Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn                 

Gründung der IGWRB e.V.

Wiederaufnahme Schienenverkehr im Warndt ist das Ziel

Die Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn (IGWRB) e.V. wurde am 15.01.2006 von Herrn Prof. Dr. Harald Zimmermann gegründet, nachdem das Bergwerk Warndt die Kohleförderung eingestellt hatte und die Bahnstrecke zum Transport der geförderten Steinkohle nicht mehr benötigt wurde.  

Seit dem Jahr 2006 haben wir versucht, durch Medienarbeit ein Bewusstsein für die Bedeutung des SPNV, insbesondere für den Warndt, in der Öffentlichkeit zu schaffen.  Leider mussten wir schon 2007 in Gesprächen im Wirtschaftsministerium mit dem Minister und maßgeblichen Personen des Ressort deren ablehnende Haltung zu Reaktivierungen erfahren. Bei dieser Haltung blieb es bis heute - auch bei unterschiedlicher Regierungsverantwortung.

Die Bedrohungen durch die bereits eingetretenen Klimaveränderungen haben in vielen Bundesländern schon ein Umdenken bewirkt und diverse Bahnstrecken sollen reaktiviert werden.
Leider sind diese Überlegungen der saarländischen Regierung, insbesondere dem Verkehrsministerium, (noch) fremd. Wir hoffen jedoch, dass auch hier die Erkenntnis wächst und gehandelt wird, bevor aus den letzten Bahnstrecken Radwege geworden sind. 

Hoffnungsvoll stimmt schon einmal, dass der ADFC (allgemeiner deutscher Fahrradclub) in Zittau (Sachsen) sich eindeutig gegen Radwege auf Bahntrassen ausgesprochen hat.

Hier der entsprechende Artikel aus der Sächsischen Zeitung:

25.04.2019 06:00 Uhr

Radfahrer setzen sich für Bahnstrecke ein

Der ADFC Zittau will keinen Radweg auf der stillgelegten Trasse Oderwitz-Herrnhut-Niedercunnersdorf. Stattdessen sollen wieder Züge rollen. Dazu gibt's am 4. Mai eine besondere Tour.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) favorisiert eine Reaktivierung des Bahnverkehrs auf der Strecke Oderwitz-Herrnhut-Niedercunnersdorf statt eines Radweges. Das teilt Dirk Spitzner von der Zittauer Ortsgruppe mit. "Radwege entlang stillgelegter Bahntrassen können ein touristisches Angebot darstellen, sind aber kein Recyclingprogramm für unliebsame vorzeitig abbestellte Bahnverbindungen", schreibt er. 

Im Fall der alten Herrnhuter Strecke gebe es im Umfeld hinreichend Alternativen. Eine davon will der ADFC Zittau am 4. Mai bei einer Radtour aufzeigen, die beispielsweise entlang der fünf imposanten Viadukte. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf verkehrstechnischen Erläuterungen zum Rad- und öffentlichen Personennahverkehr in der Region durch den Verkehrsplaner Matthias Böhm (Grüne).

Der ADFC unterstützt mit seiner Position den Änderungsantrag der Grünen im Kreistag, die Potenziale der Strecke in einer Studie zu untersuchen sowie die Initiativen des Vereins "Pro Herrnhuter Bahn."

Eine Bahn bietet laut Spitzner gegenüber Bussen  bessere Mitnahmemöglichkeiten für Kinderwagen, Fahrräder und Rollatoren. Das sei essentiell in einer von der Tourismuswirtschaft und vom demographischen Wandel geprägten Region, erläutert er. 

Die Strecke habe vielfältige Potenziale für Personenverkehr, aber auch den Gütertransport. Die Züge könnten nach Aussage von Spitzner beispielsweise von Zittau über Oderwitz nach Löbau geführt werden und dort mit dem Zug aus Görlitz in Richtung Dresden gekoppelt werden, sodass dann für die Verbindung nach Dresden keine weiteren Infrastruktur-Nutzungsentgelte anfielen.

Die 30 Kilometer lange Tour startet am 4. Mai, 10.45 Uhr am Bahnhof Oberoderwitz, alternativ 9.30 Uhr Zittau (Rolandbrunnen auf dem Markt). Sie endet 15.30 Uhr in Ebersbach. Für die Leitung wird kein Beitrag erhoben, eine Spende ist möglich. Kosten für Zugfahrten und Verpflegung sind selbst zu tragen. Anmeldungen nimmt Dirk Spitzner unter 0176/82153165 oder info@adfc-zittau.deentgegen.


