Presseberichte zur Warndt- und Rosseltalbahn

Saarbrücker Zeitung, 04.01.2006

OB besteht auf Haltepunkt Luisenthal

Schlechte Aussichten für die Rosseltal-Bahnstrecke

Deutsche Steinkohle AG lässt noch Kohlezüge fahren Völklinger Verwaltungschef will Angebot mit mehr normalen Züge nach Saarbahn-Stopp nur als Zwischenlösung akzeptieren

Der vorläufige Stopp des Saarbahn-Baus nach Völklingen bewegt die Gemüter. Oberbürgermeister Klaus Lorig betonte gestern, die Saarbahn sei für die Stadt unverzichtbar. Die Saarbahn auf der Rosseltal-Bahnstrecke, mit Anbindung ans lothringische Schienennetz: Davon träumen Bahn-Freunde im Warndt. Doch es gibt kaum Chancen, dass dieser Traum wahr wird.  

von sz-redakteur bernhard geber
Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Völklingen. Die Landesregierung hat entschieden, die Saarbahnstrecke von Saarbrücken bis Völklingen auf unbestimmte Zeit zurückzustellen. Als Ausgleich soll ab Ende 2007 ein Zug im 30-Minuten-Takt zwischen Völklingen und Saarbrücken verkehren (die SZ berichtete). Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) will diese Entscheidung allenfalls als Zwischenlösung hinnehmen, wie er gestern in einem SZ-Gespräch unterstrich. In einem Brief an Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi betonte der Völklinger Verwaltungschef gestern bereits, dass er auf jeden Fall auf einem Haltepunkt in Luisenthal bestehe.

Dieser Haltepunkt, so Lorig, sei dringend notwendig, um das brachfallende Gelände der Deutschen Steinkohle AG (DSK) zu entwickeln. Zusammen mit der geplanten Umgehungsstraße und den großzügigen Gruben-Parkplätzen biete sich Luisenthal als Umsteiger-Bahnhof an. Wenn man die Wirtschaftlichkeit von Luisenthal berechnen wolle, sei die Überlegung mit einzubeziehen, dass der IT-Park im Saarbrücker Stadtteil Burbach nur deshalb entstanden sei, weil man ihn bewusst entwickelt habe.

Laut Lorig hat die im Koalitionsvertrag auf Bundesebene festgehaltene Absicht, die Zuschüsse für den öffentlichen Personennahverkehr zu kürzen, auf das Saarbahn-Projekt durchgeschlagen. Die Landesregierung habe deshalb entschieden, sich auf Strecken zu konzentrieren, die bereits im Ausbau seien. Die Saarbahn bleibe dennoch für Völklingen unverzichtbar. Völklingen betrachte seinen Bahnhof als Weltkulturerbe-Bahnhof, und die Saarbahn spiele im Umstrukturierungsprozess für die Stadt eine große Rolle. Lorig: „Eine Verschiebung dieses Projektes ins zweite Jahrzehnt dieses Jahrtausends wäre sehr negativ.“

Hans Agostini, Vorsitzender des Völklinger Wirtschaftskreises, äußerte gestern sein Bedauern, dass das Projekt auf Eis gelegt worden sei. Die Saarbahn-Verbindung von Völklingen in andere Städte sei eine wichtige Trasse, die mit Priorität zu sehen sei. Für Gewerbetreibende sei es wesentlich, den Kunden auch von den Verkehrsanbindungen her die Möglichkeit der freien Entscheidung zu schaffen. Völklingen setze mit auf Kundschaft, die sonst nach Saarbrücken oder Saarlouis fahre.

Gisela Rink, Völklinger Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, erfuhr die Nachricht vom Saarbahn-Stopp gestern durch einen SZ-Anruf während ihres Winterurlaubs im Allgäu. Rink sagte in einer ersten Stellungnahme: „Mir ist wichtig, dass die Leute gut von Völklingen nach Saarbrücken kommen – regelmäßig, zuverlässig und kostengünstig.“

Manfred Baldauf, FDP-Landtagsabgeordneter aus Völklingen, sagte, seine Fraktion werde dieses Thema im Landtag zur Sprache bringen: „Es geht in die Richtung eines Skandals.“ Völklingen und kleinere Stadtteile würden „erneut abgehängt und benachteiligt“. Es sei völlig falsch, „die Prioritäten nur in Richtung Lebach zu setzen“. Unverständlich sei auch, warum der bessere Bahn-Takt bis Völklingen erst 2007 kommen solle. „Die Saarbahn muss nach Völklingen, und damit basta“, sagte Erik Kuhn, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Alles andere bedeute einen weiteren Rückschlag für die Stadt. Das jetzige Umschwenken sei ein Beweis dafür, wie wenig man seitens des Landes wirklich bereit sei, Völklingen unter die Arme zu greifen.

Schon im Juli vorigen Jahres hatten die Völklinger Grünen dafür plädiert, das normale Bahn-Angebot zu verbessern, anstatt auf die Saarbahn zu setzen. Ihr Sprecher Manfred Jost sagte nun: „Was mir missfällt, ist, dass man sich mit der Einführung des Halb-Stunden-Taktes zwei Jahre Zeit lassen will. Der muss spätestens im Sommer stehen.“ Völklingen/Großrosseln. Nicht nur Völklinger, sondern auch Großrosseler Hoffnungen richten sich auf die Saarbahn. Die Überlegung: Zwischen der Rosseltal-Bahnstrecke und dem lothringischen Bahnnetz fehlen nur wenige Gleis- und Oberleitungskilometer. Erhielte man die Bahn-Anlagen beidseits der Grenze und schlösse die kurze Lücke, dann wäre der bisher schlecht ans Verkehrsnetz angebundene Warndt – grenzüberschreitend – über Schienenwege erschlossen. Und ein schnelles, attraktives Verkehrsmittel wie die Saarbahn gäbe dem Warndt für Zuzügler wie für Ausflügler größere Anziehungskraft.

Doch die Chancen, dass im Warndt Saarbahn-Träume in Erfüllung gehen, stehen nicht gut. Die Deutsche Steinkohle AG (DSK), mit Kohle-Zügen vom Bergwerk Warndt nach Fürstenhausen bisher (fast) einzige Nutzerin der Rossel-Strecke, hat ihren Vertrag mit der Deutschen Bahn (DB) zum Jahreswechsel gekündigt – das teilte Gregor Zewe von der DSK-Pressestelle gestern auf SZ-Anfrage mit. Auf dem Bergwerksgelände lagere derzeit nur noch ein Kohle-Rest von 10000 bis 20000 Tonnen. Den könne man notfalls auch über die Straße abtransportieren. Die DSK gehe aber davon aus, dass das von der DB eingeleitete Stilllegungsverfahren noch mindestens bis zur Jahresmitte dauern werde; bis dahin bleibe die Strecke betriebsbereit, so dass die DSK eventuell auch noch Kohle-Züge einsetzen könne.

