Mit der Bahn in den Warndt

Die Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn (IGWRB) e.V. möchte den Schienenverkehr im Warndt wieder beleben

In der Saarbrücker Zeitung war im Oktober 2014 zu lesen, dass das Saarland eine Pkw-Dichte von 607 Fahrzeugen je 1000 Einwohner zu verzeichnen hatte. Damit stand das Saarland unangefochten auf Platz 1 im Vergleich aller Bundesländer.  (siehe die Aufstellung: Pkw-Bestand 01.01.2014) 

Sind die Saarländer nun etwa so vermögend, dass sie sich die meisten Autos leisten können? Von einer Spitzenposition im Vermögensvergleich hätten wir bestimmt schon einmal gehört und jeder persönlich hätte dies bemerkt.

Es muss somit eine andere Bedeutung mit diesem Wert verbunden sein.

Betrachtet man das Ende der Skala, so findet man an letzter Stelle Berlin mit 342 Pkw, Bremen an vorletzter Stelle mit 422 Pkw und Hamburg mit 428 Pkw jeweils gemessen pro 1000 Einwohner an drittletzter Stelle der Skala. Diese Stadtstaaten verfügen über ein sehr gut ausgebautes Netz des öffentlichen Personennahverkehrs, darunter auch viele schnelle Schienenwege.

Ganz anders ist die Situation im Saarland und im Warndt.

Seit langem wird der Öffentliche Personen-Nahverkehr ( ÖPNV ) im Warndt nur noch über Busse betrieben, die Bürgerinnen und Bürger sind auf die Nutzung privater PKWs angewiesen. Sie geben diesen den Vorzug vor dem ÖPNV. Diese Situation ist unbefriedigend und führt zu Verkehrsproblemen wie in der Ludweilerstrasse in Geislautern. Eine Aufnahme des Schienenverkehrs im Warndt könnte eine Lösung bringen.

Die Ortsdurchfahrt von Geislautern  wird im Durchschnitt von 22.000 Fahrzeugen täglich benutzt. Die tatsächliche Belastung ist weit höher. Eine Bürgerinitiative in Geislautern hatte 1996 bereits mehr als 30.000 Fahrzeuge innerhalb von 12 Stunden ermittelt.

Eine Umgehungsstraße führt nur zu einer Verlagerung des Problems z.B. nach Fürstenhausen und wieder in den Stau auf der A620 in Richtung Saarbrücken. Parallel zur Ludweilerstrasse verläuft die ungenutzte Rosseltalbahn.   Die Reaktivierung der Bahnstrecke würde sich hervorragend eignen für eine Entlastung der Anwohner durch eine Verkehrsverlagerung auf andere Verkehrsträger. 

Es muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass eine gute Verkehrs-Infrastruktur die Grundlage für die Entwicklung einer Region ist.

Demographische Entwicklung 

Nach einer Prognose (GEKO-Studie) muss der Warndt mittel- und langfristig mit überproportionalem Bevölkerungsrückgang rechnen. Die prognostizierte Entwicklung wird nicht linear verlaufen, sondern es wird Gewinner und Verlierer geben. Eine gute infrastrukturelle Ausstattung ist daher ein wichtiger Standort-faktor.

Im Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs liegt die große Möglichkeit und Chance, die Warndtgemeinden als attraktive Wohn- und Lebensorte zu erhalten und weiteren Bevölkerungsrückgang zumindest einzudämmen.

Der Bevölkerungsrückgang im Warndt lässt sich durch eine Bahnanbindung z.B. mit der Saarbahn umkehren. Die landschaftlich schöne Region mit ausgedehnten Wäldern würde als Wohngebiet wieder attraktiv werden.
     
Nach Angaben des Immobilienverbandes im Saarland gewannen Wohnungen entlang von Saarbahnstrecken eine Wertsteigerung von etwa
 15%.

Tourismus

Dem Tourismus im Warndt würde eine Reaktivierung einen Schub verleihen. Besucher des Weltkulturerbes Völklinger Hütte könnten mit dem Zug einfach und bequem zu dem Erlebnisbergwerk Velsen und zu dem Musée Les Mineurs in Petite Rosselle gelangen. Die Museen würde damit eine Aufwertung erhalten, ebenso der naturnahe Wander- und Radtourismus. Tagestouristen könnten z.B. einfach von Saarbrücken, Völklingen oder Forbach aus nach Karlsbrunn mit dem Zug fahren, dann wandern oder eine Radtour unternehmen und abschließend von diversen Haltestellen aus  mit einem Busshuttle zum nächsten Bahnhaltepunkt fahren und dann mit dem Zug wieder nach Hause.

Wir wünschen uns einen grenzüberschreitenden Schienenpersonenverkehr in Form eines Ringverkehrs von und nach Saarbrücken über Forbach und Völklingen unter Einbeziehung des Warndts.

Status der Warndt- und Rosseltalbahn im November 2014

Die Bahnlinie wurde im August 2006 stillgelegt. Bis 2010 einschließlich wurde sie als Anschlussbahn betrieben und war von der Firma WincantonRail zum Abtransport der in Velsen lagernden Kohlevorräte gepachtet worden. Nach Auslaufen dieses Pachtvertrages mit WincantonRail konnte der Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus e.V. (VFWT e.V.), eine Schwestergesellschaft der IGWRB, die Strecke für ein Jahr pachten und den Draisinenbetrieb fortführen. Im Jahr 2012 forderte das Eisenbahn-bundesamt als notwendige Voraussetzung der Genehmigung von Draisinenfahrten, dass die Strecke entwidmet werden müsste. Dieser Forderung konnten wir nicht entsprechen, da die Reaktivierung der Strecke unser erklärtes Ziel war und ist und die Draisinenfahrten nur als Übergangslösung gedacht war.

Nun ist es Zeit, Zeichen zu setzen.

1.  Mit diesem Internetauftritt wollen wir versuchen, Öffentlichkeit zu schaffen und für unsere Vorstellungen und Ideen zu werben. Sie können uns unterstützen durch die Verbreitung unsere Vorschläge, Kommunal- und Landespolitikern ihren Wunsch nach Reaktivierung der Strecken kundtun und auch durch den Beitritt zu unserem Verein, damit unsere Stimme mehr Gewicht erhält.

2.  Die Warndt- und Rosseltalbahn muss erhalten werden. Es muss alles getan werden, damit die Trasse nicht entwidmet wird. Die ist zur Zeit die größte Gefahr. Eine Entwidmung der Strecke macht alle Zukunftsperspektiven zunichte.

3. Gemeinsam mit unseren französischen Nachbarn wollen wir einen Grenzüberschreitenden Schienenpersonenringverkehr von Saarbrücken über Forbach - Petite Rosselle - Emmerweiler - Grube Warndt - Großrosseln - Wehrden - Völklingen - Saarbrücken errichten.

 Weitere Information zu den skizzierten Punkten finden Sie auf den folgenden Seiten.

 


Vielen Dank für Ihr Interesse.

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