Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn                 


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Diskussion um Verkehr und Biomassezentrum
Ries: Biomüll mit der Bahn nach Velsen


29. August 2019 um 21:00 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

Die Müllverbrennungsanlage in Velsen. Hier will der Entsorgungsverband Saar auch ein Biomassezentrum bauen.
Foto: EVS

Saarbrücken/Völklingen. Diskussion um Biomassezentrum: Saarbrücker Bezirksbürgermeisterin
will mehr Verkehr in Klarenthal verhindern.

Von Markus Saeftel

In der Diskussion über den Bau eines Biomassezentrums in Velsen und die Verkehrsbelastung setzt
Isolde Ries, Bezirksbürgermeisterin im Saarbrücker Westen, auf die Rosseltalbahn. Derzeit werde
überprüft, diese zu reaktivieren. Ries fordert, dass jetzt auch geprüft werden sollte, den Biomüll auf
der Schiene zu transportieren. „Wenn die Reaktivierung dieser Bahn für sinnvoll erachtet wird, darf
das an den Kosten nicht scheitern. Die Lebensqualität der Bürger muss hier Vorrang haben“, meint
Ries.

Scharf kritisiert die SPD-Politikerin die Äußerungen der „Wir Bürger“-Fraktion im Völklinger
Stadtrat. Die hatte erklärt, die Stadt werde nicht mit zusätzlichem Verkehr belastet, weil die Lkw
aus den saarländischen Kommunen wahrscheinlich über die Autobahn und durch Klarenthal
geleitet werden (die SZ berichtete). „Das ist das Sankt-Florians-Prinzip von Menschen, die nicht
gelernt haben, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Mit ‚Völklingen first’ kommen wir nicht
weiter“, kritisiert die Bezirksbürgermeisterin.

Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) hatte in der vergangenen Woche den
Entsorgungsverband Saar (EVS) attackiert. Sie habe erst in den Medien davon erfahren, dass das
Biomassezentrum nicht in Ensdorf, sondern in Velsen gebaut wird. In einem Telefonat mit der
Geschäftsführung hat sie gefordert, der EVS müsse den Stadtrat ausführlich über das Bauprojekt
informieren. Der Verband hat dem zugestimmt, teilt die Stadtverwaltung jetzt mit. Blatt befürchtet
auch negative Auswirkungen auf den Gewerbepark Ost und das Gewerbegebiet auf dem
ehemaligen Kokereigelände, wo die Ansiedlung eines großen Unternehmens geplant sei. Es sei
fraglich, ob die Straßen den Lkw-Verkehr standhalten, wenn auch noch die Lkw mit Biomüll dort
entlang fahren, sagt Blatt.

Nachdem der Völklinger Stadtrat eine gemeinsame Sitzung mit dem Großrosseler Gemeinderat
einhellig befürwortet hatte, beantragt nun die SPD-Fraktion im Gemeinderat Großrosseln ebenfalls
eine solche Sitzung. Ziel ist es, Fragen und Anregungen einzubringen, um den Bürgerinnen und
Bürgern der beiden Kommunen hier eine Stimme zu geben, erklärt SPD-Fraktionschef Christian
Frey. Es sei wichtig, auch die Nachbargemeinde Petite Rosselle zu informieren.

Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries. Foto: SPD-Landtagsfraktion/Tom Gundelwein


Rosseltalhalle angekündigt. Frey: „Darauf aufbauend 
möchten wir in der gemeinsamen Ratssitzung
noch konkretere Fragen und Anregungen für die weitere Entscheidungsfindung mit einbringen.“


Entwidmungsantrag wurde bereits im Mai 2019 gestellt!

Es wurde uns bekannt, dass die Gemeinde Großrosseln, vertreten durch Herrn BM Dreistadt, im Mai 2019 einen Entwidmungsantrag für die Rosseltalbahn im Bereich der Gemeinde Großrosseln gestellt hat.

Die Rechtsgrundlage hierfür bildet der §23 AEG (Allgemeines Eisenbahngesetz):

„ § 23 Freistellung von Bahnbetriebszwecken

(1) Die zuständige Planfeststellungsbehörde stellt für Grundstücke, die Betriebsanlage einer Eisenbahn sind oder auf dem sich Betriebsanlagen einer Eisenbahn befinden, auf Antrag des Eisenbahninfrastrukturunternehmens, des Eigentümers des Grundstücks oder der Gemeinde, auf deren Gebiet sich das Grundstück befindet, die Freistellung von den Bahnbetriebszwecken fest, wenn kein Verkehrsbedürfnis mehr besteht und langfristig eine Nutzung der Infrastruktur im Rahmen der Zweckbestimmung nicht mehr zu erwarten ist.

(2)  Vor der Entscheidung nach Absatz 1 hat die Planfeststellungsbehörde Eisenbahnverkehrsunternehmen, die nach § 1 Abs. 2 des Regionalisierungsgesetzes bestimmten Stellen, die zuständigen Träger der Landesplanung und Regionalplanung, die betroffenen Gemeinden sowie Eisenbahninfrastrukturunternehmen, soweit deren Eisenbahninfrastruktur an die vom Antrag betroffene Eisenbahninfrastruktur anschließt, durch öffentliche Bekanntmachung im Bundesanzeiger zur Stellungnahme aufzufordern. Die Frist zur Abgabe der Stellungnahme soll sechs Monate nicht überschreiten.

(3)  Die Entscheidung über die Freistellung ist dem Eisenbahninfrastrukturunternemen, dem Eigentümer des Grundstücks und der Gemeinde, auf deren Gebiet sich das Grundstück befindet, zuzustellen. Die zuständigen Träger der Landesplanung und Regionalplanung sind zu unterrichten.“


Der Antrag wurde zunächst beim Eisenbahnbundesamt (EBA) gestellt, dann wurde die Zuständigkeit für diesen Antrag von der Landeseisenbahnaufsicht des Saarlandes beansprucht, da die Strecke seit ihrer Stilllegung im Jahre 2006 den Status als Anschlussbahn habe. Hierfür sei das Land zuständig.

Im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (MWAEV) ist die Abteilung D für den Bereich Verkehr zuständig und für den Bereich Eisenbahn das Referat D4. In die Zuständigkeit dieses Referates fällt sowohl der Bereich Infrastruktur als auch Abteilung ÖPNV allgemein.   
 