Ein löbliches Beispiel auch für das Saarland, das aktuell die Bahnstrecke von Türkismühle nach Nonnweiler zu einem Radweg auf der Bahntrasse bauen will, obwohl nachweislich ein parallel zu den Gleisen führender Radweg ohne Probleme möglich ist. Dies wurde bereits mehrfach bei Ortsbegehungen mit der IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald (www.ig-nationalparkbahn)  und der Bürgerinitiative Bahn + Rad im Hochwald unter Beweis gestellt.

Im Saarland findet - unter missbräuchlicher Nutzung einer Tochtergesellschaft der Naturlandstiftung Saar (www.nls-saar.de), deren Aufgabe die Aufarbeitung von Industriebrachen ist - ein Abriss einer noch funktionsfähirn Bahntrasse statt und setzt einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung ein Ende zugunsten eines Freizeitweges - der wahrscheinlich noch zu mehr Individualverkehr mit dem Pkw führen wird.


Unsere Gespräche zeigten uns eine grundsätzlich ablehnende Einstellung seitens des zuständigen Ministeriums. Dabei ist leider bis zum heutigen Tag geblieben. Sollte sich das ändern, so werden wir Freuden darüber auch an dieser Stelle berichten.

Als Konsequenz dieser Gespräche ergab sich das Ziel, die Strecke wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.
Nachdem in den Jahren zuvor anlässlich der Warndt-Weekende noch Fahrten mit der Saarbahn von Saarbrücken zum Bergwerk Warndt stattfanden, waren diese 2006 nicht mehr möglich, denn zum Termin des Warndt-Weekendes waren die Fahrdrähte bereits abgebaut worden.

Zug der MECL auf der Fahrt nach Großrosseln

In Zusammenarbeit mit dem Stadtverband Saarbrücken hatten wir daher zum Warndt-Weekend 2006 Fahrten mit dem historischen Dampfzügen des Museums-Eisenbahn-Club Losheim am See von Saarbrücken nach Großrosseln veranstaltet. 


Der Zug durchfährt im Juni 2006 auf der Fahrt von Losheim nach Großrosseln den Bahnhof Völklingen. Das Bild zeigt ihn vor der eindrucksvollen Silhouette der Hochöfen des Weltkulturerbe Völklinger Hütte.


Ankunft des Zuges im Bahnhof Großrosseln. Die Infrastruktur im Bahnhofsbereich war bis dahin noch weitgehend in Ordnung. Die Weichen waren bereits auf Handbetrieb umgestellt worden.






Um die Erinnerung an die Warndt- und Rosseltalbahn zu fördern, wollten wir  an den Wochenenden und Feiertagen Draisinenfahrten veranstalten. Dies war der IGWRB allerdings aufgrund ihres gemeinnützigen Status nicht möglich.

Mitglieder der IGWRB gründeten deshalb zusätzlich zu der weiterhin bestehenden IGWRB einen neuen Verein, den "Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT) e.V.". Dieser wurde Veranstalter der Draisinenfahrten.

Durch die Personalunion in beiden Vereinen lag nun der Schwerpunkt der Aktivitäten der IGWRB in der Unterstützung des Draisinenprojektes.

Bis einschließlich 2011 wurden zwischen dem Haller in Wehrden und dem Bergwerk Warndt auf einer Länge von 12,5 Km Draisinenfahrten angeboten. Fahrgäste aus dem In- und Ausland lernten einen Teil des Warndts kennen. Wir verzeichneten einen steten Zuwachs an Fahrgästen, denen wir auch einen Besuch des Erlebnisbergwerkes Velsen anboten und vermittelten. 
Auch an den Wochenenden der Warndt-Weekend's boten wir Draisinenfahrten an, die gerne angenommen wurden. Auch haben wir Draisinenrennen veranstaltet-

2012 sollte ein neuer Pachtvertrag mit der DB ab- geschlossen werden. Voraussetzung für die Durchführung weiterer Draisinenfahrten war nach einer Forderung des Eisenbahn Bundesamtes die Entwidmung der Strecke. Dieser Bedingung konnten wir nicht zustimmen; waren wir doch angetreten um die Strecke zu erhalten und für deren Reaktivierung zu werben.

Wir hatten die Hoffnung, dass vielleicht durch politische Einflussnahme im Jahr 2013 die Draisinenfahrten wieder aufgenommen werden könnten. Leider war diese Hoffnung vergebens. Somit haben wir 2014 den VFWT auflösen und die Draisinen verkaufen müssen.

Chronologische Darstellung wesentlicher Aktivitäten der IGWRB nach dem Ende der Draisinenfahrten  

Datum

Ereignisse

15.02.2015

Ein Schreiben an die Entscheider in der Kommunal- und Landespolitik wurde von W. Huppert verfasst und versandt.

