den gesamten ÖPNV in Riegelsberg deutliche Verbesserungen mit sich: Ab Montag, den 24. September werden in Riegelsberg Ortsbuslinien eingesetzt, die mit kleineren, wendi­gen Midi-Bussen bedient werden. Die Linien 85 und 86 bringen die Fahrgäste der Saarbahn von der Haltestelle Riegelsberg-Süd und von der Ortsmitte auf kurzen Wegen von und zu ihren Zielen in Hilschbach, Buchschachen und Hixberg. Für die ebenfalls neue Ortsbuslinie 87 liegt inzwischen eine vorläufige Genehmigung des Wirtschaftsministeriums vor, sodass sie ab Montag, den 24. September ebenfalls ihren Dienst aufnehmen kann, wenn auch die geplan­ten Haltestellen Pflugscheid-Schule und Hixberg Gasthaus Diesinger nicht angefahren werden können. Eine endgültige Regelung konnte mit der RSW, die in diesem Gebiet ebenfalls Kon­zessionen hat, bisher noch nicht erreicht werden. Linien 20 und 31: Fahrplan wird ausgewei­tet. Zudem wurde der Fahrplan für die Linien 20 und 31 ausgeweitet: Sie fahren auch nach der  Eröffnung der Saarbahn-Haltestelle Riegelsberg-Süd montags bis samstags zu den bisher ge­wohnten Zeiten ab 4.00 Uhr bzw. 4.52 Uhr. Neu ist allerdings, dass der Halbstundentakt bis abends 0.00 Uhr ausgeweitet wird. Sonntags fahren die Busse der beiden Linien ab 7.00 Uhr im Halbstundentakt, ebenfalls bis 0.00 Uhr. Zusätzlich gibt es die ganze Woche über danach noch "Spätabends-Fahrten". Schülerverkehr: Wie bisher. Beim Schülerverkehr bleibt alles beim Alten: Zu den gewohnten Zeiten fahren die Busse die Schülerinnen und Schüler direkt zu ihren Saarbrücker Schulen. Saarbahn im 7,5-Minuten-Takt Für die Saarbahn heißt es in den Hauptverkehrszeiten alle 7,5 Minuten und in den Nebenzeiten im Viertelstunden-Takt "Auf nach Saarbrücken". Und damit die Neuerungen bei SaarBahn+Bus, die ab Montag, den 24. September gelten, auch allen Fahrgästen in Riegelsberg bekannt sind, haben die Verkehrs­unternehmen an alle Riegelsberger Haushalte eine aktuelle Ergänzung zum Bus-Schiene­Fahrplan herausgegeben, die die neuen Linien und Fahrzeiten auflistet. Der Ergänzungsfahr­plan ist zudem in allen Vorverkaufsstellen und im Kundenzentrum von SaarBahn+Bus im Rathaus-Carée kostenlos erhältlich. (VVS-Konzern 24.09.01)

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