Wie für alle Abteilungen des MWAEV ist die Dienstherrin die Ministerin Frau Rehlinger, ständiger Vertreter ist Staatssekretär Herr Jürgen Barke.

Das Saarland (MWAEV) ist Aufgabenträgerin des Schienenpersonennahverkehrs im Saarland.

Aus dieser Zuständigkeit ergeben sich für uns einige wichtige Fragen.

  • Gilt die Vorschrift des § 23 AEG auch für Anschlussbahnen und welche Mitwirkungsrechte haben die in §23 (2) genannten Personen/Institutionen?
  • Muss eine Veröffentlichung des Entwidmungsantrages ebenfalls im Bundesanzeiger oder Amtsblatt des Saarlandes erfolgen?
  • Ist eine objektive und unabhängige Entscheidung über den Entwidmungsantrag beim MWAEV des Saarlandes aufgrund seiner Organisationsstruktur gewährleistet

Nutzen-Kosten-Untersuchungen (NKU)

Das Bundesverkehrsministerium stellt Fördermittel für Streckenreaktivierungen bereit, wenn eine Gegenüberstellung des erwarteten Nutzens mit den Kosten ein Verhältnis   > 1 für den Nutzen ergibt!          

In den Beratungen zum Verkehrsentwicklungsplan 2030 des Saarlandes wurden reaktivierbare Bahnstrecken einer ersten Bewertung unterzogen. Dabei ergab sich, dass für die Rosseltalbahn ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von etwa 1 und für die Bisttalbahn ein Wert deutlich > 1 errechnet wurde. Für beide Strecken wurden deshalb eine vertiefende Untersuchung vorgeschlagen.     

Herr Barke hat gemäß eines Berichtes der Saarbrücker Zeitung am 23.07.2019 (siehe Bericht auf dieser Seite) auf eine Frage geantwortet, dass ein Betrieb der Bist- und Rosseltalbahn unwirtschaftlich seien und eine Reaktivierung unwahrscheinlich sei.

Damit wurde in einem laufenden Verfahren schon eine Vorfestlegung seitens des Ministeriums getroffen – nun soll eine Abteilung dieses Ministeriums über eine Entwidmung entscheiden!

Zweifel an einer objektiven Entscheidung, die die Interessen aller Betroffenen berücksichtigt, sind daher berechtigt!    
Es sollte eine maximale Transparenz herrschen und wir möchten uns eine umfassende Information durch die Presse wünschen.


Es sollte eine maximale Transparenz herrschen und wir möchten uns eine umfassende Information durch die Presse wünschen.



Trotz dieser vielen positiven Stimmen für die Rosseltalbahn gibt es im zuständigen Ministerium keine Anzeichen für eine Meinungsänderung. Man war schon immer gegen eine Reaktivierung und ist das immer noch!

 



Stimmen für eine Reaktivierung der Rosseltalbahn

Der Gemeinderat Großrosseln nach der Wahl 2019 wird nunmehr mehrheitlich von Vertretern derjenigen Parteien gebildet, die der Erhaltung und der Reaktivierung der Rosseltalbahn positiv gegenüberstehen.

Die Stimmen für Erhalt und Reaktivierung mehren sich. Neben der CDU Großrosseln steht auch der Ortsverband CDU-Geislautern der Rosseltalbahn positiv gegenüber. Der VCD Saar tritt für die Reaktivierung schon seit längerem ein, die Wählervereinigung "Wir Bürger" der Stadt Völklingen fordert die Reaktivierung der Rosseltalbahn, ebenso der Bezirksrat West mit den Stimmen aller Fraktionen. Die Fraktionen der Partei "die Linke" im Stadtrat Völklingen und der Regionalversammlung, der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze (die Linke) haben uns seit Gründung der IGWRB im Jahr 2006 unterstützt und auch diverse Anträge im Regionalverband eingebracht, die Grünen fordern die Reaktivierung der Rosseltalbahn, die AfD fordert in ihrem Landesprogramm die Erhaltung aller stillgelegten Bahnstrecken und explizit die Reaktivierung der Bist- und Rosseltalbahn.

Die Verkehrsentwicklungspläne (VEP) der Städte Völklingen und Saarbrücken fordern die Inbetriebnahme der  Rosseltalbahn zur wirksamen Entlastung des Stadtteiles Geislautern, der A620 und zur besseren Anbindung des Warndt und der Kommunen Fürstenhausen und Gersweiler sowie die gute Anbindung an diese Strecke für Fenne und Klarenthal.

Also viele Stimmen, die nicht ungehört bleiben sollten!

Die Arbeiten am VEP des Saarlandes machen Hoffnung, haben doch erste grobe Bewertungen einen Nutzenkoeffizienten von etwa 1 für  die Rosseltalbahn oder gar >1 für die Bisttalbahn erkennen lassen. Grund genug, eine detaillierte Nutzen-Kosten-Untersuchung in Auftrag zu geben.

Am 14.06.2019 wurden die folgenden ersten Einschätzungen möglicher Strecken für Reaktivierungen im Projektbeirat des VEP Saarland vorgestellt.  Vorgeschlagen werden sollen aufgrund dieser ersten Bewertung die vorgestellten Strecken für eine vertiefende Nutzen-Kosten-Analyse. Dies ist die vereinbarte Vorgehensweise für den VEP, wie es zwischen der Planersocietät und dem MWAEV vereinbart ist.

  • Rosseltalbahn Screenshot (1157)
    Rosseltalbahn Screenshot (1157)
  • Bisttalbahn Screenshot (1160)
    Bisttalbahn Screenshot (1160)
  • Niedtalbahn Screenshot (1163)
    Niedtalbahn Screenshot (1163)
  • Primstalbahn  (1164)
    Primstalbahn (1164)





Ergebnis der Kommunalwahl Großrosseln 2019

 





Amtsinhaber bis 30.0 September 2019: Jörg Dreistadt (SPD)



Derzeitige Sitzverteilung im Gemeinderat: SPD 16, CDU 10, fraktionslos 1     

Aus Altersgründen tritt Amtsinhaber Jörg Dreistadt (65) nicht mehr an. Am 26. Mai gibt es einen Zweikampf um seine Nachfolge. Für die Sozialdemokraten geht Markus Ernst (59, SPD) ins Rennen. Er will mit seiner politischen Erfahrung punkten. Seit acht Jahren ist Ernst, Einkaufsleiter eines Unternehmens, Fraktionschef im Gemeinderat. Sein junger Herausforderer heißt Dominik Jochum (34, CDU). Er arbeitet bei Saarstahl und führt den CDU-Ortsverband Großrosseln.