05.03.2015

Ein Brief wurde von W. Huppert an die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer entworfen und auf den Weg gebracht.

27.05.2015

Die  IGWRB sandte Vorschläge (inkl. "Museen-BAhn") für INTERREG an das MWAEV Saarbrücken. Obwohl das Ministerium öffentlich zu Vorschlägen aufgerufen hatte,  erhielten wir keine Antwort!

04.06.2015 – 07.06.2015

Warndt Weekend – Stand der IGWRB beim Erlebnisbergwerk Velsen + Unterschriftensammlung für Reaktivierung der Rosseltalbahn + „Museen-Bahn“

06.06.2015

Gesprächstermin bei der Ministerpräsidentin (Teilnehmer: v.l. V. Etgen (Erlebnisbergwerk Velsen), K. Kunz (IGWRB), Frau Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, W. Huppert  (IGWRB), Dr. Therres  Erlebnisbergwerk Velsen)

19.07.2015

Eine Präsentation der IGWRB zur Warndt- und Rosseltalbahn mit den Vorschlägen zur Reaktivierung der Strecke sowie der „Museen-Bahn“ haben wir einer Abordnung der Partei „die Linke“ in Velsen vorgestellt.

28.07.2015

Ausstrahlung des Filmberichtes über die Rosseltalbahn und die Idee der „Museen-Bahn“ im aktuellen Bericht des SR.

14.09.2015

Vorstellung der Idee der „Museen-Bahn“ in einem Schreiben an Kultusminister Commerçon.

01.10.2015

Präsentation der IGWRB der Fraktionsführung der SPD in Völklingen vorgeführt (10.00 Uhr vormittag).

01.10.2015

Ab 17.00 Uhr in Velsen – Präsentation der IGWRB dem CDU Kreisverband Saarbrücken Land vorgestellt.

21.11.2015

An Bürgerwerkstatt zum VEP (Verkehrsentwicklungsplan) Völklingen in Wehrden teilgenommen; Reaktivierung der Rosseltalbahn vorgeschlagen.

18.01.2016

Vorschläge der IGWRB zur TramTrain-Studie an Eurodistrict gesandt, nachdem im November 2015 diese Studie kurz im aktuellen Bericht des Saarländischen Rundfunks (SR) vorgestellt wurde.
Zuvor hatten wir bereits telefonische der zuständigen Referintin des Eurodistrictes unsere Vorschläge skizziert.

26.05.2016 – 29.05.2016

Warndt Weekend – Stand der IGWRB in Velsen mit Unterschriftensammlung und Informationen zur kleinen Schleife über Großrosseln – Petite Rosselle – Forbach gem. TramTrain Studie.

16.06.2016

Schreiben an Stadtteilforum Wehrden, Bürgermeister Binz, Fraktionen der CDU, SPD, Linke wegen erforderlichem Neubau der Rosseltalbrücke A620 gesandt – bisher sind keine Reaktionen erfolgt. In diesen Schreiben haben wir die Verkehrsproblematik bei einer Brückensperrung beleuchtet und die Reaktivierung der Bahnstrecken mit entsprechendem P+R Platz am Kraftwerk Wehrden vorgestellt.

03.08.2016

SZ-Bericht über die IGWRB: „Mit Volldampf voraus“

16.08.2016

Bericht von Frau Döpke in der SZ: „Gleise im Dornröschenschlaf“

08.09.2016

Fraktion „die Linke“ im RVS stellt den Antrag: Unterstützung des Konzepts „Museen-Bahn“ durch den Regionalverband.

21.09.2016

Vorstellung „Museen-Bahn“ durch den Vorsitzenden der IGWRB im Regionalverband SB (auf Antrag der Linke im RVS).

10.10.2016

Vorstellung des Konzeptes der IGWRB bei der JU Bous-Ensdorf-Schwalbach-Wadgassen.

25.01.2017

Gespräch der IGWRB mit Prof. Dr. Grewenig in Völklingen unter Beteiligung des Erlebnisbergwerkes Velsen bezüglich der Museen-Bahn.
Wie auch bereits im Filmbericht vom 28.07.2015 erwähnt, findet die Idee volle Unterstützung bei Prof. Dr. Grewenig.
Zuständig sei allerdings auch hier das Wirtschaftsministerium, an dem scheinbar kein Weg vorbei führt! Empfohlen wurde uns, unser Konzept dem Ministerium zu übersenden. Dies haben wir am 13.02.2017 getan.

26.01.2017

Podiumsdiskussion bei der JU in Wadgassen gemeinsam mit E. Pitzius (VCD).  (Teilgenommen hat auch der damalige verkehrspolitische Sprecher der CDU,  H. Strobel).