Zum Thema Strecken-Stilllegungen erklärt Hartmut Lange von der DB-Pressestelle, dass hier ein Standard-Verfahren gelte; das Eisenbahnbundesamt müsse jede Stilllegung genehmigen. Zuvor sei das Land als Träger des Regionalverkehrs gefragt: Wolle es eine Strecke erhalten, könne es sie von der DB übernehmen und einen Betreiber dafür suchen. Im Warndt ist aber keine Intervention des Landes geplant. Ja, es habe schon mal eine Studie gegeben über grenzüberschreitenden Ring-Verkehr auf der Rossel-Strecke, sagt Christoph Britz von der Pressestelle des Wirtschaftsministeriums. Doch Verkehrs-Fachleute schätzten das Potenzial dieser Route als gering ein, „das hat keine sehr hohe Priorität“. Also „sieht es nicht so aus, als würde dort in den nächsten zehn Jahren eine Saarbahn fahren“. „Diese Entscheidunggeht in die Richtungeines Skandals.“   Manfred Baldauf, FDP

Meinung

Völklingen als Verlierer?

von sz-redakteur  Bernhard geber

Zunächst sollte die Saarbahn 2007 in Völklingen einlaufen. Dann wurde wegen angeblich gravierender Grubenschäden an der Bahnstrecke durchs Saartal der Termin auf 2009 verschoben. Und nun heißt es sogar: auf unbestimmte Zeit. Wobei die Verantwortlichen die Schuld der unsicheren Lage nach dem Koalitionsvertrag in Berlin zuschieben. Doch das Vertrauen ist auf jeden Fall geschädigt.

Die Saarbahn ist für Saarbrücken zu einer einzigen Erfolgs-Story geworden. Gleichzeitig haben die Völklinger für ihre Stadtentwicklung schon munter mit der Saarbahn geplant. Der Alte Bahnhof sollte sich zum Weltkulturerbe-Bahnhof entwickeln. Eine Haltestelle nahe des Stadtkerns sollte zusätzliche Belebung bringen. Und Luisenthal sollte nach der Grubenschließung neue Impulse durch einen Saarbahn-Haltepunkt erhalten.

Die Landesregierung verspricht nun als Ausgleich Zusatz-Züge. Doch die Frage ist berechtigt, warum diese Verbesserung erst Ende 2007 kommen soll. Zudem braucht Luisenthal möglichst schnell seinen Haltepunkt, wenn das frühere Grubengelände zukunftsweisend entwickelt werden soll.

Saarbrücker Zeitung 06.01.2006, Lokalteil Völklingen (B5)  
Leserbrief  
SAARBAHN  Das Rosseltal schnell bedienen  
Zum Artikel „OB besteht auf Haltepunkt Luisenthal" (4. Januar)  

Eine Verbindung zwischen Völklingen – Saarbrücken im 30-Minuten Takt besteht bereits. Mit einer zusätzlichen Verbindung bestünde eine Anbindung nach Saarbrücken alle 20 Minuten. Diese Verbindung könnte mit einem Halt in Luisenthal verbunden sein. Eine Realisierung sollte bis Sommer 2006 möglich sein.    
Ein Nutzen für Völklingen durch die Anbindung des Weltkulturerbes mit der Saarbahn kann ich nur dann erkennen, wenn auch eine Verbindung mit dem Industriedenkmal in Petite Rosselle hergestellt werden würde. Im übrigen sollten die Verantwortlichen die Schnellbusverbindung Völklingen – Saarbrücken beenden; eine Parallel-verbindung, deren Kosten eingespart werden könnten.    
Die Rosseltalstrecke sollte dagegen schnellstens bedient werden, denn sie ist noch voll betriebsfähig. Eine standardisierte Bewertung bezieht Investitionskosten mit ein, und bei einer noch befahrenen Strecke sind diese naturgemäß weit geringer als bei einer stillgelegten Strecke. Der Warndt könnte mit der Bahn bis Dorf im Warndt erschlossen werden. Von dort könnte ein Zubringerbussystem für weitere Orte eingerichtet werden.     
Zur Finanzierung möchte ich auf Mittel der EU verweisen sowie auf die DSK, die nach Schließung des Bergwerkes Warndt der Region Hilfen in Aussicht stellte. Weiter möchte ich anregen, Mülltransporte nach Velsen und Schlackentransport nach Illingen mit der Bahn zu erledigen sowie gegebenenfalls die Zulieferungen zum möglichen Biomassekraftwerk auf dem Bergwerksgelände.    
   Konrad Kunz, Blieskastel, früher Geislautern  

Saarbrücker Zeitung 10.1.2006, Lokalteil Völklingen:

Die Rosseltal-Bahn steht zum Verkauf
Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Die Deutsche Bahn AG (DB) will die 12,5 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen dem Bahnhof Fürstenhausen und der Grube Warndt stilllegen. Wie es in solchen Fällen üblich ist, hat die DB die Anlagen zum Verkauf oder zur Verpachtung angeboten. Interessenten müssen freilich in den kommenden Jahren mit hohen Sanierungs-Kosten rechnen.

Die Kohle-Züge mit der Aufschrift "Heimatbahnhof Fürstenhausen" - hier das Original und eine Spielzeug-Nachbildung - fahren seit Jahresbeginn nicht mehr auf dem Gleis zwischen Fürstenhausen und der Grube Warndt. Nur Modelleisenbahner können die traditionellen Güterzüge noch rollen lassen.    Foto: Schedler

Großrosseln/Völklingen. Haben Sie gerade 129067 Euro übrig? Wenn ja, dann könnten Sie Bahn-Besitzer werden. Denn für die genannte sechsstellige Summe steht derzeit die 12,5 Kilometer lange, eingleisige Strecke zwischen dem Bahnhof Fürstenhausen und der Grube Warndt zum Verkauf. Wobei das letzte Anschluss-Stück in Fürstenhausen, auf dessen Bahnkörper mehrere Gleise verlaufen, nicht verkäuflich ist, man kann es nur pachten; Kostenpunkt pro Jahr: 1617 Euro plus Mehrwertsteuer. Alternativ könnte man auch die gesamte Strecke pachten, wofür jährlich 11942 Euro plus Mehrwertsteuer zu berappen wären. Jährliche Kosten von 11000 Euro für den "Eisenbahninfrastruktur-Anschluss", also die Gleis-Anbindung an die weite Welt, kämen hinzu. Ob Kauf oder Pacht, die Sache braucht schnell Entschlossene. Denn die Ausschreibung, die die Deutsche Bahn (DB) Netz AG im Internet veröffentlicht hat, gilt nur bis zum 25. Februar.

Hintergrund des Angebotes ist, dass die Anlage Warndt-Luisenthal des Bergwerks Saar im Juni 2005 ihren Abbau eingestellt hat. Seither wird dort keine neue Kohle mehr gefördert. Der Rohstoff, der noch auf dem Bergwerks-Gelände lagerte, ist mittlerweile zum großen Teil abtransportiert, nur noch 10000 bis 20000 Tonnen sind übrig. Also braucht die Deutsche Steinkohle AG (DSK) den Bahnanschluss zwischen Karlsbrunn und Fürstenhausen für ihre Zwecke nicht mehr und hat ihren Vertrag mit der Deutschen Bahn (DB) Netz AG gekündigt (wir berichteten). Da aber die DSK schon lange einzige Nutzerin der Strecke war, möchte die DB das für sie verlustträchtige Kapitel "Rosseltal-Bahn" schließen: Sie hat bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Eisenbahnbundesamt, die Stilllegung der Strecke beantragt. Dabei gehört es zum Standard-Verfahren, dass die zur Debatte stehenden Bahn-Anlagen Dritten zum Kauf oder zur Pacht angeboten werden - es wäre ja denkbar, dass Gleise oder Bahnhöfe, die für die Bahn selbst unrentabel sind, noch einem anderen Verkehrsbetreiber oder einem privaten Unternehmen Nutzen bringen.