Rosseltalbahn im Kommunalwahlkampf

 

Im aktuellen Bericht des SR waren am 17.04.2018 die Bürgermeisterkandidaten der SPD und CDU Großrosseln zu sehen.

Während die CDU den Erhalt der Rosseltalbahn zumindest bis zum Bahnhof Großrosseln zu einem Schwerpunkt ihres Wahlkampfes machte möchte die SPD die Bahnlinie nur noch bis Velsen erhalten.

Die Brücke am Bahnhof Großrosseln (Überführung der Rosseltalbahn über die Bahnhofstrasse)  wurde von der SPD zu einem Problem erklärt, das es zu beseitigen gelte.

Wir können es der engagierten Arbeit einiger unserer Mitglieder verdanken, daß die Rosseltalbahn Wahlkampfthema wurde und wir hoffen natürlich auf deren Erhalt und Reaktivierung.

Vorausgegangen war die folgende Entwicklung:

07. Dezember 2018 | 20:20 Uhr

CDU hofft noch auf Wiederbelebung

Rosseler Ortsrat plädiert für Abbau der Bahnstrecke

GROSSROSSELN.  Die „toten Gleise“ müssen weg, sagt Ortsvorsteher Jörg Steuer (SPD).

Die Mehrheit im Ortsrat ist dafür, aber die CDU möchte sie noch erhalten. Von Thomas Annen

Über das noch existierenden Gleisbett in der Gemeinde wurde im Ortsrat Großrosseln in seiner jüngsten Sitzung beraten. Mit den Stimmen von SPD und Linkspartei sprach sich das Gremium dafür aus, einen so genannten Freistellungsantrag an die Deutsche Bahn AG zu stellen. Das Verfahren ist im Allgemeinen Eisenbahngesetz geregelt.

Es geht um die Strecke von der Rosselbrücke am Schafbachweiher bis zum Bergwerk Warndt. „Um die Innenentwicklung des Gemeindebezirks Großrosseln vorantreiben zu können, muss die Deutsche Bahn ihren Trassenbestand offiziell entwidmen“, schreibt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Erst nach der Freistellung kann das Unternehmen den Boden, über den die Gleise führen, verkaufen – etwa an die Gemeinde oder private Investoren.

Damit erhält die alte Diskussion um die Zukunft der Gleise neue Nahrung. Die Bahn zerschneide Rosseln in zwei Hälften und stehe einer Innenkernsanierung im Weg, sagte Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD). Ortsvorsteher Jörg Steuer (SPD) sprach von „toten Gleisen“, auf denen schon seit vielen Jahren keine Personen mehr befördert werden. Er plädiert bereits länger für den Rückbau der Eisenbahnbrücke in der Bahnhofstraße und des Bahndamms Richtung Emmersweiler. Durch die Öffnung des Geländes, so seine Einschätzung, würden im Ortskern mehr Möglichkeiten zur Verkehrsgestaltung geschaffen.

Die CDU stimmte gegen den Beschlussvorschlag. Sie möchte sich die Möglichkeit einer Wiederbelebung des Personenverkehrs auf den Gleisen offen halten.

Anmerkungen der IGWRB:

Nach Auskunft des EBA können keine Teilstrecken entwidmet werden, so wie es im Pressetext beschrieben wurde. Es kann also nur die gesamte Strecke von Fürstenhausen - Bergwerk Warndt entwidmet werden.

Diese Strecke verläuft, ausgehend von Fürstenhausen auf dem Gebiet der Stadt Völklingen, Saarbrücken (Velsen gehört zur Gemeinde Klarenthal und damit zu der Stadt Saarbrücken) sowie der Gemeinde Großrosseln.

Anfang März 2018 hatte die IGWRB die Gemeinderatsfraktionen der CDU und der SPD in Großrosseln zu einer Informationsveranstaltung über die Möglichkeiten der Reaktivierung der Rosseltalbahn und deren Ausbau zu einem grenzüberschreitenden Ringverkehr gem. der Machbarkeitsstudie des Eurodistricts Saarmoselle eingeladen.

Während die CDU unsere Einladung annahm und wir sie in den Räumen des Erlebnisbergwerkes Velsen begrüßen und informieren durften, erfolgte von der SPD Großrosseln keine Reaktion!

Nunmehr, nachdem sich viele Menschen in Facebook auf der Seite der Plattform Mobilität Saar-Lor-Lux zu der Rosseltalbahn geäußert haben und ihr Unverständnis mit dem Beschluss der SPD zum Ausdruck gebracht hatten, war die SPD Großrosseln und der Bürgermeister gesprächsbereit und nahmen unser erneutes Angebot an zu einem Gespräch auf sachlicher Ebene.

Näheres kann aus diesem Bericht der Saarbrücker Zeitung entnommen werden.


Eine solch weitreichende Entscheidung wie die Entwidmung der Rosseltalbahn wird die Gemeinde Großrosseln und die zugehörigen Gemeinden im Warndt für sehr lange Zeit prägen. Viele Generationen werden sich bei einem Wegfall des Schienenweges täglich über überfüllte Straßen ihren Weg zu dem Oberzentrum Saarbrücken und dem Mittelzentrum Völklingen zu ihren Arbeitsplätzen, Ausbildungsstätten, Schulen, HTW  und Universität suchen müssen.
Durch den Zwang zum Zweit- und Drittwagen geht dem Warndt Kaufkraft verloren - und auch unter besten Annahmen werden die zu Lasten der Gleise angesiedelten Geschäfte nur von den Einwohnern Großrosseln's nicht leben können.

Die Annahme, dass die französische Kundschaft dauerhaft die Geschäfte in Großrosseln nutzen wird, dürfte sehr verwegen sein. Eine Senkung der französischen Umsatzsteuer zum Beispiel kann schon den Käuferstrom zum Erliegen bringen.