13.02.2017

Vorschläge und Konzept „Museen-Bahn“ an MWAEV gesandt.

16.02.2017

Bezirksrat West in Klarenthal – Vorstellung der Präsentation der IGWRB. Bezirksrat West ist einstimmig für die Erhaltung und Reaktivierung der Warndt- und Rosseltalbahn.

24.02.2017

Vorschläge der IGWRB für die Reaktivierung der Rossel- und Bisttal-bahn an das Planungsbüro für den VEP (Verkehrsentwicklungsplan) ÖPNV Saarland gesandt.

24.02.2017

Vorschläge der IGWRB für die Reaktivierung der Rossel- und Bisttal-bahn an das MWAEV in Saarbrücken für den VEP (Verkehrsentwicklungsplan) ÖPNV Saarland gesandt.

05.03.2017

Vorschläge und Konzept Museen-Bahn an TZS (TourismusZentrale Saarland) gesandt – es erfolgte keine Reaktion dieser Organisation.

02.04.2017

Übersendung Konzept und Präsentation der IGWRB an Herrn Strobel – keine Antwort erhalten.

27.04.2017

Ablehnende - sehr kurz gefasste - Antwort des MWAV erhalten. Keine Antworten auf unsere Argumente.

07.05.2017

Die IGWRB hat daraufhin einen empörenden Brief an das MWAEV gesandt und wir haben uns darin über die sehr kurze, ablehnende Antwort beschwert. Daraufhin wurde uns eine Unterredung im Ministerium am 01.05.2017 angeboten.

01.06.2017

Besprechung im MWAEV. Altbekannte, ablehnende Haltung des Ministeriums wurde wieder vorgetragen. Argumente fruchten nichts - Radwege wurden wieder einmal als touristische Highlights gepriesen - wie z.B. Umbau Hochwaldbahn zum Radweg.

15.06.2017  -18.06.2017

Warndt-Weekend - Stand der IGWRB – Präsentation der Machbarkeitsstudie zum TramTrain des Eurodistricts SaarMoselle.

19.08.2017

Presseerklärung der Fraktion „die Linke im RVS“:
„Der Regionalverband braucht eine Museen-Bahn“.

24.08.2017

Gespräch mit der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Frau Kramp-Karrenbauer in Saarbrücken. Das Gespräch war sehr intensiv und dauerte mehr als 1 Stunde.
Teilnehmer waren: H. Desgranges (Heimatkundlicher Verein Warndt), V. Etgen (Erlebnisbergwerk Velsen), W. Huppert, W. Bessrich, K. Kunz).

Thema war die touristische Entwicklung des Warndt mit dem Standort Velsen als 2. Standort der Industriekultur. Wir hoben die Verbindung zwischen Kohle und Stahl hervor, die naheliegende Verbindung per  Museen-Bahn und damit auch den Erhalt und Reaktivierung der Rosseltalbahn, die Bedeutung der Rosseltalbahn für die - auch touristische - Entwicklung des Warndts.

04.12.2017

Wie erhielten eine Antwort der Staatskanzlei. Gespräche mit dem Regionalverband wurden angebahnt. Bei der Neufassung des Tourismuskonzeptes des Regionalverbandes soll die Industriekultur im Warndt durch die Museen-Bahn im Konzept erweitert werden.


Wie man das Saarland kennt, werden dann andernorts Fakten geschaffen und alle guten Absichten konterkariert.

So geschehen beim Versuch des Gemeinderates Großrosseln zur Entwidmung des Streckenabschnittes Velsen - Tagesanlage Warndt in Karlsbrunn (siehe Berichte zur Entwidmung )oder bei der geplanten Gewerbeansiedlung auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerkes Wehrden, das sich hervorragend zu einem P&R Platz hätte nutzen lassen.

Hier hat eindeutig die Landespolitik versagt!

Die bis zum September 2018 weiterhin bestehende IGWRB e.V. setzte nun ihr Bemühen um den Streckenerhalt und deren Reaktivierung nunmehr in verstärktem Maße fort. Da die Rosseltalbahn nur ein Teil der linken Saarstrecke ist, die nur noch bis Fürstenhausen befahren wird und dieser Streckenabschnitt ebenfalls eine sehr ungewisse Zukunft hat, haben wir uns entschlossen, unsere Bemühungen auszuweiten.

Aus diesem Gedanken heraus formte sich die Idee, die IGWRB in Plattform Mobilität Saar-Lor-Lux umzubenennen. 

Nunmehr wird die Plattform Mobiliät Saar-Lor-Lux das Engagement fortsetzen und erweitern.    

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