Was die Gleise im Rosseltal angeht, muss man das aber bezweifeln. Denn hier sieht die "betriebswirtschaftliche Bewertung" der DB ungünstig aus. Die DB erinnert zunächst daran, dass der Personen-Verkehr bereits 1976 "wegen zu geringer Nachfrage" eingestellt wurde. Bis Ende 2005 rollten noch ein bis zwei Güterzüge pro Woche, seit dem Jahreswechsel aber nichts oder fast nichts mehr. Also kaum Einnahmen. Auf der anderen Seite, so die Angaben der DB, verursache die "Vorhaltung der Strecke" Kosten von mehr als 280000 Euro jährlich, mehr als die Hälfte davon für Personal - unter anderem müsse, um Züge durch den Gruben-Bahnhof zu leiten und zu rangieren, das dortige Stellwerk mit einem Mitarbeiter besetzt sein. Zu allem Überfluss seien in den kommenden fünf Jahren auch noch beträchtliche Investitionen nötig, jedenfalls nach dem "Standard DB Netz AG": 2006 sei eine Brückensanierung fällig, was mit etwa 954000 Euro zu Buche schlage. Und in den Folgejahren müsse man - rund 2,3 Millionen teuer - Gleise erneuern.

Nach dem Ende der Ausschreibungsfrist hat die Genehmigungsbehörde das Wort. Das Land kann bei der Entscheidung mitreden, etwa indem es Einwände gegen die Strecken-Stilllegung geltend macht. Es müsste dann jedoch alle Kosten und Pflichten für die Gleisanlage übernehmen. Deshalb, das stellte Philipp Britz von der Pressestelle des Wirtschaftsministeriums schon in der vergangenen Woche klar, wird das Land sich in Sachen Rosseltal-Bahn nicht einschalten.

Meinung
Ohne Geld keine Bahn-Zukunft
Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Kostspielige Investitionen sind nach Schätzung der Deutschen Bahn AG (DB) in den nächsten paar Jahren erforderlich, wenn auf der Gleisstrecke durchs Rosseltal der Zug-Betrieb weitergehen soll. Schwer zu sagen, ob die von der Bahn genannte Schätzung realistisch ist oder ob die Bahn - die wohl schon bisher auf dieser Strecke tiefrote Zahlen schrieb und daher offensichtlich an der Stilllegung interessiert ist - hier übertreibt. Aber vom Tisch wischen lassen sich die Hinweise auf eine bald fällige Brücken-Sanierung und in naher Zukunft nötige Gleis-Erneuerungen nicht: Sicherheit hat auf der Schiene in jedem Fall Vorfahrt. Mehrere Millionen Euro aber kann so rasch kaum eine öffentliche Stelle locker machen. So sieht es finster aus für die Zukunft der Strecke. Es sei denn, es fänden sich doch noch starke Streiter für die Rosseltal-Bahn, die gute Nutzungs-Ideen und viel Überzeugungskraft mitbringen. Auf längere Sicht aber, an dieser Einsicht führt kein Weg vorbei, muss Kapital her. Ohne Geld ist die Warndt-Bahn mausetot.

Hintergrund
Rechtsgrundlage für die öffentliche Ausschreibung der Rosseltal-Bahnstrecke ist Paragraf elf des Allgemeinen Eisenbahngesetzes, der die "Abgabe und Stilllegung von Eisenbahninfrastruktureinrichtungen" regelt. Danach braucht ein öffentliches Bahn-Unternehmen wie die Deutsche Bahn (DB) die Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes, wenn es einen Bahnhof oder eine Gleisstrecke nicht mehr betreiben will. Die DB muss dabei darlegen, dass und warum ihr der Betrieb der Anlagen "nicht mehr zugemutet werden kann". Zuvor muss sie die Anlagen Dritten zur Übernahme anbieten, per Ausschreibung im Bundesanzeiger oder im Internet. Wenn die wirtschaftlichen Gründe für die Stilllegung überzeugend sind, das Angebot ohne Echo bleibt und auch die an der Entscheidung beteiligten Landesbehörden keine Einwände erheben, dann muss die Stilllegungs-Erlaubnis erteilt werden. dd

Betreff: Artikel „Die Rosseltalbahn steht   
zum Verkauf“  vom 10.01.06

Leserbrief der IGWRB

Zunächst großes Lob an Frau Döpke für ihre engagierte Berichterstattung. Leider schreiten die Stilllegungsbemühungen schneller voran als auch bei pessimistischster Betrachtung befürchtet. Ohne massiven Bürgerprotest ist die Stilllegung beschlossene Sache. Auch die örtlichen Parteien sollten sich dringendst engagieren. Die Rechnung der Bahn ist unglaubwürdig, denn die Bahnstrecke war ohne Einschränkungen befahrbar; kurzfristig sind m.E. keine Investitionen erforderlich. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bis zur Aufgabe des Personenverkehrs 1976, angeblich „wegen zu geringer Nachfrage“, werktäglich 3 Zugpaare die Strecke nach Saarbrücken bedienten wovon 4 Züge, die von Berufstätigen und Schülern benutzt wurden, sehr gut besetzt waren. Nach Einstellung des Personenverkehrs erfolgte ein Umstieg auf den Pkw; das Busangebot  wurde bis heute nicht angenommen. Eine wesentliche Entlastung der Straßen könnte nur durch die Saarbahn erfolgen. Alle Bemühungen zur Verkehrsberuhigung, z.B. der Ludweilerstraße in Geislautern, sind verfehlt und reine Geldverschwendung, wenn der Verkehr nicht auf die Schiene verlagert werden kann. Mittel zur Verkehrsberuhigung sind am wirkungsvollsten in Bahnverbindungen angelegt. Das Desinteresse der Landesregierung an einer Übernahme der Strecke belegt ihr kurzsichtiges Denken und ihre Unfähigkeit bezüglich einer vernünftigen Verkehrsinfrastruktur. Noch in der Beilage zur SZ vom 15.11.2005 „Wirtschaftsland Saarland“ wurde darüber berichtet, dass eine Strecke von Saarbrücken über Gersweiler, Großrosseln nach Forbach im Gespräch sei. Nur 1,5 Monaten später ist alles vom Tisch. Der Warndt wird benachteiligt zugunsten der Strecke nach Lebach. Das mindeste wäre der Kauf der Strecke durch das Land zum Erhalt der Bahninfrastruktur für künftige Optionen.

Konrad Kunz

 SOL.DE | saarland online | völklingen,  art2812,1713375.html, 26.04.2006

Rosseltalbahn: Ein Ende, ein Anfang        ..  

Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Für die Rosseltalbahn will die Eigentümerin, die Deutsche Bahn (DB) Netz AG, jetzt die Stilllegung beantragen: Ende öffentlichen Bahnbetriebs auf der Strecke. Zugleich ein Anfang, die Gleise als private Anschlussbahn zu verpachten - an die Deutsche Steinkohle AG, die hier noch drei, vier Jahre Kohle transportieren will. 

Völklingen/Großrosseln. Zwar rollen keine Kohle-Züge mehr vom Karlsbrunner Gelände des Bergwerks Saar in Richtung Fürstenhausen die Anlage Warndt  / Luisenthal des Bergwerks hat bekanntlich die Förderung eingestellt. Trotzdem wird es in den nächsten drei, vier Jahren noch Bahnbetrieb geben auf den Gleisen der Rosseltal-Strecke, wenigstens auf dem Teilstück zwischen Velsen und Fürstenhausen.

Denn die Deutsche Steinkohle AG (DSK) möchte die Schiene nutzen, um ihre in Velsen lagernden Rest-Vorräte an Warndtkohle - nach Auskunft von DSK-Sprecherin Annette Weinmann rund 300000 Tonnen - zu den Abnehmern zu bringen, zu Stahl- und Kraftwerken.
Und dazu will sie die Gleisstrecke pachten.

Rückblende: Im November, als sich das Ende der Kohle-Transporte vom Bergwerk aus absehen ließ, hatte die Eigentümerin, die Deutschen Bahn (DB) Netz AG, die 12,5 Kilometer lange Rosseltal-Strecke im Internet ausgeschrieben zum Verkauf oder zur Verpachtung. Gesucht: Interessenten, die auf der Strecke öffentlichen Bahnbetrieb weiterführen wollten. Pferdefuß dabei: Nach den für öffentlichen Bahnbetrieb gültigen Sicherheits-Bestimmungen der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung des Bundes, denen auch die DB selbst verpflichtet ist, hätte ein neuer Betreiber in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro investieren müssen in die Sanierung der Strecke. Dennoch meldeten sich vier Interessenten (wir berichteten). Ihre Verhandlungen mit der DB blieben jedoch erfolglos, wie DB-Pressesprecher Hartmut Lange auf SZ-Nachfrage mittteilte. Die DB will nun das Eisenbahnbundesamt bitten, die Strecke offiziell stilllzulegen. Das bedeutet das Ende öffentlichen Bahnverkehrs dort. Es ist zugleich Voraussetzung dafür, dass die Strecke als so genannte Saarland-Besitzer Anschlussbahn, also in privater Regie, betrieben werden kann - eben werden das hat die DSK vor. Sie benötigt für ihre Zwecke nur das Teilstück von Velsen nach Fürstenhausen. Es sei noch offen, sagt Weinmann, was aus der Rest-Strecke nach Karlsbrunn werde, ob man sie womöglich mitpachten müsse. Klar aber ist bereits, dass maximal zwei Züge täglich rollen können. Natürlich auch weniger, gefahren wird  nach Bedarf. Im Rangierbetrieb, also mit höchstens 25  Stundenkilometern; Zugbetrieb, bei dem es schneller gehen darf, würde höhere Ansprüche an die Strecke stellen, für deren Betriebstüchtigkeit und Verkehrssicherheit dann die DSK zu sorgen hat. Und hier plant die DSK keine Investitionen. Mit einer Ausnahme: Die Oberleitungen seien einerseits sanierungs-bedürftig, sagt Weinmann, andererseits störend beim Beladen der Züge. Daher will die DSK sie zum großen Teil abbauen.

Für die Diesel-Lokomotiven, die die Kohle-Transporte ziehen sollen, würden sie ohnehin nicht gebraucht.

Meinung

Aufschub nährt die Hoffnung
Von SZ-Redakteurin
Doris Döpke

Stilllegung: ja; für öffentlichen Bahnbetrieb auf der Rosseltal-Strecke gibt es vorerst keine Zukunft. Das ist bedauerlich, überrascht aber nicht. Scheint es doch sehr fraglich, ob man diese Bahntrasse derzeit auf rentable Art nutzen könnte. Gleise abbauen: nein; denn die Schienen werden noch drei, vier Jahre benötigt, so lange, bis die Deutsche Steinkohle AG ihr Velsener Kohle-Lager leer geräumt hat. Finde ich gut, das.  Das ist eine gute Nachricht für Freunde und Verteidiger der Rosseltal-Bahnstrecke. Denn es bedeutet Aufschub - wenn sich in absehbarer Zeit Investoren finden, die die Karlsbrunner Tagesanlage des Bergwerks Warndt/Luisenthal wirtschaftlich neu beleben, dann ließe sich auch über Schienen-Transporte nachdenken. Wenn. Falls.  Vielleicht.

Doch Hoffnung darf und muss sein.


SZ 17.08.2010, /SZR/SBM-Lok

Völklingen fordert Umwelt-Prüfung

Stadt klagt vor Gericht gegen geplante Kohleschlammtransporte

Die Pläne des französischen Energieunternehmens Snet, Kohleschlamm aus Petite Rosselle über Velsen zum Kraftwerk Carling zu bringen, beschäftigen das Verwaltungsgericht des Saarlandes. Die Stadt Völklingen klagt dagegen.  

Von SZ-Redakteurin

Doris Döpke

Völklingen. „Das Verfahren läuft, wir tauschen schon Schriftsätze aus“, antwortet Christina Hennrich (Foto: bub) auf die SZ-Frage, was sich denn tut in der Frage der geplanten Kohleschlammtransporte vom lothringischen Petite Rosselle über eine Forststraße und die Landstraße 163 nach Velsen zur dortigen Bahnverladestation. Das grenzüberschreitende Vorhaben hatte Protest geweckt, im Saarbrücker Westen wie auch in Völklingen. Und während es die Stadt Saarbrücken bei einer Resolution des Bezirksrats West und einem Brief der Oberbürgermeisterin ans Umweltministerium bewenden ließ, haben die Völklinger ihrem Protest formalen Charakter gegeben: Im Mai beschloss der Stadtrat, die Genehmigungen für die Transporte vor dem Verwaltungsgericht anzufechten.