Folgen einer Käuferwanderung zurück nach Frankreich:

Geschäfte in Großrosseln schließen - die Bahnstrecke ist unwiederbringlich verloren.

Es wäre unseres Erachtens notwendig, die Bevölkerung über ihre Zukunft entscheiden zu lassen - per Bürgerbefragung.

Dies jetzt gezeigte Vorgehen ist nicht Bürgerfreundlich - es ist eine Verachtung legitimer Interessen der Einwohner Großrosselns mit seinen Gemeindeteilen.

Die Alternativen lauten somit:

kurzfristige Erfolge für wenige Discounter in Großrosseln

oder

Zukunft für den Warndt durch eine gute Verkehrsinfrastruktur.

Züge nach Völklingen, Forbach und Saarbrücken. Zubringerbusse exakt ausgerichtet an die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge - nachhaltige und klimafreundliche Mobilität - sofort umsetzbar!

Raktionen auf Facebook

Innerhalb weniger Stunden bis heute (Anm: 10.12.2018) gab es auf der Plattform Mobilität Seite 1079 Klicksund auf der Seite Neue Bisttalbahn 2449 Klicks. Nicht eingerechnet sind Klick auf anderen Seiten wie ÖPNV Saarland, Bahntreff oder Stillgelegte Bahnstrecken.

Nur auf den zwei Seiten 3528 Klicks  

Also das Thema interessiert und hier noch einige Kommentare. 

Sebastian Zoller Die Strecke wäre doch für die Saarbahn ein Kandidat, baut man sie nun im Bereich Großrosseln ab, verbaut man sich jegliche Chance auf Anbindung für die Zukunft...
Aber ja, im Zeitungstext ist wieder von Investoren die Rede... kurzfristiges Geld...  

Daniel Huebner Die SPD als Mehrheit im Gemeinderat Großrosseln möchte gerne die Rosseltalbahn los werden? Aber warum will sie das? Elektrifizierter Nahverkehr für den kleinen Mann verhindern? Wieviele E-Autos passen personentechnisch in einen Saarbahnwagen? Die SPD möchte sich wirklich mit Biegen und brechen abschaffen. GJ  

Osm Zecke Mit der Zerschneidung der Ortsmitte durch die Bahn zu argumentieren, ist sowas von kurz gedacht. Dabei gibt es Vorbilder im schönen Saarland. Als in den 80ern die Köllertalbahn stillgelegt wurde hatte es Püttlingen seinerzeit sehr eilig, den Bahndamm in der Ortsmitte zu entfernen, weil er ja das Ortsbild zerschnitt. Ganz analog wie in Großrosseln. Und was war ein paar Jahre später: Die Saarbahn wurde durch Riegelsberg gebaut und führt durch dessen Ortskern Richtung Köllertal statt einen weiten Schlenker über die Randgebiete von Püttlingen zu nehmen. Das Geschrei in Püttlingen war groß. Da hatten die Püttlinger nämlich bereits gemerkt, daß sie sich mit ihrer Trassenentscheidung aus den 80ern selbst vom modernen Nahverkehr abgekoppelt hatten.
Ganz anders Walpershofen: Auch hier zertrennt die Trasse den Ort und eine zentrale Brücke war arg eng. Man baute die Brücke neu und deutlich großzügiger und plötzlich hat man eine Nahverkehrsanbindung UND einen ganz neuen Ortskern, von dem vorher keine Rede war.
Die SPD Großrosseln täte gut daran, mal über den kommunalen Tellerrand hinauszublicken.    

Torsten Lange Die SPD möchte mit aller Macht unter die 5 Prozent Hürde kommen. Mit solchen Massnahmen sind sie auf einen guten Weg dahin. Ich schäme mich mal dieser Partei angehört zu haben...  

Ursula Dimmig Plattform Mobilität: ... und das wäre attraktiv auch bis Überherrn. Gersweiler Fenne Fürstenhausen und mehr würde sich freuen, warum das blockiert wird verstehe wer will. Da wir an der Bahnstrecke wohnen wissen wir das da noch Güterzüge fahren und die Strecke in Ordnung ist. Es würde sogar gehen in Gersweiler\Ottenhausen eine Haltestelle zu bauen. Das sagen wir hier alle seit Anfang der Saarbahn.  

Hendrik Ernst Wenn überfüllte Straßen den Ortskern durchschneiden, tausende von Fahrzeugen für Lärm- und Abgasbelastung sorgen, ist das ok. Aber eine Bahntrasse "verschandelt das Ortsbild!"    

Erhard Pitzius (Stellvertretender Vorsitzender & Pressesprecher)
Plattform Mobilität SaarLorLux


Pressemeldungen zu dem Beschluss des Ortsrates Großrosseln


DIE LINKE. Kreisverband Saarbrücken:
Bahninfrastruktur im Warndt nicht vernichten

Anlässlich des Mehrheitsbeschlusses im Ortsrat von Großrosseln, die derzeit stillgelegte Rosselbahn entwidmen zu wollen, erklärt der Kreisvorsitzende der LINKEN Saarbrücken, Thomas Lutze (MdB):
„Auch wenn eine Reaktivierung derzeit sehr unwahrscheinlich ist, da die Landesregierung nichts unternimmt, um den ÖPNV auf den Schienen zu
stärken, ist Beschluss in Großrosseln ein Schlag in Gesicht für alle, die sie für eine bessere Mobilität jenseits des Automobilverkehrs einsetzen.
Eine Entwidmung der Bahnstrecke bedeutet das endgültige Aus für eine verkehrspolitische Alternative zum Straßenverkehr.“
Lutze weiter: „Gerade das sehr hohe Verkehrsaufkommen auf der A620 und den Zufahrtsstraßen müsste auch den politisch Verantwortlichen in den Kommunen zu denken geben.
Eine Reaktivierung des Schienen-Personennahverkehrs „links der Saar“ würde dazu führen, dass der Berufsverkehr ohne die täglichen Staus auskommt und die Lebensqualität in den vom Durchgangsverkehr belasteten Ortsteilen wieder steigt.
Dass gerade die CDU-Fraktion im Ortsrat Großrosseln gegen den SPD-Vorstoß der Entwidmung der Bahnstrecke gestimmt hat, ist sehr respektabel und hoffnungsvoll.“

