Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn                 

Rosseltalbahn

Die Rosseltalbahn ist eine normalspurige, bis Wehrden (Hallerbrücke) zweigleisige Nebenstrecke im Saarland.

 Inhaltsverzeichnis
  Verlauf
  Verkehr
  Literatur
  Einzelnachweise
  Weblinks

Verlauf
Die Rosseltalbahn teilt sich hinter dem Hauptbahnhof Saarbrücken auf der linken Saarseite von der Forbacher Bahn ab, durchläuft den Schanzenberg-Tunnel und führt unmittelbar dahinter vorbei am Saarbrücker Messe-gelände. Hinter der Straßenbahn-haltestelle Ludwigstraße ist die Rosseltalbahn über eine Rampe, wo sich eine System-trennstelle befindet, mit der Saarbrücker Innenstadtstrecke verknüpft. Diese diente früher vor allem dem Kohleverkehr zur Grube Warndt. Nach etwa zehn Kilometern trennt sich die Strecke in den Ast Richtung Wadgassen–Werbeln–Überherrn und den etwa 13 Kilometer langen Streckenabschnitt ins Rosseltal nach

Großrosseln. Ab dort wurde sie 1962 bis zur Grube Warndt bei Karlsbrunn verlängert. Die bereits 1907 angelegte Verbindung ab Hostenbach zurück über die Saar nach Bous wurde nach Sprengung der Eisenbahnbrücke bei Bous über die Saar zum Ende des Zweiten Weltkrieges nicht wiederhergestellt.
Verkehr

Von Eröffnung der Strecke im Jahre 1907 bis zur Stilllegung der Grube Warndt-Luisenthal war diese Strecke mit Güterzügen viel  befahren, seit 1963 sogar elektrifiziert. In diesem Jahr wurde die neue Grube Karlsbrunn mit den Kohlezügen der Rosseltalbahn angefahren (Warndtkohlenbahn). Der bis zum Zweiten Weltkrieg rege Personalverkehr ging wie überall in der Fläche kontinuierlich zurück.Eine Besonderheit hatte die Strecke Saarbrücken–Großrosseln aufzuweisen: Auf ihr verkehrten bis 1948 die Wittfeld-Akkumulatortriebwagen AT 3.1976 wurde der Personenverkehr auf der Schiene eingestellt und die Bahnhöfe geschlossen. Bis in die Mitte der 1980er Jahre wurden noch einige Gelegenheitsfahrten für den Personenverkehr durchgeführt. Das mit Streckeneröffnung erbaute, repräsentative Empfangs-gebäude der Preußischen Staatsbahn in Gersweiler ist ein markantes Beispiel für die historistische Bahnhofsarchitektur im Kaiserreich. Zu der Gesamtanlage gehörte auch eine Kastanienallee. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde 1986 privatisiert und gibt im Unterschied zu den restlichen Empfangsgebäuden dieser Strecke, die teilweise wegen Baufälligkeit abgerissen wurden, einen Eindruck der ehemaligen Pracht wieder. Auf dem Streckenabschnitt Fürstenhausen–Hostenbach wurde Anfang der 1990er Jahre ebenso wie auf der anschließenden Strecke Völklingen–Hostenbach–Überherrndie Fahrleitung abgebaut. Am 11. November 1999 genehmigte das Eisenbahn-Bundesamt dem Infrastrukturbetreiber DB Netz die Stilllegung dieser Teilstrecke, die zum 1. März 2000 vollzogen wurde.[2][3] Auf Initiative eines Großkunden in Überherrn wurde die Verbindung jedoch 2003 wieder reaktiviert und wird seither mehrmals wöchentlich von Ganzzügen mit fabrikneuen Pkw befahren.[4]Bis 2006 verkehrte anlässlich der Saarmesse und der Welt der Familie zwischen der Haltestelle Römerkastell, dem Saarbrücker Messebahnhof und dem Bahnhof Fürstenhausen die als Messelinie bezeichnete Linie S2 der Saarbahn (Stadtbahn Saarbrücken) im 30-Minuten-Takt.Seitdem verkehren zur Messe nur noch selten Saarbahnzüge.Des Weiteren verkehrte bis 2005 auch die Linie S3 (Warndtlinie) während des jährlich tattfindenden Warndt-Weekends im 60-Minuten-Takt ebenfalls über die Rosseltalbahn.[5]  

Nach Stilllegung der Grube Warndt ist auch der Saarbahnbetrieb gefährdet. Von Fürstenhausen bis zur Grube Warndt wurde die Oberleitung bereits abgebaut.
                                                                               

Von 2007 bis 2012 wurden vom Bahnhof Großrosseln (Start und     Ziel)    unter     dem    Namen    Warndt-Express Draisinenfahrten angeboten. Gefahren wurde an Wochenenden und Feiertagen mit Fahrraddraisinen auf dem Streckenabschnitt Karlsbrunn (Brücke) – Großrosseln – Wehrden (Hallerbrücke).  2012 wurde dieser Draisinenverkehr wieder eingestellt.[6]                       
Nach einer Meldung des Bahn-Report (Ausgabe 5/2016, S. 54) plant die Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn die Einrichtung eines Museumsbahnbetriebs sowohl auf der Warndt- als auch auf der Rosseltalbahn. 
                                                   
Hierzu sollen zunächst Freischneidearbeiten zwischen Fürstenhausen und der Grube Warndt durchgeführt werden. Noch unklar ist derzeit jedoch die Finanzierung des Vorhabens.                      

Literatur:   
 Willy Bessrich (Interessengemeinschaft Warndt- und Rosseltalbahn): 100 Jahre Linke
 Saaruferbahn und Rosseltalbahn (1907–2007).  45 Jahre Warndtkohlenbahn (1962– 
 2007), Verlag  Völklingen-Ludweiler, Heimatkundlicher Verein Warndt e.V., 2007

Einzelnachweise 
                            
1. Eisenbahnatlas Deutschland. Verlag Schweers + Wall, Köln 2007, ISBN 978-3-89494-136-9,
     S. 156–157.
2. Stillgelegte Bahnstrecken im Saarland 
    (http://www.eisenbahnbundesamt.de/Service/files/11_Saarland.xls) – Aufstellung des
    Eisenbahn-Bundesamtes
3. Entwicklung der Strecken Fürstenhausen/Völklingen–Hostenbach–Wehrden-Überherrn und     
    Fürstenhausen–Grube Warndt  http://www.reise.hochwaldbahn.info/saar/saar_fotobericht.html)
    auf einer privaten Website
4. „Bahn frei für Züge nach Überherrn“: Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 11. Februar 2003
5. Infos über die S3 und das Warndtweekend
     (http://www.rvsbr.de/pics/medien/1_1117439774/Programm_WarndtWeekend.pdf)
     (PDF; 2,4 MB)             
6. Website des Warndt-Express (http://www.warndt-express.eu/?Home) Einstellung des         
    Draisinenverkehrs – Mitteilung auf der Website des Warndt-Expresses

Weblinks
     Tunnelportale der Strecke Saarbrücken–Fürstenhausen–Bous
     Kursbuch 1944
                                                                            
Diese Seite wurde zuletzt am 3. Dezember 2017 um 12:10 Uhr bearbeitet.
Der Text ist unter der Lizenz„Creative Commons Attribution/Share Alike“verfügbar; Informationen zu den Urhebern und zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos)
können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie einverstanden. 
Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.





E-Mail
Anruf
Karte
Infos