Hennrich ist als Leiterin des Rathaus-Fachbereichs Bürgerdienste zuständig für die Betreuung der kommunalen Klage. Die Stadt, so berichtet sie, führt zwei Argumentationslinien ins juristische Gefecht gegen das Kohleschlammtransport-Projekt. Erstens wendet sie sich dagegen, dass der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) dem französischen Energieunternehmen Snet erlaubt hat, eine vom Schlammweiher St. Charles in Petite Rosselle kommende Trasse durch den Wald an die L 163 anzuschließen: „Das hätte man nicht erlauben müssen“, sagt sie. Eben dadurch würden Völklinger Belange berührt, auch wenn die Anschlussstelle selbst nicht auf Völklinger Bann liegt. Denn man müsse fürchten, dass sich Verkehr verlagere auf die Ludweilerstraße in Geislautern. Dort plane die Stadt gerade Lärmschutz (siehe „Hintergrund“), was mit zusätzlichem Verkehr aber nicht funktioniere; die Stadt werde in ihrer Planungshoheit verletzt. Zweitens bezweifelt die Stadt Völklingen die Rechtmäßigkeit der Genehmigungen insgesamt. Die Saarbrücker GIU, die sich im Auftrag der Snet um das Verfahren auf deutscher Seite kümmert, hat drei getrennte Genehmigungen beantragt und auch erwirkt: beim Saarforst für die Waldtrasse, beim Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) für Natur-Eingriffe im Schafbachtal und beim LfS für den Straßen-Transport bis Velsen. Normalerweise, sagt Hennrich, würde solch ein Verfahren aber zusammengefasst betrachtet, und dann müsse auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung her, bei rein nationalen Projekten völlig selbstverständlich. Hier sei es jedoch anders gelaufen. Denn es handele sich um ein grenzüberschreitendes Vorhaben. Und dafür gebe es bisher keine klaren Verfahrensregeln. Völklingen fordere nun, dass hier die üblichen deutschen Regeln angewendet würden. Übrigens auch für die beantragte Kohleschlamm-Zwischenlagerung an der Bahnverladestelle bei Velsen.

Saarbrücken hat auf eine Klage verzichtet. „Wir sehen keine rechtliche Handhabe für die Stadt“, sagte Pressesprecher Thomas Blug auf SZ-Anfrage.

Hintergrund

Die Ludweilerstraße in Geislautern zählt zu den Völklinger Straßen mit der größten Verkehrsbelastung. Die Stadt Völklingen ist in ihrem Lärmaktionsplan zu dem Schluss gekommen, dass dort Maßnahmen zum Schutz der Anlieger nötig seien. Wie die Stadtpressestelle jetzt mitteilt, hat der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) dazu eine Verkehrsuntersuchung der Ludweilerstraße in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll im September im Stadtrat vorgestellt werden.

Die geplanten Kohleschlammtransporte über die Landstraße 163 hatten im Stadtrat die Sorge geweckt, es werde Verkehrs-Verlagerungen von dort nach Geislautern geben. Pkw-Fahrer, so die Befürchtung, würden eine andere Route wählen, wenn sie auf der Velsen-Strecke mit zusätzlichen Lkw-Fahrten rechnen müssten. Je 60 Lkw-Fahrten pro Tag und Richtung sind für die Schlammtransporte kalkuliert. red/dd

Bildunterschrift

Christina HennrichAuf dem ehemaligen Kohlelager bei Velsen soll französischer Kohleschlamm zwischengelagert und auf die Bahn verladen werden. Foto: Becker & Bredel

SZ 06.04.2011, SZR/VK-Lok

Ministerin soll Transporte stoppen Keine Schlamm-Züge auf Geislauterner Schienen

Wincanton-Chef: Für Transport wird nur Teilstrecke benötigt – Gleise derzeit in Ordnung Völklinger Resolution gegen geplanten Kohleschlamm-Abbau

Der Umweltausschuss des Völklinger Stadtrats will die geplanten französischen Kohleschlammtransporte über deutsches Gebiet verhindern. Er erhebt dagegen Umwelt- und Verkehrs-Bedenken.  Von SZ-Redakteurin

Doris Döpke

Völklingen/Klarenthal. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Völklinger Stadtrates hat in seiner jüngsten Sitzung eine Resolution verabschiedet gegen die geplanten Kohleschlammtransporte vom Absinkweiher St. Charles in Petite Rosselle nach Carling. Das französische Energieunternehmen Snet will den kohlehaltigen Schlamm in seinem Kraftwerk Émile Huchet verbrennen und die Transporte über deutsches Gebiet führen – Letzterem, so der Appell der Resolutions-Verfasser, soll die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Foto: bub) einen Riegel vorschieben.

Dass jetzt die Ministerin am Zug ist, liegt an juristischer Gegenwehr der Stadt Völklingen. Die hatte vor dem Verwaltungsgericht geklagt gegen die Entscheidung des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), der Snet eine Sondernutzungsgenehmigung zu erteilen für ein Stück der Landstraße 163 bei Velsen (siehe Grafik). Dort sollen Lastwagen den Schlamm von einer Wald-Trasse zum Bahn-Verladeplatz bringen. 60 Fahrten täglich sind kalkuliert, mit Rückfahrt also 120 Lkw-Bewegungen pro Tag. Das, so die Völklinger Argumentation, werde Autofahrer veranlassen, auf die ohnehin überlastete L 164 durch Geislautern auszuweichen; die Genehmigung greife damit ungebührlich ein in städtische Belange. Das Gericht stellte nun einen Formfehler im Verfahren fest – die LfS-Genehmigung ist noch nicht rechtskräftig, die Ministerin muss entscheiden. Sie könne, betont die Völklinger Stadtverwaltung, neben der Rechtmäßigkeit der Genehmigung auch deren Zweckmäßigkeit überprüfen – im Klartext: Sie könne ein unerwünschtes Vorhaben stoppen.

Die Resolution führt ökologische Bedenken ins Feld gegen das Snet-Vorhaben: Der „stark belastete“ Schlamm könne Staub- und Grundwasserprobleme hervorrufen. Im Zentrum aber stehen Verkehrsfragen: Bei der Sondernutzungsgenehmigung für die Straße bei Velsen habe der LfS weder die kritische Lage in Geislautern berücksichtigt noch die aktuelle Verkehrszunahme auf der Strecke selbst – Stichworte: Mülltransporte, Sanierung der Mülldeponie, Sandabbau, neue Gewerbegebiete, Lieferverkehr zur früheren Grube Warndt. Die Ministerin wird nun aufgerufen, alle drei saarländischen Einzelgenehmigungen (siehe „Hintergrund“) zu widerrufen, die die Saarbrücker GIU im Snet-Auftrag erwirkt hatte.

Zudem hätten die saarländischen Genehmigungsbehörden „Transportalternativen innerhalb Frankreichs“ nicht untersucht: In der Sitzung wurde erneut die – auch von Saarbrücker Gremien mehrfach erhobene – Forderung laut, den Schlamm mit einem eingehausten Transportband zu befördern statt per Lkw. Das allerdings, sagte Christina Hennrich, zuständige Fachbereichsleiterin im Völklinger Rathaus, sei bei den saarländischen Genehmigungen nie Thema gewesen – zwangsläufig: „Was nicht beantragt ist, kann eine Behörde auch nicht überprüfen.“Völklingen. Ist die Gleisstrecke, über die die Schlammtransporte rollen sollen, überhaupt in Ordnung? Diese Frage kam auf in der jüngsten Sitzung des zuständigen Völklinger Stadtratsausschusses, nachdem beunruhigende Fotos der Geislauterner Bahnbrücken – von einem Bürger aufgenommen – die Runde gemacht hatten. Entwarnung kommt auf SZ-Nachfrage von Gerhard Lang, Geschäftsführer der Firma Wincanton Rail, die die Warndt-Rosseltal-Schienenstrecke gepachtet hat. Der Warndt-Teil der Strecke, einschließlich Geislautern, werde von dem Vorhaben gar nicht berührt, sagt er, auch wenn seine Firma das gesamte Gleis habe mieten müssen. Vom Velsener Verladeplatz sollen die Schlamm-Züge nach Fürstenhausen rollen und von dort über das öffentliche Netz via Forbach direkt nach Carling. Zum Rangieren brauche man zudem das Streckenstück bis Großrosseln; dieser Gleisabschnitt sei derzeit in Ordnung. Während der Betriebszeit seien Erhaltungs-Investitionen völlig selbstverständlich und von vornherein einkalkuliert.