Erlebnisbergwerk Velsen für den Erhalt der Rosseltalbahn

  Von Redaktion Saarnews - 10. Dezember 2018                          

Mit großem Befremden nimmt der Verein Erlebnisbergwerk Velsen e.V. zur Kenntnis, daß der Ortsrat Großrosseln und Bürgermeister Dreistadt eine Entwidmung der Rosseltalbahnstrecke auf Großrosselner Gebiet anstreben (SZ Völklingen vom 8.12.). Auch wenn dadurch scheinbar die Strecke zwischen Fürstenhausen und Velsen nicht betroffen scheint, so setzt sich der Verein bekanntermaßen für die Reaktivierung der gesamten Rosseltalbahnstrecke ein, welche den verkehrstechnisch arg belasteten Warndtgemeinden eine schnelle Anbindung an die Zentren Völklingen und Saarbrücken ermöglichen könnte. Entsprechende Pläne werden von der Plattform Mobilität Saar-Lor-Lux bereits seit längerem vertreten. Selbstverständlich würde auch der Standort Velsen von einem Regelvekehr mit enger Taktung mehr profitieren als von einer reinen Museumsbahn Richtung Weltkulturerbe. Und darüberhinaus würde ein neu zu bauender Anschluß Richtung Frankreich die Möglichkeit des Ringverkehrs Richtung Forbach ermöglichen, wie es die Tram-Train-Studie des Eurodistrict Saarmoselle vorsieht. Und mit einem Stich zum Carreau Wendel könnten die drei Hauptzentren der Industriekultur im Warndt strategisch miteinander verbunden werden. Auch der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Völklingen empfiehlt eine sorgfältige Analyse der Möglichkeiten einer Reaktivierung der Rosseltalstrecke.

Auch aus Sicht der Bürger Großrosselns ist die Entwidmung der Strecke zu kurz gedacht. Man nimmt sich den Attraktivitätsgewinn, den eine ordentliche moderne ÖPNV-Verbindung liefern könnte. Der Riegelsberger Ortsteil Walpershofen, der sich in einer ähnlichen Situation mit der Köllertalbahn befand, löste die Fragestellung deutlich eleganter: Eine neue deutlich verlängerte Brücke entschärfte das Nadelöhr Bahnunterführung und schuf gleichzeitig Raum, um mitten im Zentrum einen attraktiven Freiraum zu generieren, der heute bereits mit dem Begriff „Ortsmitte am Bach“ sehr positiv besetzt ist und von der Bevölkerung geschätzt wird.

Bekanntermaßen ist Herr Dreistadt auch Vorsitzender des Zweckverbandes Regionalentwicklung Warndt, der sich aktuell um die Eigentümerschaft des Standortes Velsen bewirbt. Das Erlebnisbergwerk Velsen hofft sehr, daß hier kein Interessenskonflikt heraufbeschworen wird, der der Entwicklung des Standortes Velsen Steine in den Weg legen könnte, indem Fakten geschaffen werden. Das EBV appelliert an alle Akteure, zum Wohl von Region und Regionalentwicklung zu handeln statt um des schnellen lokalpolitischen Erfolgs willen Infrastruktur zu zerstören.

CDU-Großrosseln

Die CDU Großrosseln spricht sich gegen den Zurückbau der Bahntrasse aus.
Die CDU-Fraktion im Ortsrat Großrosseln hat vorgelegt und in der letzten Ortsratssitzung gegen den Beschlussvorschlag von Bürgermeister Dreistadt und dem Großrossler Ortsvorsteher Steuer gestimmt, die Entwitmung der "Rossler Bahnstrecke" zu beantragen. Ebenso wird auch die CDU-Fraktion im Gemeinderat dagegen stimmen, da wir der Meinung sind, dass die Bahnstrecke als zukunftsorientierte Option für den ÖPNV (öffentlichen Personen-Nahverkehr) erhalten werden muss. Ob unsere Ablehnung etwas nutzt, muss aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat bezweifelt werden. Jedenfalls haben wir als CDU Großrosseln eine einstimmige und klare Position.

Pressemitteilung der Plattform Mobilität


Den aktuellsten Filmbericht vom 07.02.2019 über die Rosseltalbahn und ein Interview mit Dr. Werner Ried (VCD) über die saarländische Verkehrspolitik finden Sie hier


Einen Filmbericht über die Bistallbahn mit einem Interview mit Prof. Heiner Monheim, emeritierter Professor der Uni Trier, Lehrstuhl für Verkehrsgeographie und excellenter Kenner der Verkehrspolitik können Sie sich  hier ansehen.


13. März 2019 | 13:02 Uhr

Großrosseln

Neues Bündnis wirbt für die Rosseltalbahn

 

 Der frühere Bahnhof in Großrosseln ist inzwischen in Privathand und steht für die weitere Planung nicht mehr zur Verfügung.   FOTO: rup / Rolf Ruppenthal

Großrosseln. Wiederbelebung bis hin nach Großrosseln rückt näher: Kommunalpolitiker und Bahn-Fans raufen sich zusammen. Von Bernhard Geber

In Völklingen-Fürstenhausen zweigt die Trasse der Rosseltalbahn von der Hauptstrecke links der Saar ab. Doch schon seit 44 Jahren fahren auf dieser Strecke in den Warndt keine Personenzüge mehr. Und mit dem Aus der Kohleförderung im Jahr 2005 gibt es auch keinen üterverkehr mehr hin zur früheren Grube Warndt beim Großrosseler Ortsteil Karlsbrunn.

Die „Plattform Mobilität“ setzt sich gemeinsam mit einer Interessengemeinschaft seit vielen Jahren dafür ein, diese Rosseltalbahn wiederzubeleben. Nun tut sich die Chance auf, dass sie und maßgebliche Kommunalpolitiker hier auf einen Nenner kommen.

Erhard Pitzius, Sprecher der Plattform Mobilität, nutzte gerade erst eine Veranstaltung der Linken im besonders stark vom Autoverkehr betroffenen Völklinger Ortsteil Geislautern, um für die Rosseltalbahn zu werben. Gleichzeitig sind er und Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) intensiv im Gespräch darüber, wie man das Projekt Wiederbelebung anschieben kann. „Wir sind auf einem guten Niveau, gemeinsam für das Weitere zu kämpfen“, sagt nun Dreistadt unserer Zeitung. Und das, nachdem sein Gemeinderat, in dem die SPD dominiert, erst im Dezember mit großer Mehrheit dafür votiert hatte, die alten Gleise von der Ortslage Großrosseln bis hin zum Endpunkt bei Karlsbrunn hin abzubauen.

Der Bürgermeister hält diese Entscheidung nach wie vor für richtig. Sie sei kein Votum gegen die Bahn. Dreistadt will aber eine neue Rosseltalbahn dort enden lassen, wo Großrosseln anfängt: Am Ortseingang aus Richtung Völklingen-Geislautern könne an der Landstraße kurz nach dem Kreisel Velsen ein großer Park-And-Ride-Platz angelegt werden. Dort könnten Pendler aus den Warndtgemeinden ihre Autos abstellen und mit der Bahn in Richtung Saarbrücken weiterfahren. Personenzüge sollten dann – „zumindest morgens im Halbstundentakt“ – regelmäßig über den Knotenpunkt Fürstenhausen zwischen Saarbrücken und dem Ortseingang von Großrosseln verkehren. Diese Lösung sei vom Verkehrsaufkommen her sinnvoll und auch finanzierbar, „also keine Traumtänzerei“.

Verfechter der Rosseltalbahn treten sogar dafür ein, diese letzten Endes zu einem Ringverkehr durch das benachbarte Frankreich auszubauen. Doch auch deren Sprecher Pitzius hat nun zunächst die so genannte Phase I im Blick, den Streckenabschnitt vom Saartal bis hin zur Ortsmitte von Großrosseln. Überschlägig für die kommenden fünf Jahre betrachtet, so Pitzius, ließe sich die Wiederbelebung auf diesem Abschnitt mit einem Aufwand von rund einer Million Euro realisieren. Die Gleise seien noch in gutem Zustand. Die Strecke sei zwar nicht mehr elektrifiziert, könnte aber zum Beispiel mit Hybrid-Fahrzeugen bedient werden – in der Form, dass diese sich auf der Saartal-Strecke auflüden und dann batteriebetrieben weiterführen. Im Rosseltal sei auch nicht nötig, einen Signalbetrieb einzurichten, obwohl die Strecke überwiegend eingleisig sei. Der Takt ließe sich so einrichten, dass Kollisionen auszuschließen seien. Als Haltepunkt möchte Pitzius den früheren Bahnhof in Großrosseln beibehalten.

„Wir liegen da nur noch wenige Meter auseinander“, kommentiert Dreistadt. Der Bürgermeister schließt nämlich eine Reaktivierung dieses früheren Bahnhofs aus. Dieser und das Gelände rundherum seien mittlerweile in Privatbesitz und nicht mehr zugänglich. Zudem behindere der Bahndamm im Ortskern, von Ortsvorsteher Jörg Steuer (SPD) bereits „tote Gleise“ genannt, nur noch die Entwicklung im Zentrum von Großrosseln. Rosseltalbahn-Fans und auch die CDU in Großrosseln vertreten demgegenüber die Meinung, dass man die Trasse im Ort und auch die Weiterführung bis hin zum Endpunkt Warndtschacht unangetastet lassen sollte, um die Chance für eine Wiederbelebung der gesamten Strecke zu wahren.

Gegen eine solche Fortführung bis zur alten Grube sprechen aber laut Dreistadt die Fakten. Auf diesem Abschnitt müssten sieben Brücken unterhalten werden. Auf dem Bahndamm seien inzwischen Bäume mit bis zu 30 Zentimetern Durchmesser gewachsen. Und für den Personenverkehr ergebe dies keinen Sinn, denn, so Dreistadt: „Wer soll da mitten im Wald ein- und aussteigen?“

Doch die Diskussion um die kleinere Variante kommt in Schwung. Laut Pitzius hat die Plattform Mobilität mit dem Deutschen Bahnkunden-Verband vereinbart, den Streckenast Fürstenhausen – Großrosseln für eine Potenzialanalyse der Deutschen Bahn (DB) über mögliche Reaktivierungen von Bahnstrecken nachzumelden. Anlass seien die positiven Gespräche mit den Fraktionen im Gemeinderat Großrosseln und mit Bürgermeister Dreistadt und das positive Echo aus Völklingen, Geislautern, Gersweiler und Klarenthal inklusive Votum des Bezirksrates Saarbrücken-West gewesen. Die Grünen haben beim Regionalverband beantragt, Mittel für eine Kosten-Nutzen-Analyse in den nächsten Haushalt einzustellen.

 

Dominik Jochum tritt für die CDU an 34-Jähriger will das Rathaus erobern

 

     Dominik Jochum.                      FOTO: Michael Büch  

Großrosseln.  Dominik Jochum (CDU) will Bürgermeister in Großrosseln werden. Wichtige Themen sind für ihn die Sicherheit und die
                       Rosseltalbahn.
Von Markus Saeftel    

Die CDU setzt im Bürgermeister-Wahlkampf in Großrosseln auf einen jungen Kandidaten: Dominik Jochum ist gerade mal 34 Jahre alt und will Amtsinhaber Jörg Dreistadt (SPD), 65, beerben, der aus Altersgründen nicht mehr antreten darf. Jochum, der in der Völklinger Saarstahl-Schmiede arbeitet, will „Missstände“ beheben. Hier nennt er an erster Stelle die „Grenzkriminalität“ und das Unsicherheitsgefühl der Bürger. In Naßweiler habe es Raubüberfälle auf Spielcasinos gegeben, aber auch auf dem Marktplatz von Großrosseln. Manche Bürger würden deshalb in der Gemeinde nicht mehr einkaufen. Doch was kann Jochum als Bürgermeister, wenn er gewählt wird, für mehr Sicherheit tun? Jochum sagt, er würde mehr Polizeipräsenz einfordern und auch mit den Geschäftsleuten reden, ob sie Sicherheitsleute engagieren wollen. Allerdings ist die Zahl der Straftaten in Großrosseln 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich von 402 auf 353 gesunken. So steht es in der Polizeistatistik. Im Ortsteil Naßweiler ging sie besonders stark zurück, während sie im Ortsteil Großrosseln konstant blieb. Bei der Gewaltkriminalität, dazu zählen Raub und gefährliche Körperverletzung, sank die Zahl von 24 Fällen im Jahr 2016 auf 20, doch nur sieben Fälle konnte die Polizei laut der Statistik aufklären. In Großrosseln ist tagsüber ein Polizeiposten besetzt, abends müssen die Kollegen der Völklinger Inspektion ausrücken.