Bei Brücken hätten Eindrücke, wie sie die Fotos zeigen, nicht zwangsläufig Aussagekraft: Die Bauwerke würden, in regelmäßigen Abständen von Sachverständigen geprüft, das sei so vorgeschrieben. Und sie würden „ertüchtigt“, wenn das zur Betriebsbereitschaft nötig sei. Aber bei den Geislauterner Brücken stelle sich diese Frage im Moment nicht, denn dort sei kein Verkehr geplant.

Wincanton Rail steht nach Langs Auskunft „Gewehr bei Fuß“, mit den Transporten zu beginnen. Man habe die Strecke im Auftrag der Snet erst einmal nur für ein Jahr gepachtet – vorsorglich, damit sie nicht zurückgebaut werde. dd

Hintergrund  

Drei Genehmigungen saarländischer Stellen sind Voraussetzung für Kohleschlammtransporte über deutsches Gebiet:  Der LfS – Landesbetrieb für Straßenbau – hatte eine Sondernutzungsgenehmigung erteilt für den Abschnitt der Landesstraße 163 zwischen der Forstweg-Einmündung und der Bahn-Verladestelle. Die Snet muss dabei eine Ausfädelspur zum Forstweg bauen und Lkw- Reifenwaschanlagen installieren. Diese Genehmigung ist noch nicht rechtsgültig, darüber muss die Umweltminsterin neu entscheiden.  Saarforst hat per Vertrag der Snet gegen Entgelt gestattet, bis Ende 2022 eine Forststraße zu nutzen, ohne Einschränkung für die Waldbewirtschaftung. Die Snet verbreitert die 1,5 Kilometer lange Strecke auf ihre Kosten auf 8,25 Meter, asphaltiert sie und baut sie später zurück.  Das LUA – Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz – hat unter strengen Auflagen erlaubt, dass der Fahrweg den Schafbach überquert. Als Ausgleich für diesen Eingriff in ein Auwald-Biotop muss die Snet bis Ende Februar 2012 ein Karlsbrunner Auwald-Areal renaturieren, das zurzeit – nicht standortgerecht – mit Fichten bewachsen ist. dd


SZ 08.04.2011, SZR / SBM

Ein, zwei Kohleschlamm-Züge pro Tag

Wincanton Rail erläutert Pläne für Bahntransport über Geislautern nach Fürstenhausen

Völklingen/Klarenthal. In unsere gestrige Berichterstattung über die geplanten französischen Kohleschlammtransporte hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen. Dort stand zu lesen, der Völklinger Stadtteil Geislautern werde von den Bahn-Transporten nicht berührt – jedoch führt die Gleisstrecke von Velsen nach Fürstenhausen und weiter zum öffentlichen Bahnnetz zwangsläufig durch Geislautern. Wir bitten, den Irrtum zu entschuldigen. Ursache dafür war ein Missverständnis beim SZ-Telefonat mit Gerhard Lang, Geschäftsführer der Firma Wincanton Rail, die die Gleisstrecke der Warndt-Rosseltal-Bahn von der Eigentümerin DB Netz gepachtet hat. Für die Kohleschlammtransporte, bestätigte Lang gestern noch einmal, werde der Gleisabschnitt von Velsen bis Fürstenhausen benötigt, dazu zum Rangieren die Schienenverbindung Velsen-Großrosseln. Für das Strecken-Teilstück Großrosseln-Karlsbrunn schloss Lang eine spätere – anderweitige – Nutzung nicht aus; konkrete Pläne gebe es da aber noch nicht.

Wird das Projekt verwirklicht, rechnen Lang und sein Wincanton-Kollege Martin Kolling mit ein bis zwei Schlamm-Zügen pro Tag. „Man kann sich mit uns verständigen, zu welcher Uhrzeit man fährt“, sagt Kolling an die Adresse der Anlieger. Staubverwehungen oder wässrige Verschmutzungen seien nicht zu befürchten, da das Material dank hoher Ton-Anteile eine „bindige“ Konsistenz besitze, mit weichem, knetbarem Lehm vergleichbar. Nur auf der Verladefläche könne Lkw- oder Maschinen-Verkehr Staub aufwirbeln; dem wolle man aber vorbeugen, indem man die Betriebsfläche befeuchte.

Anlieger-Sorgen um den Zustand der Bahnbrücken in Geislautern werde Wincanton Rail in nächster Zeit nachgehen, verspricht Lang: „Wir sehen uns das an.“ Es liege ja auch im Interesse seiner Firma, dass diese Bauwerke sicher seien. dd

SZ 17.05.2011, SZR SBM

Auch Stadtrat ist gegen Kohleschlammtransporte

Saarbrücken. Der Stadtrat hat sich der Resolution des Bezirksrats West gegen die Kohleschlammtransporte von Frankreich nach Velsen angeschlossen. Also fordert jetzt auch der Stadtrat die grüne Umweltministerin Simone Peter auf, dem Widerspruch der Stadt Völklingen gegen die Sondernutzungserlaubnis stattzugeben. Völklingen hat gegen die Transporte vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

Das französische Energieunternehmen Snet will den Kohleschlamm vom Weiher St. Charles in Kleinrosseln über die L 163 nach Velsen fahren und dort auf die Bahn umladen. Dafür muss ein Teilstück vom Weiher zur L 163 gebaut werden. Stadt- und Bezirksrat befürchten eine erhebliche Belastung der Klarenthaler Bürger. In der Resolution kritisieren die Politiker, dass die Laster nun zum Großteil über saarländische Straßen fahren sollen, nachdem die Gemeinde Kleinrosseln die Transporte abgelehnt habe. Die Unfallgefahr steige. Täglich würde zehn Stunden lang alle fünf Minuten ein Laster über die Landstraße donnern. Dabei sei die L 163 schon jetzt zwischen Klarenthal und Velsen eine Rennstrecke. sm

SZ 01.06.2011, SZR VK

Kommunalpolitiker gegen Lkw-Transporte auf Landstraße im Wald  

Umweltausschuss des Stadtrates diskutierte über die geplanten täglichen 120 Lkw-Fahrten zwischen dem französischen St. Charles und Velsen