Jochum ist fest in der Gemeinde verwurzelt. Er ist Chef des Fußballvereins SC Großrosseln und engagiert sich im Vorstand des Karnevalsvereins Doll-Doll. Die örtlichen Fußballvereine in Naßweiler, Dorf im Warndt und Emmersweiler will er unterstützen, damit sie ihre Hartplätze sanieren können. Neben Zuschüssen der Sportplanungskommission müsse die Gemeinde hier jeweils einen Eigenanteil leisten. Dieses Geld – 125 000 Euro für die drei Plätze –  steht nach Angaben des Kämmerers Daniel Albert im Investitionsplan bis 2021 bereit. In diesem Jahr soll der Platz in Emmersweiler saniert werden.

Dominik Jochum setzt sich auch dafür ein, dass die Rosseltalbahn wieder von Saarbrücken über Fürstenhausen nach Großrosseln fährt. „Sie soll ins Zentrum fahren, nicht nur bis Velsen“, sagt Jochum. Deshalb ist er dagegen, die Bahngleise im Ortszentrum zu entwidmen, wie es Amtsinhaber Dreistadt plant.

Die Strecke ist seit 2006 stillgelegt, Personenzüge fahren dort seit über 40 Jahren nicht mehr. Jochum rechnet mit Gesamtkosten von maximal zehn Millionen Euro unter anderem für neue Haltepunkte und hofft auf finanzielle Unterstützung des Landes. Flächen im Zentrum, die der Gemeinde gehören, will er als Parkflächen nutzen. Jochum glaubt: Wenn die Züge wieder fahren, werde die Hauptstraße vom Verkehr deutlich entlastet.

 Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV des Saarlandes 2030  (VEP ÖPNV Saarland 2030)

Das Saarland erarbeitet mit Beteiligung interessierter Bürger einen Verkehrsentwicklungsplan für den ÖPNV im Saarland, der im Frühjahr 2018 vorgestellt werden soll.

Die konstituierende Sitzung des Projektbeirates zum VEP fand im Oktober 2016 statt.

Am 01.02.2017 wurde dann die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung zum VEP ÖPNV Saarland in einer Informations-veranstaltung im VHS Zentrum in Saarbrücken informiert und erste Anregungen entgegengenommen.

Die IGWRB war selbstverständlich mit einigen Vereinsmitgliedern bei dieser Veranstaltung zugegen und nahm Kontakt zu dem Planungsbüro und dem verantwortlichen Verkehrsplaner auf. Wir sagten die Zusendung umfangreicher Materialien zu, welche die Notwendigkeit einer Reaktivierung der linken Saarstrecke mit den Zweigen Rosseltal- und Bisttalbahn unterstreichen und aufzeigen, welchen Nutzen diese Strecken stiften könnten.

Ende Februar 2017 übersandte die IGWRB dann eine umfassende Stellungnahme zur Reaktivierung der linken Saarstrecke mit ihren Ästen sowohl an das Planungsbüro als auch mit den gleichen Argumenten an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes (MWAEV). 

Den Brief an das MWAEV stellen wir hier zur Ihrer Information dar.

Zu den Schreiben gehören diverse Anlagen, welche unsere Aussagen untermauern und belegen.

Zu den Beteiligungsmöglichkeiten teilt das Ministerium mit:

Beteiligungsmöglichkeiten

Wie kann ich mich beteiligen?

Um Ihre Wünsche, Anregungen und Kritik in den Aufstellungsprozess des neuen Verkehrsentwicklungsplans ÖPNV einzubringen, stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: 

  • Planersocietät
    Öffentlichkeitsbeteiligung VEP ÖPNV
    Gutenbergstr. 34
    44139 Dortmund 
  • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
    Öffentlichkeitsbeteiligung VEP ÖPNV
    Franz-Josef-Röder-Straße 17
    66119 Saarbrücken

Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens werden die eingegangenen Anregungen und Wünsche überprüft. Das Ergebnis der Prüfung wird tabellarisch auf dieser Homepage zur Verfügung gestellt.  

Vor Abschluss des Beteiligungsverfahrens informieren wir Sie rechtzeitig über den letztmöglichen Termin zur Berücksichtigung Ihrer Anregungen.


29. Mai 2018 | 20:57 Uhr

Verkehrsentwicklungsplan kommt später

Streit um Bahnverkehr über die Grenze

 





Nur noch an Karfreitagen fahren Züge von Dillingen nach Bouzonville – wegen des Traditions-Markts. FOTO: RUP 

 

Saarbrücken/Berlin/Paris. In der großen Saar-Koalition fahren CDU und SPD in entgegengesetzten Zügen bei der Frage des Schienenverkehrs.  von Dietmar Klostermann

Saar-Europa-Staatssekretär Roland Theis (CDU) hat große Hoffnungen, was die Zusammenarbeit des Saarlands mit der französischen Grenzregion angeht. Diese Hoffnungen ruhen auf der 18-köpfigen Arbeitsgruppe von Abgeordneten der französischen Nationalversammlung und des deutschen Bundestags, die den jetzt 55 Jahre alten Elysée-Vertrag gründlich renovieren wollen. Vor allem die Grenzregionen sollen viel stärker als bisher zusammenarbeiten. „Ich freue mich riesig darüber, dass wir insbesondere mit dem franzöischen Abgeordneten aus Forbach, Christophe Arend, einen Verbündeten für unsere Ideen zur Stärkung der Grenzregionen haben“, jubelte Theis jetzt in einer Pressemitteilung. Arend ist Mitglied von Emmanuel Macrons Marschbewegung. In der Arbeitsgruppe, die jetzt regelmäßig zwischen Berlin und Paris pendelt, sitzt als einziger Saarländer auch der Saar-SPD-Generalsekretär Christian Petry, den Theis nicht erwähnte.

Zügig soll es in der Grenzregion nach Theis Vorstellungen vor allem bei der Schaffung einer gemeinsamen Verwaltung für den Eurodistrict Saar-Moselle vorangehen. Dieser Eurodistrict könnte demnach Träger von Kitas und des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) im Grenzgebiet werden, erklärte Theis. Den „Makel der Grenzlage“ gelte es durch bessere Schienenverbindungen abzustreifen. „Für das Saarland gilt dies für die Fernverbindung von Frankfurt nach Paris. Gleichsam gilt dies aber für die Verbesserung der Schienenverbindung im Dreieck Metz, Luxemburg, Saarbrücken“, betonte Theis.

Im Arbeitskreis von Nationalversammlung und Bundestag gibt aber einstweilen der Vorsitzende, der Konstanzer CDU-Abgeordnete Andreas Jung, die Richtung vor. Vorrangig ist für Jung der „zügige Wiederaufbau“ der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bahnstrecke Freiburg-Colmar, die just am Pannen-Atomkraftwerk Fessenheim vorbeiführt, wie jetzt die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete. Dort soll nach Schließung des AKW ein riesiges Gewerbegebiet entstehen. „Das soll keine Sankt-Nimmerleins-Bimmelbahn werden“, betonte Jung demnach.

Während Theis im Europa-Ministerium bereits von einem funktionierenden Grenzverkehr auf der Schiene träumt, kann sich das auf der anderen Saarseite gelegene Verkehrsministerium von Anke Rehlinger für diese Zukunftsideen nicht erwärmen. Auf eine Anfrage der SZ, welche grenzüberschreitenden Bahnverbindungen das Saarland nach Lothringen und Luxemburg reaktivieren oder neu bauen wolle, antwortete Rehlingers Sprecherin Jennifer Collet: „Der Neubau oder die Reaktivierung von Bahnverbindungen aus dem Saarland nach Lothringen sind nicht geplant.“ Im Schienenbereich gebe es keine direkte Verbindung zwischen dem Saarland und Luxemburg. Die „Aufrechterhaltung der vorhandenen grenzüberschreitenden Verkehre“ sei aber nach wie vor ein wesentliches Ziel bei der Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Großregion.

Dabei läuft momentan über den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd die Vergabe des Schienenpersonennahverkehrs über fünf Jahre von Dezember 2018 bis 2023 auf der Strecke Dillingen-Niedaltdorf zusammen mit der Strecke Saarbrücken-Pirmasens. Doch trotz vielfacher Forderungen aus der Kommunalpolitik und von Verkehrsverbänden werden seitens des Verkehrsministeriums keine Anstrengungen unternommen, die Bahnstrecke Dillingen-Niedaltdorf-Bouzonville-Metz zu reaktivieren. Dabei könnte auch die Bahnverbindung Dillingen-Thionville-Luxemburg reaktiviert werden - wenn denn der Wille da wäre.

Auch die von Lothringer Politikern geforderte Anbindung Forbachs an die Saarbahn, dort Tram-Train genannt, stößt im Saar-Verkehrsministerium auf keine Begeisterung. „Die Aufgabenträgerschaft für Straßenbahnverkehre liegt im Saarland bei den Kommunen und hier somit bei Forbach und Saarbrücken. Ob die erforderlichen Fahrzeuge und der Betrieb finanzierbar sind, muss noch untersucht werden“, sagte Collet. Dem Land sei aufgrund der begrenzten Mittelausstattung eine Mitfinanzierung nicht möglich. Eine Busverbindung scheine ohnehin die bessere Alternative zu sein, um die bestehenden Verkehrsbedürfnisse im ÖPNV kostengünstig und wohnortnah zu realisieren, so die Rehlinger-Sprecherin.

Während Theis vom modernen Schienen-Grenzverkehr mit dem hoch-effizienten Antriebsmotor „Elysée 2.0“ schwärmt, der ganz im Sinne Macrons „marschiert“, ist der neue Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV im Saarland ins Stocken geraten. Nach ursprünglicher Planung des Verkehrsministeriums sollte dieser im Frühsommer 2018 fertig gestellt sein und der Öffentlichkeit vorgelegt werden. Jetzt ist bereits von „frühestens Herbst 2018“ die Rede.

Die Rehlinger-Sprecherin Collet räumte ein, dass „zusätzliche Datenerhebungen“ nötig geworden seien, darunter „die detaillierte Erfassung und Bewertung der Ausstattung und Qualität der Stationen“. Der Verkehrsentwicklungsplan ÖPNV werde unter Beteiligung der Öffentlichkeit und aller Interessengruppen erarbeitet. Der gesamte Prozess werde von einem Beirat begleitet, dem Verbände, Aufgabenträger, Verkehrsunternehmen, Kammern und Gewerkschaften angehörten. Die regelmäßige Abstimmung und Rückkopplung bringe einen erhöhten Zeitaufwand mit sich, werde aber zu einem differenzierten und besser abgestimmten Ergebnis führen. „Mehr Zeitbedarf zugunsten eines besseren Ergebnisses haben wir dabei bewusst in Kauf genommen“, sagte Collet.

Aus der saarländischen Bevölkerung seien bisher rund 300 Einzelvorschläge zur Verbesserung des ÖPNV eingegangen, die fortlaufend behandelt und bewertet würden. „Vorbehalte gegenüber Vorschlägen von Experten oder aus der Bevölkerung gab es zu keiner Zeit – im Gegenteil“, betonte Collet. Um den ÖPNV attraktiver zu machen, brauche es die Bewertung der Nutzer. Die Rückmeldungen und Anregungen von Experten wie auch Kunden seien daher sehr wertvoll und würden vorbehaltlos in den weiteren Prozess eingearbeitet.

Saarbrücker Zeitung, 30.05.2018


Presseberichte über die IGWRB

Zu nennen ist vor allem der Bericht vom 03.08.2016 über die IGWRB mit dem Titel: 

Mit Volldampf voraus?

Diesen Bericht können Sie nachfolgend lesen.

Zu allen Aussagen finden Sie auf unserer Hompage weitergehende Informationen, auch zu den erfolgreichen Draisinenfahrten.

Weitere Presseartikel haben wir hier dargestellt!




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