  Rund 120 Lkw-Fahrten – 60 volle und 60 leere Lkws – täglich und das zehn Jahre lang werden über rund 1,5 Kilometer der Landstraße L 163 rollen, wenn die Kohleschlammtransporte zwischen St. Charles und Velsen so organisiert werden, wie jetzt geplant. Darüber sprach der Umweltausschuss.   Klarenthal. Die geplanten Kohleschlammtransporte zwischen dem französischen St. Charles bei Kleinrosseln und Velsen auf Klarenthaler Bann beschäftigten jetzt den Umweltausschuss des Saarbrücker Stadtrates. Hintergrund: Die Gruben-Absinkweiher bei St. Charles sollen ausgebaggert werden. Der Kohleschlamm aus den Gewässern soll auf Lkws nach Velsen transportiert und dort auf Bahnwaggons umgeladen werden. Folglich müssten täglich 60 volle und auf der Rückfahrt leere Lkw jeweils rund 1,5 Kilometer auf der Landstraße L 163 rollen – macht 120 Lkw-Fahrten pro Tag und das rund zehn Jahre lang (die SZ berichtete mehrfach). Dass sich die Kommunalpolitiker aus allen Lagern gegen die Kohleschlammtransporter auflehnen, ist seit Monaten bekannt. In sämtlichen betroffenen Räten haben die Mitglieder einstimmige Resolutionen gegen die Transporte verfasst. Und Alternativen vorgeschlagen. Dr. Claus Theres, der Bezirksbürgermeister im Saarbrücker Westen, schwört zum Beispiel auf ein Förderband, das den Kohleschlamm auf direktem Weg – Luftlinie gemessen liegen die beiden Orte etwa einen Kilometer auseinander – wegschafft. Das würde die L 163 entlasten, doch hat auch diese Lösung nicht nur Befürworter. So gibt zum Beispiel Sebastian Fleck als Leiter der unteren Naturschutzbehörde zu bedenken, dass das Band entlang eines naturnahen Baches verlaufen müsse, der dadurch Schaden nehmen könne.

Der Linke Martin Kalkoffen kritisiert, dass Saarbrücken lediglich die Belastung zu tragen habe und noch nicht einmal über die Gewerbesteuer des mit den Kohleschlammtransporten beauftragten Unternehmens, das seinen Sitz in Frankreich hat, profitieren würde. Christdemokrat Jürgen Hettrich wies als Abgesandter des Bezirksrates West darauf hin: „Die französischen Gemeinden haben gleich dichtgemacht, als sie von den Transporten erfahren haben. Ich meine: Die haben sich in diesem Fall uneuropäisch verhalten.“

Markus Peitz vom Ordnungsamt versprach, bis zum Start der Transporte sei die Strecke „ertüchtigt“. Außerdem versicherte er, der betroffene Abschnitt der L 163 sei keine Strecke mit „auffälliger Unfallhäufigkeit“. al

SZ 26.07.2011, SZR VK

CDU-Ratsfraktion: Kohleschlamm per Frankreich-Pipeline befördern

Völklingen/Klarenthal. Zur Entscheidung der saarländischen Umweltministerin Simone Peter (Grüne), die Genehmigung für Kohleschlammtransporte auf der Landesstraße 163 bei Velsen aufzuheben (wir haben berichtet), hat sich nun auch die CDU-Fraktion im Völklinger Stadtrat zu Wort gemeldet. Wie Franz-Josef Petry, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, gestern mitteilte, begrüßt seine Fraktion ausdrücklich die Entscheidung der Ministerin. Die Völklinger Christdemokraten hoffen nun, so schreibt Petry weiter, dass der Transport des Kohleschlamms zum Carlinger Kraftwerk Émile Huchet „in Pipelines auf kürzesten Strecken innerhalb französischen Gebietes erfolgen wird“. Petry verweist dabei auf die „jahrelangen Erfahrungen“ der Kraftwerker „in Nass-Transporten von Kohlen“.

Er erinnert außerdem daran, dass seine Fraktion mit entsprechenden Anträgen im Umweltausschuss des Stadtrates die Debatten um die Kohleschlammtransporte angestoßen habe. Was schließlich mündete in einen Widerspruchs-Beschluss. Und mit dem hatte die Stadt Völklingen jetzt Erfolg. dd

SZ 20.07.2011, SZR VK

SPD freut sich über Beschluss der Umweltministerin

Klarenthaler Ortsverein: Das „parteiübergreifende Engagement“ gegen Kohleschlammtransporte hat sich gelohnt

Klarenthal. Gefreut hat sich der SPD-Ortsverein (OV) Klarenthal-Krughütte darüber, dass die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne) vor einigen Tagen die Sondernutzungserlaubnis aufgehoben hat, mit der das französische Energieunternehmen Société Nationale d' Électricité et de Thermique (Snet) Kohleschlamm über die L 163 transportieren wollte. Das teilt der SPD-Ortsverein mit.

Der Stadtverordnete Uwe Kirwald und der Bezirksverordnete Philipp Schneider formulierten gemeinsam: „Der Bezirksrat West mit seinem engagierten Bezirksbürgermeister Claus Theres an der Spitze hat stets einmütig auf die zu erwartenden Verkehrsprobleme auf der L 163 aufmerksam gemacht. Dieser Einwand wurde ebenso einmütig von der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und dem Saarbrücker Stadtrat unterstützt. Ebenso positiv zu sehen sind auch die Bemühungen, die von Völklinger Seite unternommen wurden, gegen die Kohleschlammtransporte in der ursprünglich genehmigten Version vorzugehen. Das zeigt doch, dass parteiübergreifendes Engagement nun zum Erfolg geführt und die Umweltministerin dazu bewogen hat, unseren überzeugenden Argumenten folgend die Sondernutzungserlaubnis für die L 163 aufzuheben.“ red

Hintergrund  

2,5 Millionen Tonnen Kohleschlamm liegen im Absinkweiher St. Charles bei Petite Rosselle. Der Schlamm enthält rund 30 Prozent Kohle; die will die französische Société Nationale d' Électricité et de Thermique über Deutschland in ihr Carlinger Kraftwerk bringen. red

SZ 22.07.2011, SZR VK

Franzosen müssen Transportweg neu prüfen

Geplante Kohleschlammtransporte: Antworten aus dem Umweltministerium

  Nach einem Einspruch der Stadt Völklingen hat Saar-Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: bub) die geplanten französischen Kohleschlammtransporte über die Landstraße 163 ausgebremst (wir berichteten). Jetzt gab das Ministerium Auskunft über die Hintergründe.  Von SZ-Redakteurin

Doris Döpke

Völklingen/Klarenthal. Das französische Energie-Unternehmen Snet möchte, wie mehrfach berichtet, Kohleschlamm aus dem Absinkweiher St. Charles als Brennstoff im Carlinger Kraftwerk nutzen. Der Transport sollte zum Teil – per Lkw – über die Landstraße 163 bei Velsen führen. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hatte das erlaubt. Und noch im vorigen Jahr verteidigten Vertreter des Umweltministeriums die Genehmigung. Jetzt aber hat Umweltministerin Simone Peter sie aufgehoben. Warum – was hat sich geändert?

Peter hatte zu entscheiden über einen Widerspruch: Die Stadt Völklingen wehrte sich dagegen, dass täglich 60 Schlamm-Lastwagen auf der L 163 nach Velsen und wieder zurück zum Absinkweiher fahren sollten. 60 Lkws täglich – und das zehn Jahre lang – seien in der Tat eine hohe Verkehrslast, sagt Christoph Küntzer, Peters persönlicher Referent, auf SZ-Nachfrage. Deshalb habe man im Widerspruchsverfahren „die Frage der logistischen Alternativlösung“ nochmals „vertiefend beleuchtet“. Ergebnis: Die Snet habe nicht ausreichend geprüft, ob man die Transportstrecke vom Absinkweiher zum Bahnverladeplatz – direkte Entfernung: 800 Meter – nicht auch mit einem so genannten Pipe Conveyor, einem speziellen Röhren-Förderband-System, überbrücken könne. Nein, erläutert Küntzer, das bedeute nicht, dass die Ministeriums-Fachleute diese Lösung für machbar erklären. Und welche Variante mehr koste, spiele bei der Genehmigung ohnehin keine Frage: Über die Wirtschaftlichkeit eines Projekts könne nur der Betreiber selbst entscheiden. So oder so, die Snet habe der Pipe Conveyor-Alternative nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt – Anlass für die Ministerin, die alte Genehmigung zu kassieren.

Im Zusammenhang mit den Snet-Plänen wurde auch diskutiert, ob aus dem französischen Schlamm womöglich Schadstoffe in nahe deutsche Gewässer sickern. Ministeriumssprecherin Sabine Schorr sagt dazu, das Wasser des benachbarten Schafbachs sei bisher nicht mit Schwermetallen belastet, das habe sich jüngst bei Untersuchungen gezeigt. Man werde aber bei den halbjährlichen Routine-Messungen jetzt auch nach Schwermetallen sehen. Die Frage, ob das Liegenlassen oder das Ausbaggern des Schlamms ökologisch günstiger sei, lasse sich nicht klar beantworten. Nach Auskunft der Gewässer-Fachleute im Umweltministerium könne das Ausbaggern eventuell Schadstoffe im Schlamm mobilisieren.

Und was bedeutet die aufgehobene Straßenbenutzungs-Erlaubnis für das französische Genehmigungsverfahren, das noch nicht abgeschlossen ist? Das, sagt Sabine Schorr lakonisch, „kann von unserer Seite nicht beurteilt werden“. 

SZ 30.07.2011, SZ/VK/

Draisinen-Verein lädt ein zum „Runden Tisch“

Nöte mit der Schienentrasse im Warndt: Wird sie künftig noch zur Verfügung stehen?

Großrosseln. Der Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT) – er veranstaltet seit 2007 Draisinenfahrten auf den Schienen der früheren Warndt-Rosseltalbahn – hat ein Problem: Die Aktiven wissen nicht, wie es mit der Bahnstrecke weitergeht. In den ersten Jahren des Draisinenbetriebs hatte ihnen die Eigentümerin, die DB Netz AG, gestattet, an Wochenenden und Feiertagen die Trasse fürs Draisinen-Freizeitvergnügen zu nutzen. Jetzt haben sie die Erlaubnis dazu von der Firma Wincanton Rail erhalten, die die Bahnstrecke gepachtet hat, mit Blick auf die geplanten französischen Kohleschlammtransporte. Doch die Zukunft des Schlammtransport-Projekts ist ungewiss, seit die saarländische Umweltministerin eine dafür nötige Genehmigung aufgehoben hat (wir haben berichtet) – und damit ist auch unklar, ob und wie die Bahntrasse künftig für die Draisinenfahrten zur Verfügung stehen wird.

Um diese Frage zu diskutieren, lädt nun VFWT-Vorsitzender Harald Zimmermann (Foto: dd) ein zu einem „Runden Tisch“. Das Treffen findet statt am Donnerstag, 18. August, 18 Uhr, im Glas- und Heimatmuseum Ludweiler (Am Bürgermeisteramt 5). Eingeladen sind Kommunalpolitiker aus Völklingen, Großrosseln und dem Regionalverband, die Lokale Aktionsgemeinschaft (LAG) Warndt und Wirtschafts-Vertreter, die direkt und indirekt mit der Rosseltalbahn zu tun haben. Und auch Verkehrs-Fachleute – denn nicht nur um die Draisinen soll es gehen, sondern auch um schienengebundenen Personennahverkehr und Tourismus in der Region. Außerdem steht die Diskussionsrunde allen Interessierten offen. dd

L E S E R BR IE F
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R O S S E LTA L B A H N
Wo bleibt die „Vorrangpolitik“?
Zum Artikel „Viele Köche, aber kein Rezept“ und anderen (SZ vom 26. August)
In der Zeitung wurde über das Erlebnisbergwerk Velsen berich
tet, verbunden mit einer Lageskizze. Darin fehlt die Bahnlinie nach Karlsbrunn, welche für die Tourismusentwicklung im Warndt ebenfalls eine Rolle spielen könnte. Die Rosseltal-Strecke wird derzeit für Draisinenfahrten genutzt.

FOTO: BECKER & BREDEL

Diese Bahnstrecke ist nach der Nichtgenehmigung der Kohleschlammtransporte existentiell gefährdet. Sie wurde bisher für Draisinenfahrten genutzt. Die Interessen-gemeischaft Warndt- und Rosseltalbahn (IGWRB) wollte über diese Nutzung sowie die Tourismusentwicklung ins- besondere mit Vertretern der zuständigen Ministerien sprechen und hatte zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Die eingeladenen Vertreter des Landes und des Regionalverbandes reagierten meiner Kenntnis nach nicht auf die ausgesprochenen Einladungen. Nicht nur nach meinem Empfinden ist es ein Gebot der Höflichkeit, eine explizit ausgesprochene Einladung zu erwidern.
Im Koalitionsvertrag der saarländischen Regierung ist die „ÖPNV-Vorrangpolitik“ genannt; es soll ein „Masterplan Mobilität“ erstellt, die Reaktivierung stillgelegter Schienenstrecken überprüft werden. Man hätte aufgrund der Koalitionsaussagen
eine Aussage des Verkehrsministeriums zur Zukunft der Warndt- und Rosseltalbahn erwarten können. Leider war das nicht der Fall. Weder in den Gutachten zur Lärmreduzierung im Bereich Völklingen noch zu der Verkehrssituation in Geislautern findet die existierende Bahnstrecke Beachtung. Sie ist auch für die Gutachter faktisch nicht vorhanden. Über dieses brachliegende Potential wird nicht berichtet. Der Koalitionsvertrag hat anscheinend keine Geltung für die saarländische Verkehrspolitik.
Konrad Kunz, Blieskastel
SZ 2.9.2011
























 




Völklingen

Linke will die Rosseltalbahn zum Museumszug machen
red,  12. Juli 2016, 02:00 Uhr  
 

Die Linken-Fraktion in der Regionalversammlung will die Rosseltalbahn retten. Sie schlägt vor, die Bahn als eine Art Museumsbahn zwischen dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte, dem Erlebnisbergwerk Velsen und dem Bergbaumuseum La Mine in Petite Rosselle fahren zu lassen. DerRegionalverband solle sich beim Land dafür einsetzen, dass die Museenbahn als Touristenbahn mit historischen Dieseltriebwagen eingerichtet werde, und solle im Rahmen der zu erweiternden Tourismusstrategie selbst Geld zuschießen. Für die Linke wäre diese Nutzung eine Art Lebensversicherung für die brachliegende Rosseltalstrecke.